Auf nach Apeldoorn

Schweriner Rad-Duo auf dem Weg zu den Para-WM


Kaum sind die 105. UCI-Bahnrad-Weltmeisterschaften in Saint-Quentin-en-Yvelines, vor den Toren der französischen Hauptstadt Paris wieder zu „den radsportlichen Akten“ gelegt, da wird schon weltmeisterlich weiter in die Pedale getreten. Die siebenten UCI-Paracycling-Bahnweltmeisterschaften „rufen“. Austragungsort der Welttitelkämpfe für die Bahnradsportler mit Handicap ist vom 26. bis 29. März das niederländische Apeldoorn.
Nach deren Erstauflage 2006 in Aigle/Schweiz wurden sie in Bordeaux (2007), Manchester (2009), Montichiari (2011), Los Angeles (2012) und Aguascalientes/Mexiko (2014) ausgetragen.

Aguascalientes 2014 im Rückspiegel

2014 in Mexiko wurden Titel in 29 Disziplinen/Handicap-Klassen vergeben. Besonders erfolgreich waren dabei Großbritannien (10 Medaillen) und Australien (16 Medaillen). Aus deutscher Sicht erkämpfte die gebürtige Chemnitzerin Denise Schindler, die für München startet, zweimal Silber: im 500 Meter Zeitfahren (hinter Jamie Whitmore/USA) und in der 3000 Meter-Einzelverfolgung (ebenfalls hinter Whitmore). 2011 holte Schindler bereits WM-Gold auf der Straße und 2012 (London) Paralympics-Silber im Straßen-Einzel.

Erfolgreich im Tandem: Kai Kruse und Stefan Nimke

Auch ein bekannter Wahl-Schweriner und gebürtiger Hagenower war in Aguascalientes aktiv. Stefan Nimke, unter anderem Teamsprint-Olympiasieger 2004, fungierte erstmals als Pilot. Im Tandem schaffte er mit dem sehbehinderten Kai Kruse, der noch 2012 in London Paralympics-Silber im Rudern holte, Platz fünf.

Inzwischen, seit Februar 2015, ist der Hamburger Kai Kruse Mitglied der Radsport-Abteilung des Schweriner SC. Stefan Nimke startet weiterhin für den PSV Schwerin. Beide bereiteten sich unter anderem in Frankfurt/Oder auf die kommenden Welttitelkämpfe vor, fliegen Anfang März für zwei Wochen in ein Trainingslager nach Mallorca und geben sich dann unmittelbar vorher den letzten „Feinschliff“ in Apeldoorn. Betreuer des Duos ist Ronald Grimm, der Stefan und viele andere Bahnradsport-Asse aus M-V seit Jahren erfolgreich trainiert.

Medaillenspiegel der WM 2014

nach Ländern:

– Großbritannien (siebenmal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze)
– Australien (fünfmal Gold, fünfmal Silber, sechsmal Bronze)
– China (viermal Gold, dreimal Silber, dreimal Bronze)
– USA (zweimal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze)
– Spanien (zweimal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze)
– Russland (zweimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze)
– Niederlande (zweimal Gold, einmal Silber)
– Argentinien (zweimal Gold, einmal Silber)
– Neuseeland (einmal Gold)
– Slowakei (einmal Gold)
– Brasilien (einmal Gold: für das Gastgeberland der nächsten Sommer-Paralympics holte sich Soelito Gohr den Sieg im Scratch in der übergreifenden Klasse MC1–5)

Insgesamt verteilten sich die Medaillen 2014 auf zwanzig Nationen.

Nach Kontinenten:

– Europa (35 Medaillen, vierzehn Titel)
– Australien/Ozeanien (21 Medaillen, sechs Titel)
– Nord- und Südamerika (15 Medaillen, fünf Titel)
– Asien (11 Medaillen, vier Titel).

Zur erfolgreichsten WM-Teilnehmerin 2014 avancierte übrigens die Britin Sarah Storey mit zweimal Gold und einmal Bronze.

Marko Michels


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