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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Boxen: Olympische Hoffnungen für Rio 2016

Über die Ziele der Fauskämpfer und Faustkämpferinnen vom Stützpunkt Schwerin


Wenngleich es 2015 schon einige wichtige Wettkämpfe im Boxsport gab, steht einer der Höhepunkt des Jahres noch aus: die 18. Amateur-Boxweltmeisterschaften der Männer in Doha/Katar im Oktober. Bleibt zu hoffen, dass das Emirat dann nicht wieder – ähnlich wie bei der Handball-WM der Herren – mit einer zusammengekauften Mannschaft antreten wird. Höhepunkt ist die WM aber auch für die Schweriner Faustkämpfer; eine Qualifikation für Olympia das erklärte Ziel.

Landestrainer Christian Morales im Interview

Herr Morales, was werden die ersten wichtigen Turniere sein?

Christian Morales: Das Jahr steht voll und ganz im Zeichen der Olympischen Spiele 2016. Die ersten Olympia-Qualifikationen sind durch und weitere stehen dieses Jahr an. Wir starten am 28. Februar mit einer Veranstaltung in Schwerin, bei der sich alle Olympia-Kandidaten vom Stützpunkt Schwerin präsentieren werden. Dazu kommen noch hoffnungsvolle Nachwuchsathleten wie Jugend-Olympiasieger Peter Kadiru. Im Frühjahr stehen dann noch die Europameisterschaften auf dem Programm, bei denen man sich für die Weltmeisterschaften qualifizieren muss.

Und in den kommenden Monaten? Was erhoffen Sie sich von den WM?

Christian Morales: Nach den Europameisterschaften stehen im Sommer zum ersten Mal die European Games in Baku/Azerbaidschan an. Und danach folgen schon die Weltmeisterschaften in Katar. Bei dieser WM wollen wir natürlich zahlreich mit unseren Sportlern vom Stützpunkt Schwerin vertreten sein und uns hoffentlich das eine oder andere Ticket für Rio sichern.

Rio 2016 ist das erklärte Ziel?

Schweriner "Eisen im Feuer": Boxerin Sarah Scheurich (Foto: Marko Michels)Christian Morales: Wir haben das Ziel unseren erfolgreichen Weg der vergangenen Jahre weiter zu gehen und natürlich wieder um internationale Medaillen mit boxen. Oberstes Ziel sind jedoch die Olympia-Tickets. Wir haben einige „Eisen im Feuer“ wie Sarah Scheurich, Araik Marutjan und Albon Pervizaj. Dazu kommen die beiden Hamburger Brüder Artem und Robert Harutyunyan und der Kölner Denis Radovan, die bei uns am Stützpunkt trainieren und auch ihre Chance auf ein Olympia-Ticket nutzen wollen.

Wie ist da der Qualifikationsmodus?

Christian Morales: Es gibt verschiedene Wege sich für Rio 2016 zu qualifizieren. Einige Athleten wie zum Beispiel Artem und Arajik haben die Möglichkeiten über die neue Profiserie der AIBA (APB) zu qualifizieren. Dazu gibt es noch die Chance, sich über die World Series of Boxing (WSB) das Ticket für Rio zu lösen. Deutschland wird in diesem Jahr jedoch nicht mit einem eigenen Team an den Start gehen, wodurch eine Qualifikation über diesen Weg nicht möglich sein wird. Und dann gibt es noch den normalen Weg, einen Startplatz über die Weltmeisterschaften zu ergattern. Dies ist jedoch schwieriger als in den letzten Jahren. Zum ersten Mal wird auch der dritte Platz ausgeboxt. Das ist deshalb notwendig, weil sich in einigen Gewichtsklassen nur die Plätze eins bis drei für die Olympischen Spiele qualifizieren. 2016 stehen dann noch ein bis zwei Qualifikationsturniere an, bei denen die Restplätze vergeben werden.

Noch einmal zurückgeblickt… Wer waren für Sie – global betrachtet – die Boxerin und der Boxer des Jahres 2014?

Christian Morales: Der Boxer des Jahres 2014 ist für mich ganz klar Peter Kadiru. In einem Jahr Vize-Weltmeister, Jugend-Europameister und Jugend-Olympiasieger zu werden, ist einfach unfassbar. Was der Junge das Jahr über geleistet hat, ist einfach nur stark gewesen. So etwas hat es bis heute noch nicht gegeben. Boxerin des Jahres – global gesehen – ist für mich die Olympiasiegerin und Weltmeisterin Clarissa Shields aus den USA. Was sie mit ihren jungen Jahren bereits für ein Niveau hat, ist absolute Weltklasse.

Die Fragen stellte M. Michels

Info: Mecklenburger bei Amateur-Box-WM

Mecklenburger bei Amateur-WM… Da ging oftmals etwas. Bei der ersten Auflage 1974 in Havanna gewann der in Neukloster bei Wismar geborene Bernd Wittenburg die Bronze-Medaille im Mittelgewicht (hinter dem für die Sowjetunion startenden Usbeken Rufat Riskijew und dem Rumänen Alec Nastac).

Acht Jahre später, bei den WM 1982 in München, gewann Richard Nowakowski (SC Traktor Schwerin) im Federgewicht ebenfalls Bronze (hinter dem Kubaner Adolfo Horta und dem Mongolen Rawsalyn Otgonbayar).

Reno 1986 mit drei Medaillen

Gleich drei Medaillen für den SC Traktor Schwerin gab es bei den WM 1986 in Reno: Silber für Rene Breitbarth (1966 in Mühlhausen geboren) im Bantamgewicht sowie jeweils Bronze für Andreas Zülow (geb. 1965 in Ludwigslust) im Federgewicht und Torsten Schmitz (geb. 1964 in Crivitz) im Weltergewicht.

Bantamgewicht:
Gold: Moon Sung-Kil (Südkorea)
Silber: Rene Breitbarth
Bronze: Arnaldo Mesa (Kuba) und Juri Alexandrow (UDSSR)

Federgewicht:
Gold: Kelcie Banks (USA)
Silber: Jesus Sollet (Kuba)
Bronze: Andreas Zülow und Tomasz Nowak (Polen)

Weltergewicht:
Gold: Kenneth Gould (USA)
Silber: Candelario Duvergel (Kuba)
Bronze: Torsten Schmitz und Tibor Molnar (Ungarn)

Zwischen Moskau 1989 und Almaty 2013

1989 in Moskau holten dann Andreas Zülow (Leichtgewicht) und Torsten Schmitz (Halbmittelgewicht) den Vize-Weltmeister-Titel für Schwerin. Andreas Zülow wurde hinter Julio Gonzalez (Kuba) Zweiter und Torsten Schmitz musste sich nur dem für die UdSSR startenden Armenier Israel Akopkochjan geschlagen geben.

1991 in Sydney gewann Torsten Schmitz folgend noch WM-Bronze in der Gewichtsklasse bis 71 Kilogramm – hinter dem Kubaner Juan Carlos Lemus und dem Armenier Israel Akopkochjan.

Ebenfalls Bronze erkämpfte sich 12 Jahre später, 2003 in Bangkok, Martin Dreßen (Schweriner Sportclub) im Leichtgewicht. In der thailändischen Hauptstadt waren nur Mario Kindelan (Kuba) und Pichai Sayotha (Thailand) besser.

Die vorerst letzte WM-Medaille holte der im Weltergewicht startende Arajik Marutyan (BSC Schwerin) 2013 in Almaty. Gold gewann der Kasache Danijar Jeleussinow, Silber der Kubaner Arisnoidys Despaigne und Bronze der venezuelaner Gabriel Maestre sowie Arajik Marutyan.

mm

Übrigens: Am 21.März möchte der Wahl-Schweriner und gebürtige Stralsunder Jürgen Brähmer seinen WBA-Profi-Titel im Halbschwergewicht gegen Robin Krasniqi in der Rostocker Stadthalle verteidigen…


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