Sie wird die Arbeit vermissen und all die Besucher, die tagaus, tagein in „Ihren Nachbarschaftstreff“ in die Tallinner Straße 42 kamen, denn sie war von Anfang an dabei, hat ihn entstehen sehen, hat ihn mitgeformt – zu einem beliebten Treffpunkt für Senioren mit unterschiedlichsten Interessen. Gerade jetzt, wo auch das Umfeld schön geworden ist, heißt es für Brigitte Deparade Abschied nehmen, denn die vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme läuft mit ihrem 60. Geburtstag aus. „Das tut schon ein bisschen weh“, gesteht sie und verweist nicht ohne Stolz auf die Besucherzahlen, die ständig gestiegen sind. Im vergangenen Jahr waren es 4.570. Sie kamen, um zu feiern, Sport zu treiben, Karten zu spielen, sich mit Gehirnjogging fit zu halten, zu tanzen, zu basteln oder an Ausflügen teilzunehmen. Mitunter war sie nicht Leiterin, sondern einfach nur Zuhörerin. So hat sie auch viel von den anderen gelernt: Die Gelassenheit des Alters, die es gebietet, sich auf die wesentlichen Dinge zu onzentrieren. „Unsere Besucher haben mir gezeigt, dass das Leben viele schöne Seiten hat, auch wenn man körperlich nicht mehr fit ist. Ich habe Güte, Offenheit, Herzlichkeit und Wärme empfangen und weitergegeben.
Es stimmt nicht, dass die Mecklenburger stur sind und keine Gefühlsausbrüche kennen“, fügt sie hinzu. Nach sieben Jahren im Verein „Hand in Hand“ beginnt nun ein neuer Abschnitt für Brigitte Deparade, denn jetzt ist sie als Oma gefragt. Auch wenn zum Abschied einige Tränen geflossen sind – Enkelsohn Jannes freut sich gewiss darüber, dass die Oma Zeit für ihn hat.
Der Verein „Hand in Hand“ dankt Brigitte Deparade für ihre Arbeit im Treff, den sie mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen geleitet hat.
G. Gottschalk/hl