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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Der Ball ist rund – auch in Schwerin

Zwischen Fußball-Golf und Fußball-Historie

Im nächsten Jahr gibt es mit der EM und dem Olympia-Turnier zwei herausragende internationale Veranstaltungen für den Fußballsport. Doch auch in Schwerin – zwischen aktuellem Fußball-Geschehen, Fußball-Historie und Fußball-Golf, gibt es sehr beeindruckende Aktivitäten „um den Ball am Fuße“ …

Fußball-Golf ist eine Sportart, die seit 30 Jahren immer mehr Anhänger gewinnt. Sogar Weltmeisterschaften werden seit 2007 ausgetragen, Europameisterschaften seit 2009. Die erste Soccergolf-WM im Soccerpark in Dirmstein (Deutschland) statt. 2008 war das schwedische Uppsala Gastgeber der zweiten Soccergolf-WM. Im Juli 2009 richtete Sunds Fodboldgolf in Herning, Dänemark die Weltmeisterschaft aus. Futbol Golf Catalunya in Macanet de Cabrenys in Spanien veranstaltete 2010 die WM. Hans-Peter Baudy wurde 2009 der erste Europameister. Bei den WM 2011 in Dirmstein gewannen unter anderem Alex Kober und Sigrun Walther im Einzel.

Seit Juli 2011 gibt es auch eine Fußball-Golf-Anlage in Schwerin-Warnitz. Nachgefragt bei Dietmar Büch, Vorsitzender des Fußballgolf-Clubs Schwerin

„Fußballgolf wird auch hierzulande viele Anhänger finden …“

Frage: Herr Büch, Sie sind doch eigentlich der (Mit-)Macher des Fünf-Seen-Laufs. Wie kamen Sie zum Fußball-Golf?

Dietmar Büch: Sport hat viele Facetten. Als Beschäftigter einer Einrichtung (Zukunftswerkstatt e.V. Schwerin), die auch eine Jugendbegegnungsstätte betreibt, ist man ständig auf der Suche nach neuen Ideen für sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche.
Da wir über einen wenig genutzten großen Bolzplatz in Schwerin-Warnitz verfügten, kam uns schnell der Einfall zur Schaffung eines eigenen Platzes für Fußballgolf, als wir erstmals davon hörten.

Frage: Was ist das Faszinierende am Fußball-Golf? Was macht diese Sportart so attraktiv?

Dietmar Büch: Fußballspielen ist sehr populär und jeder ist natürlich Fachmann. Aber neben der Hatz nach dem Ball und dem kämpferischen Einsatz macht Fußballgolf besonders die Beherrschung des Balls aus, das präzise Schießen und Schlenzen, der weite Abschlag, das genaue Zuspiel, der hohe Ball und der Effetschuss. Bei uns kann man das alles üben.

Frage: Sogar WM im Fußball-Golf gibt es. Wie groß ist die Anhängerschaft in Schwerin und in ganz M-V?

Dietmar Büch: Es entwickelt sich. Wir haben in Schwerin-Warnitz im Juni die zweite Fussballgolf-Anlage im Osten Deutschlands eröffnet und konnten in der Saison bereits über 1.500 Besucher begrüßen. Nachdem wir nun einen eigenen Verein gegründet haben, wird sich zeigen, wie der Zuspruch künftig sein wird.

Frage: Mitte Oktober fand der 1. AOK-Cup im Fußball-Golf in Schwerin statt. Wie viele Teilnehmer gab es? Woher kamen Sie? Und: Wer waren die Sieger?

Dietmar Büch: Der 1. AOK-Cup war noch eine relativ bescheidene Veranstaltung, die sicher eine jährliche Wiederholung finden wird. Noch stand der Testcharakter im Vordergrund, aber allen Teilnehmern hat es Spaß gemacht und sie werden in der nächsten Saison ganz sicher wieder unsere Gäste sein.

Frage: Wie beurteilen Sie die Zukunft des Fußball-Golfs hierzulande?

Dietmar Büch: Fußballgolf ist für alle geeignet, ob jung oder alt, Frau oder Mann, sportlich oder mehr unsportlich. Man spielt es gemeinsam in der Gruppe, in der Mannschaft oder in der Familie. Man bewegt sich an der frischen Luft, überanstrengt sich körperlich aber nicht.

Man braucht Konzentration und Körperbeherrschung und auch eine gewisse strategische Planung, um sich mit so wenig wie möglichen Tritten dem Ziel anzunähern. Wie das Fußballspielen selbst lebt Fußballgolf vom Ehrgeiz, sich selbst ständig zu verbessern und besser als die Mitspieler zu sein, die natürlich bewundernd oder hämisch jede Aktion kommentieren. Wenn man dann noch anschließend im Team das Ergebnis in gemütlicher Runde auswerten kann, hat man einen schönen Tag mit sportlicher Betätigung erlebt und kommt gerne wieder.
Ich denke schon, dass Fußballgolf viele Anhänger finden und sich vielleicht auch bald eine Wettkampfszene entwickeln wird.

Dann weiterhin maximale Erfolge mit dem Fußballgolf, dem Fünf-Seen-Lauf und allen anderen sportlichen Aktivitäten!

Wissenswertes zum Fußballgolf in der Landeshauptstadt Schwerin unter www.fussballgolf-schwerin.de

Rückblick: Die Anfänge des Fußballsports in Schwerin

Doch wie sahen die Anfänge des „richtigen“ Fußballsports in Schwerin aus? Immerhin wurde mit Wolf-Rüdiger Netz ein Schweriner 1980 mit der DDR-Mannschaft Olympia-Zweiter!

Die Geschichte des „SFC“ ist gleichzeitig die Entwicklungsgeschichte des modernen Rasensportes in Schwerin. Um die Jahrhundertwende, also um 1900, wurde in den Turnvereinen ebenso wie auf den Schulen in Schwerin so gut wie gar kein Rasensport – und damit auch das Fußballspiel – betrieben. Es gab nur wenige „turnerische (Rasen-)Spiele, z.B. Barlauf, Schleuderball, Schlagball und gelegentlich Faustball. Nur auf dem Realgymnasium wurde in den Sommermonaten bereits vor 1900 an Mittwoch- und Sonnabend-Nachmittagen – unter Leitung eines Professor Metzmacher – von den oberen Klassen statt des winterlichen Kürturnens auf dem Großen Exerzierplatz Fußball gespielt.

Durch die Berufung des Kapellmeisters Zumpe aus München an das damalige Hoftheater kam dessen Sohn als Gymnasiast in die mecklenburgische Landeshauptstadt. Dieser hatte schon in München auf der Schule Fußball gespielt und interessierte auch schnell die Schüler des Schweriner Gymnasiums für diesen Sport. Entsprechende Sportkleider und Fußballstiefel brachte er mit und lehrte den Schwerinern Mannschaftseinteilung und Regeln.

Wenig später gelang es dem Gymnasium, in Sperber-Hamburg den ersten auswärtigen Gegner nach Schwerin zu verpflichten. Das Spiel fand am 3. Februar 1901 auf dem Großen Exerzierplatz bei ziemlich hohem Schnee statt. Die Hamburger gewannen schließlich mit Mühe und Not und nur durch die Überlegenheit ihres Torwarts gegenüber dem des Gymnasiums 3:1.

Gründung eines Fußball-Klubs

Auf Initiative von Heinrich Schiya versammelten sich einige aktive Schweriner Fußball-Fans zu einer Besprechung über den Zusammenschluss zu einem Fußballklub am Abend des 6.Mai 1903 an der Siegessäule am Alten Garten. Zu ihnen zählten Heinrich Schiya, Max Schmidt, Rudolf Ackermann, Otto Warncke, Emil Harnack, Paul Techentin, Gustav Starossom, Paul Fischer, Friedrich Peters und Rudolf Bernitt. Der ebenfalls fußballbegeisterte Heinrich Schröder war an diesem Tag erkrankt; seine Zustimmung zur Gründung eines Fußballklubs überbrachte Rudolf Bernitt. An diesem Abend „spielte“ allerdings das Wetter nicht mit.

Strömender Regen zwang die Teilnehmer, sich ein schützendes Dach zu suchen. Diese eilten im Laufschritt unter das Portal des Theaters und von dort – nach Beendigung des Gewitterschauers – in das an der Lübecker Straße gelegene Gartenlokal Vahl (das spätere Restaurant „Klubhaus“ bzw. Geschäftshaus der Landes-Elektrizitätswerke). Dort wurde „bei einem Glas Bier“ der Verein unter der Bezeichnung „Schweriner Fußballklub von 1903“ gegründet.

Äußerst schwierig gestaltete sich im Gründungsjahr auch die Übungsmöglichkeiten für den „SFC“ in Schwerin. Der Klub besaß keinen eigenen, dauerhaft benutzbaren eigenen Platz, denn der Große Exerzierplatz, auf dem Übungs- und Wettspiele ausgetragen wurden, hatte oft andere Nutzer. Andere Schweriner Sportvereine „forderten ihr dortiges Übungsrecht“ und auch kulturelle Veranstaltungen fanden auf dem Großen Exerzierplatz statt. Torstangen mußten vom „SFC“ stets dorthin getragen und nach den Übungs- oder Wettspielen wieder abgebaut werden. Zwar durfte der „SFC“ auch den Kleinen Exerzierplatz nutzen, aber hier war die Situation mit der auf dem Großen Exerzierplatz zu vergleichen …

Am 18. Oktober 1903 fand ein „Rückspiel“ des „SFC“ gegen den Fußball-Klub „Elite“ aus Wismar auf dem Kleinen Exerzierplatz in Schwerin statt. Dieses „Match“ war nicht nur ein Ereignis für den „SFC“ sondern ebenfalls für die gesamte Stadt Schwerin. Erstmals wurde in Zeitungen, z.B. in der „Mecklenburger Zeitung“, für ein „SFC“-Spiel geworben. Zudem wurde – auch ein Novum – Eintrittsgeld für ein Spiel des „SFC“ verlangt. Zwar gelang wieder kein Erfolg, aber insbesondere das „Nachspiel“ ist bezeichnend für die damaligen Schweriner Verhältnisse … So musste von dem erhobenen Eintrittsgeld an den Magistrat ein Prozentsatz für Lustbarkeitssteuer abgeführt werden! Auch hier galt von Seiten des Magistrates Schwerin gegenüber dem „SFC“: „Nehmen ist seliger denn geben“.

Trotz aller Widrigkeiten gab es für die Schweriner Fußballer eine insgesamt positive Entwicklung … Ende 1927 schlossen sich die sporttreibenden Reichswehrangehörigen, die bis dahin den Schweriner Sportverein von 1924 bildeten, dem „SFC“ an. Hatte der „SFC“ im Jahr 1914 rund 250 Mitglieder, so zählte der Verein 1928 bereits über 800 „Sportkameradinnen“ bzw „Sportkameraden“.

Positive Entwicklung bis in die 1930er …

Sportlich war der „SFC“ zwischen 1903 und 1928 ebenfalls äußerst erfolgreich. So errang der Verein 75 Ehrenpreise und 200 Diplome. Der absolute sportliche Höhepunkt für den „SFC“ dürfte der Gewinn der Meisterschaft des Bezirks II (Lübeck-Mecklenburg) im Jahr 1925 gewesen sein …

Doch nicht nur Fußball wurde beim „SFC“ gespielt, wenn dieser auch die „Hauptrolle“ einnahm. Im Jahr 1908 gründete sich die erste leichtathletische Rennmannschaft, 1919 folgten die Tennis-Spieler, 1921 konstituierte sich eine Hockey-Abteilung und 1923 „hielt“ beim „SFC“ der Handballsport „Einzug“. Zwar spielten anfangs nur die „SFC“-Damen Handball, aber 3 Jahre später – 1926 – wurde die erste Herren-Mannschaft im Handballsport aufgestellt. Der „SFC“ gehörte hinsichtlich Mitgliederzahl, Erfolgen und Sportangeboten zu den bedeutendsten Schweriner Sport-Vereinen bis 1933.

Von M. Michels


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