Die Ringer-WM in Las Vegas 2015

Nachgefragt beim PSV Schwerin


Am Sonntag gingen die diesjährigen Ringer-Weltmeisterschaften in Las Vegas zu Ende. Ein Jahr vor den olympischen Wettkämpfen in Rio de Janeiro waren die globalen Titelkämpfe eine wichtige Standortbestimmung. In den beiden Disziplinen Freistilringen und Ringen im griechisch-römischen Stil (nur Männer) maßen sich Athleten und Athletinnen aus je sieben Gewichtsklassen.
Am Ende avancierte Russland (viermal Gold, zweimal Silber, achtmal Bronze) zur erfolgreichsten Nation, vor den USA (viermal Gold, dreimal Bronze), der Türkei (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze) und Japan (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze). Die deutsche Bilanz lautet einmal Gold, einmal Bronze. Wärend sich Freistilringerin Aline Focken den dritten Podestplatz erkämpfte, holte Frank Stäbler für das deutsche Team den ersten Weltmeistertitel im griechisch-römischen Stil seit ganzen 21 Jahren.

Um ein sportliches Fazit der WM und der Aussichten in MV haben wir Steffen Gottschalk vom PSV Schwerin gebeten.

„Gute Kämpfe der deutschen Athleten…“

Frage: Wie bewerten Sie die Ergebnisse der WM aus deutschem Blickwinkel?

Steffen Gottschalk: Die zahlreichen Podest Plätze durch Frank Stäbler (66 Kilogramm / Griechisch-Römisch) bei internationalen Turnieren wurde nun mit dem Weltmeistertitel gekrönt und belohnt. Das ist für den deutschen Ringkampfsport ein toller Erfolg, gefolgt mit der Bronzemedaille durch Aline Focken (69 Kilogramm / Freistil) bei den Frauen. Damit sicherten sich beide Athleten das Ticket für Rio 2016. Auch den 5. Platz von Matthias Maasch (71 Kilogramm / Griechisch-Römisch) sowie zahlreiche, starke Kämpfe weiterer Athleten gab es zu sehen. Unglücklich waren die Auslosungen der Freistil-Ringer, bei der die deutschen Athleten in den Vorrunden gegen Weltmeister und Titelverteidiger antreten mussten. Es waren gute Kämpfe der deutschen Athleten, auch wenn es hier zur Weltspitze noch nicht gereicht hat.

Frage: Wie lautet Ihr Resümee aus internationaler Sicht? Welche Ringerinnen und Ringer beeindruckten Sie?

Steffen Gottschalk: Hier gibt es in den Stilarten unterschiedliche Tendenzen. Im griechisch-römischen Stil konnten sich neben Frank Stäbler auch Ringer aus der Türkei, aus Aserbaidschan, Russland, der Ukraine, Armenien und Kuba Titel erkämpfen. Im freien Stil sind die USA als Gastgeberland und Russland mit jeweils zwei Weltmeistertiteln stark in Erscheinung getreten. Jordan Burroughs (74 Kilogramm / Freitil) ist durch die Art und Weise seines Kampfes aufgefallen und hat mich sehr beeindruckt. Bei den Frauen konnten mehrere Länder in die Medaillenvergabe eingreifen, hier ist Japan (drei Titel) seit Jahren eine sehr erfolgreiche Nation.

Frage: Wie ist Ihre Meinung zum Stellenwert der Sportart Ringen hierzulande?

Steffen Gottschalk: Stellenwerte werden durch Erfolge erreicht und in Verbindung gesetzt. Hier konnte der Ringerverband in MV mit Andre Ginc – zweiter Platz Europameisterschaft und dritter Platz bei den Weltmeisterschaften der Kadetten – im Nachwuchsbereich Punkten. Wir versuchen in unserer Vereinsarbeit, den Ringkampfsport mit zahlreichen Wettkämpfen und Veranstaltungen zu repräsentieren und den Kindern nahe zu bringen. Mit dem RV Lübtheen haben wir im Land eine Mannschaft, die erfolgreich in der 2. Bundesliga kämpft.

Frage: Welche wichtigen Turniere gibt es bis Dezember noch in M-V, speziell in Schwerin?

Steffen Gottschalk: Die Schweriner Ringer werden in diesem Jahr noch an einigen Turnieren teilnehmen. Mit der Austragung der Norddeutschen Einzelmeisterschaft der Männer und Jugend A/B am 20. Februar 2016 gibt es bald den nächsten ringkampfsportlichen Höhepunkt in Schwerin. Am 19. September 2015 finden jedoch erst einmal die „offenen Norddeutschen Einzelmeisterschaften“ der C- und D-Jugend in Lübtheen statt. Der Ostseepokal der Hansestadt Rostock folgt am 17. Oktober und am 7. November der Skoda-Cup in Demmin.

Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg!
Die Fragen stellte Marko Michels


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