Die Winter-Universiade 2015 im Rückspiegel

Im Gespräch mit einer ehemaligen Universiade-Teilnehmerin aus Schwerin


Vom 24. Januar bis 14. Februar wurde die 27. Winter-Universiade, die Weltspiele im Studenten-Sport, in Strebske Pleso, Osrblie (Slowakei) und in Granada (Spanien) ausgetragen. Die Athleten des Allgemeinen Deutschen Hochschulverbandes schafften es insgesamt achtmal aufs Treppchen. Goldmedaillen holten das Team der Nordischen Kombinierer mit Johannes Wasel, Tobias Simon und David Welde, der Eiskunstläufer Peter Liebers und der Snowboarder Daniel Weis im Parallel-Riesenslalom. In den 68 Wettbewerben dominierten klar die Russen mit insgesamt 56 Medaillen, darunter 20-mal Gold.

2015 waren leider keine Schweriner am Start. Anders zwischen 1990 und 2005 (allerdings bei Sommer-Universiaden) – sogar inklusive einiger guter Platzierungen. So gab es in Buffalo 1993 jeweils Silber für Siebenkämpferin Birgit Gautzsch (Schweriner SC) und Speerwerferin Tanja Damaske (1985 bis 1989 SC Traktor Schwerin, 1990 bis 1992 Schweriner Sportclub, ab 1993 OSC Berlin). Sechs Jahre Später, 1999 auf Mallorca, feierte der gebürtige Schweriner Marco Liefke seinen größten internationalen Erfolg. Der Volleyball-Spieler gewann mit der deutschen Auswahl Gold vor Japan und Spanien. In Izmir 2005 erreichte Basketballspieler Lars Grübler mit dem deutschen Team einen Achtungserfolg – mit Rang fünf.

22 Jahre nach ihrem Erfolg in Buffalo wollten wir noch einmal von Birgit Gautzsch wissen wie es damals war. Auch, ob die heutige WGS-Mitarbeiterin ein wenig das aktuelle Universiade Geschehen beobachtet? Marko Michels hat nachgefragt.

Gerade Buffalo 1993 war ja für die deutschen Student_innen ein großer Erfolg. Sie erkämpften in der amerikanischen Metropole sechsmal Gold, neunmal Silber, dreizehnmal Bronze. Allein die Leichtathlet_innen kamen auf zweimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. Die Spitzen-Position hatten dabei die amerikanischen Gastgeber inne (31 x Gold, 23 x Silber, 19 x Bronze)

„Bin natürlich weiterhin sportlich aktiv und interessiert…

Marko Michels: Frau Gautzsch, vor 22 Jahren erkämpften Sie in Buffalo Silber… Wie war das damals? Wie erlebten Sie die Universiade?

Birgit Gautzsch: Die Universiade 1993 in Buffalo war ein tolles Erlebnis – nicht nur sportlich gesehen. Unvergesslich bleiben für mich das Zusammentreffen mit den Sportlern anderer Sportarten, die Ausflüge zu den Niagarafällen und in die Umgebung von Buffalo… Das alles beeindruckte mich sehr. Leider fehlte die Akzeptanz in der Öffentlichkeit.
Der Wettkampf war damals sehr spannend. Ich wurde ja Zweite (5934 Punkte) hinter Urszula Wlodarczyk (Polen/6127 Punkte), knapp vor der Amerikanerin Kelly Blair (5926 Punkte). Besonders der Zweikampf zwischen Kelly und mir um Silber bedeutete viel Dramatik. So war es seinerzeit enorm wichtig, dass ich vor Kelly im abschließende 800 Meter-Lauf ins Ziel kam. Da ich am Wochenende zuvor noch beim Europacup der Mehrkämpfer in Oulu Finnland gestartet war, hatte ich nicht so große Erwartungen an den Universiade-Wettkampf und dann gab es Silber… Echt cool!

MM: Kürzlich ging die Winter-Universiade zu Ende; im Sommer folgt die Universiade in Gwangju. Verfolgen Sie noch ein wenig die Wettkämpfe?

BG: Wenn etwas im Fernsehen übertragen wird, gerade zur Sommer-Universiade, dann schaue ich mir natürlich die Wettbewerbe in der Leichtathletik an. Aktuell, zur Winter-Universiade, hatte ich beim Biathlon zugeschaut und war enttäuscht, dass deutsche Athleten dort nicht zu sehen waren… Es dominierten die Studenten-Sportlerinnen und -Sportler aus Russland (14 Medaillen, viermal Gold), der Ukraine (fünf Medaillen, zweimal Gold), Tschechien (drei Medaillen, einmal Gold), der Slowakei (drei Medaillen, einmal Gold) und Kasachstan (zwei Medaillen, einmal Gold).

MM: Im August stehen die Leichtathletik-WM in Peking an. Fiebern Sie als ehemalige Siebenkämpferin dann auch mit den deutschen Athletinnen mit?

BG: So oft, wie es geht, verfolge ich die medialen Leichtathletik-Übertragungen, informiere mich über die Ergebnisse und bin selbstverständlich auch heute noch sehr sehr interessiert am Siebenkampf und dessen Entwicklung. Ich freue mich dabei immer wieder über neue Talente, so zum Beispiel Caroline Schäfer, aber auch über die guten Leistungen der etablierten Athletinnen, wie Lilli Schwarzkopf, Claudia Rath und Julia Mächtig.

MM: Und wie halten Sie sich heute noch fit?

BG: Wenn es die Zeit erlaubt, halte ich mich mit Fitness-Sport, Joggen und Walking fit.

MM: Vielen Dank


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