Skip to main content

Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Dontoh aus Ghana zu Besuch im „Bunten Q“

Am vergangenen Montag hatte die neue Projektwerkstatt „Buntes Q“ in der Lübecker Straße 180 einen Ehrengast.

John Dontoh (54), Direktor der „Asutsuare Roman Catholic School (R/C J.H.S.)“ aus der ghanaischen Hauptstadt Accra, stellte sich den Fragen der zahlreichen Gäste. Karsten Jagau (attac Schwerin) dolmetschte die interessante Diskussion rund um Traditionen, Kultur und Politik des westafrikanischen Landes.

Den meisten bis dahin lediglich vom Fußball bekannt, tat sich eine andere Sicht auf das Land an der Goldküste auf. Doppelt- und Mehrfachehen, die ausgeprägte Rolle der Frau, die Wertung der Parteien, soziale Absicherung, Tradition in der Erbfolge und John Dontoh`s Einschätzungen von Ghanas Zukunftschancen zeigte einmal mehr, dass sich Probleme einer Gesellschaft nicht nur mit Finanzhilfen oder guten Worten lösen lassen. Zur Entwicklung eines Landes wird immer auch „der Wille des Volkes“ gebraucht. Erstaunliche Parallelen gäbe es auch zu Deutschlands Bildungsmisere. Bildung, so Dontoh, sei eines der großen Ziele, das ganze Kontinente antreiben und voranbringen könne. Gerade in Ghana ist es eine fest im Bewusstsein verankerte Meinung: Wer gut ausgebildet sei, sich weiter bilde, habe eine reale Chance auf Arbeit.

Gerade als Schuldirektor und Mitglied der Partei NPP (New Patriotic Party) gehe an Ihn die Frage der Bildung nicht spurlos vorüber. Dontoh erzählte von Projekten in seinem Wohngebiet und Bestrebungen, entgegen der „Schulgeldregelung“ Nachhilfe zu erteilen. Doch Bildung sei in Ghana teuer und ohne die entsprechenden technischen und finanziellen Mittel nur schwer zugänglich. Aufgrund dieser Aussagen entschlossen sich einige Gäste spontan, einen Spendenaufruf zu starten, aus dessen Erlös es Möglich sein könne einen Laptop und andere Büroartikel zu besorgen. „Ich sehe dies als eine von vielen Möglichkeiten an, den Reichtum, den wir hier in unserem Land haben, weiterzugeben. Über den direkten Kontakt durch John Dontoh nach Ghana ist eine einmalige Chance dafür gegeben, damit die Unterstützung ohne Umwege dort ankomme, wo sie gebraucht werde.“ so Torsten Müller, der selbst ein kostenloses Mathematik-Nachhilfe-Projekt leitet und die Telefonnummer 03854781801 also Kontaktmöglichkeit zur Spendenaktion zur Verfügung stellt.  Tini, Vorsitzende der Gruppe „Die Bunten“, stellte mit Blick auf die vielfältige Kultur der „Black Stars“ fest: „Ghana stimmt einen über das eigene Land nachdenklich: Es zeigt, dass die Vielfalt, die wir uns hier in Deutschland wünschen, noch immer nicht in vollem Umfang angekommen ist.“

Ende September wird John Dontoh Deutschland wieder verlassen. Einen bleibenden Eindruck hat er an diesem Abend allemal hinterlassen. Er erkenne hier in unserem kleinen Schwerin Chancen und Inspirationen, von denen er einige mit in seine Heimat nehmen werde.

Stephan Martini


Ähnliche Beiträge

UB-Fraktion begrüßt B-Plan-Vorhaben „Warnitzer Feld“

Städtische Infrastruktur muss mit Einwohnerentwicklung Schritt halten Die Fraktion UNABHÄNGIGE BÜRGER unterstützt die Pläne für den Bebauungsplan Nr. 118 „Warnitzer Feld“. Trotz Bedenken gegen die anhaltendenden Flächenversiegelungen in der Stadt hat die Fraktion dem Aufstellungsbeschluss in der letzten Sitzung des Hauptausschusses vor der Sommerpause zugestimmt. Die Nachfrage nach Bauland in der Landeshauptstadt sei anhaltend hoch. […]

Polizei weckte betrunkenen Autofahrer in Wittenförden

In Wittenförden hat die Polizei am frühen Donnerstagabend einen betrunkenen Autofahrer am Steuer seines Wagens wecken müssen. Der Autofahrer hatte an einem Straßenrand angehalten und war dort eingeschlafen. Die durch eine Zeugin informierte Polizei klopfte dann an die Seitenscheibe des Autos und weckte den sichtlich betrunkenen 61-jährigen Fahrer, der aufgrund seines Zustandes nicht mehr in […]

Betrunkener Radfahrer greift Polizeibeamte an

Am 27.03.2020 gegen 18:30 Uhr wurde der Schweriner Polizei ein Radfahrer in der Körnerstraße gemeldet, welcher offensichtlich nicht in der Lage war, sein Rad sicher zu führen. Der 44-Jährige Deutsche stürzte mit dem Rad und entfernte sich anschließend fußläufig mit seinem Fahrrad. In der Folge schob der 44-Jährige sein Fahrrad mutwillig in zwei parkende PKW, […]