Flüchtlinge erreichen die Insel Kaninchenwerder

Planspiel war großer Erfolg

Auf Kaninchenwerder ankommende Flüchtlingsboote (Foto: NAF MV)Schwerin – Auch in diesem Jahr erreichten mehrere Boote mit über 100 Flüchtlingen die Insel Kaninchenwerder. Die Flüchtlinge wurden der Grenzpolizei übergeben und erst einmal in die Erstaufnahmeeinrichtung gebracht. Dies sind Eindrücke eines erlebnispädagogischen Planspiels, das am 11. Juni 2015 bereits zum fünften Mal auf der Insel Kaninchenwerder unter der Federführung des „Netzwerk Arbeit für Flüchtlinge“ und Beteiligung vieler weiterer Akteure von Organisationen der Sozialen Arbeit stattfand.

120 Jugendliche aus Schweriner Schulen und interessierte Bürger konnten an diesem Tag selbst erleben, wie sich ein Flüchtling fühlt, der seine Heimat verlassen muss und in ein fremdes Land wie Deutschland kommt. Bereits im Vorfeld bekamen die Teilnehmer einen fiktiven Lebenslauf, komplett mit Namen, Nationalität, Fluchtgründen und einem kurzen Überblick über die Situation in ihrem “Heimatland“. Sie schlüpften in die Rolle eines Flüchtlings, der z.T. keinerlei Kenntnisse der deutschen Sprache hat, oder gar Analphabet ist.

Auf der Insel kämpften die Teilnehmer an 9 Stationen mit den bürokratischen Hürden, die jeder Flüchtling bei und nach der Einreise zu überwinden hat; fand sich in der Erstaufnahmeeinrichtung wieder, besuchte Ausländerbehörde, Sozialamt, Jobcenter und die Beratungsstelle, nahm an einem Sprachkurs teil, oder landete in Abschiebehaft, wo (echte) Rechtsanwälte zu Hilfe kamen. Die Unterbringung erfolgte in einer Gemeinschaftsunterkunft auf 6 Quadratmeter pro Flüchtling.

Gemeinschaftsunterkunft (Foto: NAF MV)Ähnlich der „Flüchtlinge“ schlüpften auch die Akteure in Rollen von Mitarbeitern der unterschiedlichsten Institutionen, um auch die Hilfen zu reflektieren. Die Teilnehmer, größtenteils 15-17 Jahre alt, nahmen ihre Rollen während des Spiels sehr ernst und durchlebten alle Schwierigkeiten und Hürden in der eigenen Haut. Viele von Ihnen berichteten im anschließenden Feedback, dass sie sich die Situation der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge so nicht vorgestellt hätten.

Im Ergebnis kann das gemeinsame Planspiel als großer Erfolg gewertet werden. Es ist durch eine in weiten Teilen authentische Abbildung der Problematik gelungen, für die schwierige Lebenssituation der Flüchtlinge zu sensibilisieren.

agö


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