Frühlingszeit ist Premieren-Zeit bei Lysistrate

In diesem Jahr gibt es künstlerisch wertvolle „Bruchstücke“ …

Seit 21 Jahren gibt es mittlerweile das Tanztheater Lysistrate am Goethe-Gymnasium der Landeshauptstadt. 21 Jahre Lysistrate – das bedeutet 21 Jahre mit begeisternden Vorstellungen, 21 Jahre mit beeindruckenden Talenten und 21 Jahre Hingabe und Engagement an die Kunst, den Tanz und das Theater, was ja ohnehin alles zusammen gehört. Benannt nach der berühmten Komödie von Aristophanes imponiert das Ensemble des Tanztheaters nicht nur in, sondern längst auch außerhalb Schwerins.

In diesem Jahr, am 30. März, wird es eine neue Premiere geben. Mit dem Zusammentreffen zweier Künste, des Tanzes und der Bildhauerei, fand das Schweriner Ensemble die Möglichkeit zum Eintauchen in die Lebensgeschichte der Camille Claudel. „Bruchstücke“ zeigt dabei die Auseinandersetzung mit der französischen Bildhauerin, genauer mit ihrer Biografie und ihrem Werk. Lysistrate begibt sich auf die Spuren von Camille Claudel, wobei deren Deutung vage bleiben muss, weil diese Spuren von der Zeit und auch von der Krankheit der Claudel stark beschädigt, fast verwischt sind. Sechs Tänzer wagen im Tanz die Auseinandersetzung mit dem Stein.

Die Premiere ist zu  am 30. März 2012, um 19.30 Uhr, im Foyer der Aula des Goethe-Gymnasiums zu erleben. (Kartenreservierung wird empfohlen, da nur begrenzte Platzzahl zur Verfügung steht)

Nachgefragt bei Ensemble-Leiterin Silke Gerhardt

„Es gab viele intensive Gespräche …“

Frage: Kaum beginnt der Frühling, da gibt es beim Tanztheater Lysistrate schon eine Premiere. Da war der Winter wohl voll gespickt mit Proben – oder, Frau Gerhardt? Wie lange dauerte die Vorbereitung auf das neue Stück?

Silke Gerhardt: Die ersten Ideen zu diesem Stück sammelten wir bereits im Herbst 2011, dann gab es eine längere Phase mit Recherche bzw. Improvisationen und seit Januar 2012 fügen wir das Material zusammen.

Frage: Wer hatte die Idee, die Inspiration zum neuen Stück? Warum fiel die Wahl gerade auf die Lebensgeschichte von Camille Claude?

Silke Gerhardt: Camille Claudels Skulpturen liebe ich persönlich sehr. Der Roman „Der Kuss“ und seine Verfilmung weckten schon vor ein paar Jahren in mir die Lust, diesen Stoff zu bearbeiten. Jetzt ist endlich der Zeitpunkt gekommen! Nachdem ich einige Tänzerinnen begeistern konnte, stand fest, dass wir uns an die Lebensgeschichte von Camille Claudel wagen.

Frage: Wie verlief die Proben-Zeit? Gab es viele Diskussionen, z.B. zur Choreographie?

Silke Gerhardt: Wie die meisten unserer Stücke handelt es sich um eine Eigenproduktion. Dieses bedeutet, dass wir sämtliche Materialien, sprich Libretto, Musiken, Texte, selber verfassen, auswählen und zusammenstellen. Bei diesem Thema gibt es unendlich viele Quellen … Das Leben der Bildhauerin ist so vielschichtig, dass nur Teile – daher der Titel „Bruchstücke“ – von uns dargestellt werden können. Dabei wählten wir die Teile ihres Lebens, in die sich die jungen Tänzer einfühlen konnten, zu denen sie einen Bezug herstellen konnten. Während der Proben-Phase gab es viele intensive Gespräche, welche die  Arbeit stark beeinflussten und die Choreografie immer wieder verändern ließen.

Frage: Wie viele Vorstellungen sind geplant? Wie lauten die Termine?

Silke Gerhardt: Zunächst gibt es nach der Premiere noch folgende Vorstellungen –  am 20. April, am 31. Mai und am 13. Juni.

Frage: Gibt es auch wieder Gastspiele an anderen Orten?

Silke Gerhardt: Bisher ist da noch nichts geplant, aber das kann sich ja noch ändern.

Dann alles erdenklich Gute für die Premiere!

M. Michels


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