Gebürtige Schwerinerin mit Bronze im Stabhochsprung

Martina Strutz bei den DM auf dem Podest

Das Jahr 2012 ist wahrlich ein Super-Jahr aus leichtathletischer Sicht. Einerseits gibt es zahlreiche internationale Meetings, dann finden die Europameisterschaften Ende Juni in Helsinki statt, es folgen die Junioren-WM in Barcelona und letztendlich die olympischen bzw. paralympischen Wettkämpfe in London.

Aus M-V-Sicht feierte die Leichtathletik unter den fünf olympischen Ringen schon zahlreiche Erfolge. Athletinnen und Athleten, die für Vereine in Mecklenburg-Vorpommern starteten, erreichten insbesondere zwischen 1960 und 2000 zahlreiche Medaillen-Erfolge.

Walter Krüger vom SC Traktor Schwerin erkämpfte 1960 mit Silber im Sperrwerfen die erste Olympia-Medaille für die Leichtathletik in M-V überhaupt. Renate Garisch-Culmberger (SC Empor Rostock) schaffte dann mit Silber im Kugelstoßen 1964 auch Historisches: Sie war die erste mecklenburgische Leichtathletin, welche olympisches Edelmetall erkämpfte.

Und weitere wichtige olympische Meilensteine für die Leichtathletik hierzulande folgten: Brigitte Rohde (SC Neubrandenburg) erlief 1976 mit der DDR-Staffel über die 4 x 400 Meter nicht nur die erste Goldmedaille für die Frauen-Leichtathletik „Made in M-V“, nein, es war zugleich die erste olympische Goldmedaille in der Leichtathletik für M-V bei Olympischen Spielen.

Nach dem Staffel-Gold von Brigitte Rohde sorgte Marita Koch (SC Empor Rostock) für das erste „Solistinnen-Olympia-Gold“ in der mecklenburgischen Frauen-Leichtathletik. Sie war 1980 in Moskau über die 400 Meter nicht zu schlagen. In Moskau wurde auch das erste Leichtathletik-Gold für die mecklenburgischen Herren bei Olympia verbucht. Der Hochspringer Gerd Wessig war vor 32 Jahren der Beste mit 2,36 Meter – damals Weltrekord und heute immer noch „erste Sahne“!

Goldene Momente in der Leichtathletik folgten bis 1996 – dank 800 Meter-Läuferin Sigrun Wodars (SC Neubrandenburg) 1988, Zehnkämpfer Christian Schenk (SC Empor Rostock) 1988, Diskuswerfer Jürgen Schult (SC Traktor Schwerin) 1988 und Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (SC Neubrandenburg) 1996. Astrid gewann mit Bronze im Kugelstoßen 2000 auch das letzte olympische Edelmetall in der Leichtathletik für eine Athletin bzw. einen Athleten eines Vereines aus Mecklenburg-Vorpommern.

Zwar waren weitere Leichtathletinnen und Leichtathleten mit „MV-Background“ auch bei Olympia erfolgreich – erinnert sei nur an die Rüganerin Steffi Nerius mit Silber im Speerwerfen 2004 – aber diese starteten dann für Vereine anderer Bundesländer.

Stabhochspringerin Martina Strutz holt Bronze in Wattenscheid

Nun bei den Deutschen Meisterschaften in der Leichtathletik in Wattenscheid, die eine wichtige Qualifikation zu den Olympischen Spielen darstellen, verzeichneten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus M-V-Vereinen aktuell erfreuliche Resultate. Die Diskuswerferin Anna Rüh (SC Neubrandenburg) wurde Dritte (63,14 Meter). Die Stabhochspringerin Martina Strutz (auch SC Neubrandenburg) belegte im Stabhochsprung ebenfalls Rang drei (4,45 Meter). Und die gebürtige Rostockerin Denise Hinrichs (jetzt TV Wattenscheid) durfte sich bei den Deutschen Meisterschaften im Kugelstoßen (18,36 Meter) ebenfalls über Bronze freuen.

Nicht zufrieden konnte Speerwerfer Mark Frank (1.LAV Rostock) sein. In verletzungsbedingter Abwesenheit des Weltmeisters 2011, Matthias de Zordo, wurde Mark in der Speerwurf-Konkurrenz nur Vierter (75,13 Meter).

Auch Kugelstoßer Ralf Bartels (SC Neubrandenburg), seit Jahren immer wieder vorn dabei, musste seine Teinahme bei den Deutschen Meisterschaften verletzungsbedingt absagen. Der SCN-Athlet hatte sich einer Knie-Operation (rechts) zu unterziehen. Aber seine EM- und Olympia-Ziele aufgegeben hat „der Kämpfer mit der Kugel“ längst noch nicht.

Für eine sehr anmutige und sportive Sportlerin aus unserer Region erfüllten sich die olympischen Träume hingegen bereits – für Siebenkämpferin Julia Mächtig beim traditionsreichen Wettkampf in Ratingen. Ratingen war dabei ein wahrlich hervorragendes „Pflaster“ für die gebürtige Rostockerin und Athletin des SC Neubrandenburg. Mit der neuen Bestleistung von 6345 Punkten – dazu die imponierenden 6,49 Meter im Weitsprung – sicherte sich Julia die Reise zu Olympia. Damit wird Julia zusammen mit Jennifer Oeser (TSV Bayer 04 Leverkusen) und Lilli Schwarzkopf (LG Rhein/Wied) zu den Olympischen Spielen reisen. Nachdem die SCN-Sportlerin ín Peking 2008 noch Ersatz-Siebenkämpferin war, dürfte sie nun in London eine der Hauptdarstellerinnen sein.
Und ihre Resultate in Ratingen sollten weiteren „Rückenwind“ für London „entfachen“: 100 Meter Hürden in 14,28 Sekunden, Hochsprung mit 1,75 Meter, Kugelstoßen mit 15,98 Meter, 200 Meter in 25,07 Sekunden, Weitsprung, wie erwähnt, mit 6,49 Meter, Speerwerfen mit 47,54 Meter und der 800 Meter-Lauf in 2:16,92 Minuten.

Julia, Anna, Martina – die olympische Leichtathletik ist in M-V 2012 nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiv und ganz feminin!

Marko Michels


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