Grün-Weiß verbucht ersten Sieg in Berlin

26:24 gegen Spitzenreiter VfV Spandau

Da sind sie nun endlich, die ersten beiden Auswärtspunkte der Grün Weißen und die holte man ausgerechnet beim bis dahin Führenden, den VfV Spandau. Dabei waren endlich auch die Vorzeichen optimal, alle Spielerinnen waren an Bord, dazu wurde unter der Woche gut trainiert und irgendwie haben die Spielerinnen auch das „Backe“- Problem ganz weit in den Hinterkopf verbannt.

Schwerin legte los wie die Feuerwehr, war bereits nach 6 Minuten auf 1:5 enteilt, auch weil Künzel (3 Tore bis dahin) tadellos Regie führte, weil die Deckung sehr aggressiv verteidigte und weil Torfrau Andrea Klasen sofort auf Betriebstemperatur war. Leider wurde just in dieser Phase Wendy Künzel unglücklich am Knie getroffen und blieb zunächst liegen. Nach kurzer Behandlung stand fest, ein Weiterspielen war an diesem Tag nicht mehr möglich! Ein Schock für den Rest der Mannschaft? Keinesfalls, denn Adriana Celka kam für die Verletzte, der wir an dieser Stelle gute Besserung wünschen, und sie machte ihre Sache gut, konnte aber nicht verhindern, dass Spandau besser ins Spiel fand. Beim 6:7 schien wieder alles ausgeglichen, auch weil jetzt in der Deckung zu viel zugelassen wurde und der Gastgeber Oberwasser bekam. Das besserte sich jedoch im weiteren Spielverlauf, Steffi Laas und Alicia Panzer schlossen je einen Konter erfolgreich ab, sodass die Schwerin über 5:7 wieder auf 6:11 enteilen konnten. Garant dafür war aber auch – Adriana Celka, sie traf in der Phase 3x, musste dann aber kurz vor Ende der ersten Halbzeit auf die Strafbank, was Spandau ausnutze und sich wieder ran kämpfte. Fünf Tore in Folge für die Gastgeberinnen, keins für Schwerin, so wurde aus dem 6:11 ein 11:11 und man begann wieder von vorne.

Die zweite Hälfte startete wieder mit Vorteilen für unsere Mannschaft, schnell führte sie mit 11:14, weil Wichmann und Wolter zweimal in der Deckung den Ball eroberten und dazu den Konter erfolgreich abschließen konnten. Überhaupt, man merkte, wie wichtig Tini Wolter für Schwerin war, auch wenn der Abschluss manchmal noch nicht optimal war, in der Defensive war sie wichtig. Aber egal, in dieser Phase konnten Spandauerinnen treffen wie sie wollten, Schwerin wusste immer eine Antwort und konnte immer wieder vorlegen. Bis zur 42. Minute über die Stationen 13:15, 15:15 und 16:18, dann war allerdings der Vorsprung aufgebraucht und die Berlinerinnen erzielten erstmals den Ausgleich zum 18:18. Eigentlich gehen dann bei den Schweriner Damen oft die Köpfe runter, aber nicht so am letzten Wochenende. Angetrieben von einer Handvoll lautstarker Fans blieben die Grün Weißen dran. Diesmal waren es die Youngster, die Verantwortung übernahmen. Powiersky, mit 5 Toren erfolgreichste Werferin, Nawrot (2) und Lück (4) sorgten dafür, dass selbst ein kurzzeitiger Rückstand (20:19) auf Schweriner Seite keine Panik verursachte. Schnell wurde die Minikrise überwunden und aus dem Rückstand eine Zwei Tore- Führung erspielt und dann bis zum Ende verteidigt (26:24).

Garant dafür vor allem in der Schlussphase war Andrea Klasen im Tor der Gäste. Sie wuchs über sich hinaus, war mit insgesamt 20 Paraden überragend und hielt in den letzten Minuten den Sieg fest. Egal ob 7m oder Konter, sie hielt, was sie konnte und folgerichtig wurde sie nach dem Schlusspfiff gefeiert. Auch die anderen Spielerinnen incl. einer humpelnden Wendy Künzel beteiligten sich am Siegeskreis. Man merkte allen Spielerinnen und Betreuern an, dass sie froh waren, den Auswärtsfluch in Berlin endlich beendet zu haben.

Am kommenden Sonntag dann das Nachholspiel gegen Angermünde, bei einem Sieg wäre man endlich in der richtigen Spur in Richtung Tabellenspitze.

Es spielten: Klasen, Güdokeit; Laas 1, Wiechmann 1, Petereit, Künzel 3/1, Nawrot 2, Lück 4, Evangelidou, Wolter 4, Panzer 1, Wieck 1, Celka 4, Powierski 5/2

 

Ralf Grünwald


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