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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Gute Hoffnungen für die Paralympics

Ramona und Carmen Brussig (PSV Schwerin) mit Optimismus nach London

Seit 1960 sind die Paralympics im „Sportkalender“ zu finden und mittlerweile gehören „Olympics“ und „Paralympics“ unmittelbar zusammen, denn seit Seoul 1988 finden die Olympischen und Paralympischen Spiele – nur geringfügig zeitversetzt – am gleichen Austragungsort statt, stehen Olympioniken sowie Paralympioniken die gleichen Sportanlagen bzw. Sportstätten zur Verfügung.
Übrigens: Vor 64 Jahren, 1948, hatten die Paralympics zudem ihren Vorläufer: In Stoke Mandeville wurden die ersten Sportspiele für Rollstuhlfahrer und Amputierte zeitgleich mit den Olympischen Spiele in  London – auf Initiative von Ludwig Guttmann  – ausgetragen.

Sportlicher Bestandteil der Paralympics sind seit 1988 außerdem die Judo-Wettkämpfe, zunächst nur für die Herren. Seit 2004 dürfen auch die Frauen auf die paralympische Judo-Matte. Beim ersten paralympischen Judo-Turnier für Frauen in Athen war dann gleich das deutsche Team am erfolgreichsten: 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze lautete die damalige Bilanz aus deutscher Sicht. Die beiden Goldmedaillen erkämpften sich Susann Schützel (Gewichtsklasse bis 52 kg) und Ramona Brussig vom PSV Schwerin (Gewichtsklasse bis 57 kg). Silber sicherte sich Silke Hütter (Gewichtsklasse bis 63 kg) und dritte Plätze belegten Astrid Arndt (Gewichtsklasse bis 48 kg) bzw. Beate Bischler (Gewichtsklasse über 70 kg).
Sehr stark präsentierten sich 2004 auch die Judoka aus Spanien (1 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze – Gold für Carmen Herrera/bis 70 kg), aus Frankreich (1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze – Gold für Karima Medjeded/bis 48 kg), aus Russland (1 x Gold, 5 x Bronze – Gold für Madina Kazakova/bis 63 kg), aus China (1 x Gold, 1 x Bronze – Gold durch Lan Mei Xue/über 70 kg), aus Brasilien (1 x Silber, 1 x Bronze), aus den USA (1 x Silber) und aus Ungarn (1 x Bronze).

Gleich zur paralympischen Premiere im Judo für Frauen gab es also eine Goldmedaille für Schwerin. Zwar gab es für Ramona Brussig 2008 in Peking nicht erneut den ganz großen Erfolg, aber immerhin Silber wieder in der Gewichtsklasse bis 57 kg hinter einer Chinesin. Zwillingsschwester Carmen wurde Dritte in der Gewichtsklasse bis 48 kg – ein Medaillen-Doppel für die doppelten Schwestern in der chinesischen Hauptstadt. Dort waren die Gastgeberinnen die großen Gewinnerinnen. Viermal Gold sicherten sich die chinesischen Judoka – durch Guo Huaping (48 kg), Cui Na (52 kg), Wang Lijing (57 kg) und Yuan Yanping (über 70 kg). Die beiden anderen Goldmedaillen gingen an Naomi Soazo (Venezuela/63 kg) und Carmen Herrera (Spanien/70 kg/zweite paralympische Goldmedaille).

Die paralympischen Judo-Medaillen bei den Frauen 2008 verteilten sich wie folgt: China mit 4 x Gold, Spanien mit jeweils 1 x Gold, Silber sowie Bronze, Venezuela mit 1 x Gold, Brasilien mit 2 x Silber, 2 x Bronze, Frankreich sowie Deutschland mit jeweils 1 x Silber, 1 x Bronze, Mexiko mit 1 x Silber, Russland mit 5 x Bronze bzw. die Niederlande und Algerien mit jeweils 1 x Bronze.

In London 2012 möchten die beiden Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig vom PSV Schwerin natürlich wieder jeweils eine paralympische Medaille. Möglich ist das durchaus, wie ihre zahlreichen Erfolge bei EM und WM der letzten Jahre sowie bei den letzten Paralympics zeigen …

Und wie bewerten Ramona und Carmen ihre Medaillen-Chancen in London?

Dazu Ramona: „Eine Medaille ist das Ziel. Die sollte allerdings möglich sein. Natürlich möchte man möglichst ganz oben stehen, aber die Konkurrenz ist stark. Ich denke dabei nur an die Französin Sandrine Martinet, an die Mitbewerberinnen aus Russland, der Ukraine und eventuell noch aus China. Meine Gewichtsklasse bis 52 kg ist schon ziemlich gut besetzt!

Und ihre Schwester Carmen ergänzt: „Die Spiele sind immer nur alle vier Jahre. Schon die Teilnahme bedeutet mir sehr viel. Es möchte jeder in London gewinnen, die Konkurrenz ist groß, aber eine Medaille möchte ich schon haben.“

– Na dann, großes Daumen drücken für Ramona und Carmen in London! Und natürlich auch für die Leichtathletin Jana Schmidt (1.LAV Rostock) sowie die anderen Sportlerinnen und Sportler mit „MV-Background“, wie Vanessa Low, Torben Schmidtke, Marianne Buggenhagen oder Simone Briese-Baetke!

Marko Michels


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