HELIOS gibt Kolja neue Hoffnung

Schweriner Kliniken behandeln Kind mit schwersten Verbrühungen aus der Ukraine Kolja und Mutter

Verbrennungen oder Verbrühungen kommen bei Kleinkindern und Kindern sehr häufig vor. Ein besonders tragischer Fall hat sich allerdings im Juni 2007 in einem kleinen Dorf nahe der südostukrainischen Kleinstadt Apostolow ereignet. Dort wohnt die Familie Grakov in recht einfachen Verhältnissen.

Im Juni 2007 war Kolja das jüngste Kind der inzwischen neunköpfigen Familie. Vater Sergej Grakov wollte seinerzeit mit dem Pferdefuhrwerk seine Frau vom Bahnhof abholen. Er beauftragte seine ältesten Kinder, auf den damals eineinhalbjährigen Kolja aufzupassen. Sie schoben den kleinen Kolja in einer Kinderkarre durchs Haus und ließen ihn von einem zum anderen rollen. Dann geschah das Unglück: Die Karre kippte und stieß gegen einen wackeligen Ofen. Auf dem Ofen stand ein Topf mit kochendem Wasser. Der Topf fiel hinunter und das heiße Wasser ergoss sich von oben über den kleinen Kolja.

Als die Eltern nach Hause kamen, fanden sie den schwer verletzten Kolja neben seinen unter Schock stehenden Geschwistern und der herbeigeholten Großmutter, die ebenfalls mit der Situation überfordert war, vor.  Die erste alarmierte Krankenwagenbesatzung drehte gleich wieder ab, überzeugt davon, dass man nichts für den Kleinen tun könne. Erst der zweite herbeigerufene Krankenwagen nahm ihn mit.
Chefarzt Dr. Harald Suchodoletz und KoljaWie durch ein Wunder überlebte Kolja, obwohl 30 Prozent seiner Körperoberfläche verbrüht waren. Er blieb 13 Monate im Krankenhaus, wurde 16 Mal operiert. Der Versuch, Haut zu transplantieren, misslang.

Das Gewebe vernarbte so stark, dass Kolja seinen Kopf, das linke Knie sowie seine linke Hand nur noch sehr eingeschränkt bewegen kann.

Die kleine Kirchengemeinde in Apostolow half der Familie, so gut es ging. Blut wurde gespendet, zwei Operationen bezahlt. Es wurde angeboten, Fahrten zu übernehmen. Aber das alles reichte nicht: Hilfesuchend wandte sich ein Pastor aus Apostolow an die Friedenskirche in Buchholz. Jugendpastor Daniel Reimers sah die Fotos von Kolja und wurde aktiv. Er knüpfte über die Harburger Anzeigen und Nachrichten Kontakt zum Harburger HELIOS Krankenhaus Mariahilf. Geschäftsführer Martin Rosebrock stellte den Fall Franzel Simon, Geschäftsführer der HELIOS Kliniken Region Nord, vor. Simon hielt Rücksprache mit den Chefärzten und entschied: Kolja wird in Schwerin behandelt! Die HELIOS Kliniken übernehmen die Kosten für diese umfangreiche humanitäre Aktion.

Die Hilfszusage gab der ukrainische Familie wieder neue Hoffnung. Am 5. Januar erreichten der inzwischen dreijährige Kolja und seine Mutter, die ihn während seines Aufenthaltes in Deutschland begleitet, die HELIOS Kliniken Schwerin. Hier erwartete sie ein fachübergreifendes Expertenteam, das speziell bei dieser Art von Verletzungen sehr erfahren ist.  Nach umfangreichen Untersuchungen stand fest: Es sind zahlreiche Operationen notwendig.

Zwischendurch in den OP-Pausen ist eine intensive physiotherapeutische Behandlung erforderlich. Außerdem muss Kolja eigens für ihn gefertigte Kompressionsanzüge tragen, die verhindern, dass das Narbengewebe übermäßig wuchert.
Insgesamt wird Kolja, vorausgesetzt, es treten keine Komplikationen ein, drei bis sechs Monate in Deutschland bleiben müssen. Die Hälfte der Zeit verbringen sie in der Klinik. In den Zwischenphasen sorgt Pastor Reimers aus Buchholz für die Unterbringung der beiden in Gastfamilien.
Finanzielle Unterstützung für diese Hilfe beträchtlichen Ausmaßes hat außerdem die Nordheim-Stiftung in Cuxhaven zugesagt.

Inzwischen hat Kolja seine erste und auch aufwändigste Operation gut überstanden. Prof. Dr. Dr. Reinhard Bschorer, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie an den HELIOS Kliniken Schwerin, hat in einer sechsstündigen Operation den Narbenzug auf den Kopf gelöst und den entstandenen Defekt mit Hilfe eines Transplantates vom Rücken gedeckt. In diesem Fall wurde nicht nur Haut, sondern auch Muskel- und Fettgewebe transplantiert. Trotz der Schwere des Eingriffs sind Kolja und seine Mutter sehr glücklich, denn: Kolja kann bereits jetzt seinen Kopf viel freier bewegen.

In wenigen Tagen dürfen Kolja und seine Mutter Olga Grakova die Klinik für einige Wochen verlassen, um Kraft zu tanken für die noch ausstehenden Operationen.


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