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IG BAU kritisiert fehlende Kontrollen in Schwerin

Stralsunder Zoll deckte 26 Mal schmutzige Praktiken in der Reinigungsbranche auf

Fassadenreiniger bei der Arbeit. Nicht immer jedoch geht es in der Branche sauber zu,
bemängelt die IG BAU. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen vom Zoll. (Foto: IG BAU)

Unsaubere Praktiken im Fokus: Der Zoll soll die Reinigungsbranche in Schwerin stärker in den Blick nehmen. Das fordert die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Nach Angaben der Gebäudereiniger-Gewerkschaft überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim zuständigen Hauptzollamt Stralsund im vergangenen Jahr 39 Reinigungsfirmen. Das Gewerbe machte damit lediglich 2,5 Prozent aller Arbeitgeber-Kontrollen im Bereich des Stralsunder Zolls aus.

„Das ist eindeutig zu wenig“, kritisiert Jörg Reppin. Nach Einschätzung des IG BAU Bezirksvorsitzenden liegt nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in der Reinigung noch immer „vieles im Argen“: Lohn-Prellerei, Steuerhinterziehung oder nicht gezahlte Sozialabgaben seien in der Region alles andere als eine Seltenheit, so die IG BAU. Das bestätige die aktuelle Bilanz des Stralsunder Hauptzollamtes: Demnach leitete die FKS im letzten Jahr 26 Ermittlungsverfahren in der Gebäudereinigung ein. Reppin: „Bei nur 39 geprüften Betrieben ist das eine ziemlich hohe Quote.“

Den Beamten sei dabei kein Vorwurf zu machen, betont der Gewerkschafter: „Die Kontrolleure leisten eine enorm wichtige Arbeit. Es sind jedoch schlicht zu wenige.“ 166 Mitarbeiter zählte die Stralsunder FKS nach IG BAU-Informationen Ende letzten Jahres. „Ohne eine kräftige Aufstockung kommen die Prüfer ihren Aufgaben nicht hinterher“, sagt Reppin. Fehlende Kontrollen verstünden Wirtschaftskriminelle regelrecht als Einladung, Recht und Gesetz zu umgehen.

Die Gewerkschaft beruft sich bei der Zoll-Statistik auf eine Auswertung des Bundesfinanzministeriums für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmeke. Danach sank die Zahl der Kontrollen in der Gebäudereinigung zwischen 2015 und 2016 bundesweit um 21 Prozent.

 

Quelle: IG BAU

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