IHK sieht Wirtschaftsentwicklung in Mecklenburg – Vorpommern gefährdet

„Die erneute Verschiebung der Fertigstellung des bereits für 1998 vorgesehenen Ausbaus des Eisenbahnprojektes Lübeck/Hagenow Land – Rostock – Stralsund (VDE Nr. 1) gefährdet massiv die erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung der vergangenen Jahre in Mecklenburg – Vorpommern“, schätzt Ulrich Unger, amt. Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, ein. Das Vertrauen der Unternehmer im Nordosten in die Verkehrspolitik der neuen Bundesregierung sei arg „ins Wanken“ gekommen.

Erst zu Beginn des Jahres hatte die IHK zu Schwerin gemeinsam mit der IHK zu Lübeck auf die brisante Situation zur Fertigstellung der geplanten zweigleisig auszubauenden und zu elektrifizierenden Eisenbahnstrecke zwischen Lübeck und Stralsund aufmerksam gemacht. Das Fehlen einer leistungsfähigen Eisenbahnverbindung im Gleisnetz zwischen Hamburg, Lübeck, Schwerin, Wismar, Rostock und Stralsund behindert aus Sicht der norddeutschen Wirtschaft die wirtschaftliche Entwicklung der Region. „Diese Eisenbahnverbindung ist nicht nur unverzichtbarer Bestandteil des Netzes der Hinterlandanbindungen für die deutschen Ostseehäfen, sondern gleichzeitig eine wichtige Komponente des Transeuropäischen Verkehrsnetzes“, kritisiert Unger.

Mit der von Fachleuten prognostizierten Zunahme der Gütertransportmengen bis 2025, die auch über die Ostseehäfen umgeschlagen werden muss, und mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in den osteuropäischen Ländern, insbesondere Russland, besitzt aus Sicht der IHK neben der Ostseeautobahn A 20 eben auch diese Eisenbahnstrecke herausragende Bedeutung.
„Wenn die Bundesregierung dieses Eisenbahnprojekt als Bestandteil der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit immer weiter hinauszögert, so wird die Bundesverkehrspolitik in zweifacher Hinsicht unglaubwürdig. Wir halten die Verzögerung bis ins Jahr 2025 für gänzlich unakzeptabel“, so Unger abschließend.


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