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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Im Blickfeld: Die Handwerkskammer Schwerin 2014/15

Nachgefragt bei Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim


Das Jahr 2014 war wirtschaftlich betrachtet eher ein schwieriges. Die Weltwirtschaft schwächelt weiterhin. Die strukturelle Krisen in den meisten europäischen Ländern sind längst nicht überwunden. Die deutsche Wirtschaft ist noch robust genug, um gegen den allgemeinen Trend eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Dennoch haben vor allem die kleineren bzw. mittelständischen Unternehmen mit Problemen zu kämpfen.

Und ist es um das wirtschaftliche Wachstum bei den Firmen und Unternehmen in der Region bestellt? Nach der IHK zu Schwerin fragte Schwerin Schwerin-News nun bei der Handwerkskammer Schwerin nach. Im Interview: Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim

„Blicken mit viel Optimismus und großem Selbstvertrauen auf 2015…“

Edgar Hummelsheim (Foto: Handwerkskammer Schwerin)Frage: „Handwerk hat goldenen Boden!“, lautet ein altes Sprichwort. Nur der Gold-Preis sinkt weltweit… Gilt das auch für die Entwicklung der hiesigen mittelständischen Betriebe oder ist noch alles „im grünen Bereich“?

Edgar Hummelsheim: Für unsere Handwerksbetriebe können wir auf der Basis der letzten Konjunkturumfrage sagen, dass es dem weitaus größten Teil gut geht. Der Geschäftsklima-Index ist auf Rekordniveau und mehr als 90 Prozent der befragten Betriebe haben ihre Situation als gut oder zufriedenstellend beschrieben. Auch der Ausblick auf den Winter ist positiv ausgefallen, Wir können daher keine Anzeichen für eine Abschwächung der Handwerkskonjunktur erkennen.

Frage: Bei verschiedenen Jubiläen und Festivitäten loben Bundes- und Landespolitiker stets die Rolle des Mittelstandes hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in M-V wie in ganz Deutschland. Ansonsten kümmert sich die Politik jedoch nur marginal um die wirklichen Probleme der Firmen… Wie beurteilen Sie die politischen Rahmenbedingungen in der Region für die Entwicklung der mittelständischen Betriebe?

Edgar Hummelsheim: Natürlich gibt es aus Sicht der Wirtschaft immer Dinge, die besser gemacht werden können. Handwerk und Mittelstand sind aber in den letzten Jahren deutlich stärker in den Fokus der Wirtschaftspolitik des Landes und des Bundes gerückt. Politische Rahmenbedingungen allein entscheiden aber ohnehin nicht über das Wohlergehen von Wirtschaft. Da kommen noch eine Menge anderer Faktoren hinzu. Für unsere Region ist die enge Anbindung der Wirtschaft an die Metropolregion Hamburg, zum Beispiel, ein ganz wesentlicher Faktor, der zum Erfolg vieler Unternehmen beiträgt.

Frage: Russland forderte mit seiner Expansionspolitik in jüngster Vergangenheit den Westen heraus, der vorher russische Sicherheitsinteressen außer Acht ließ. Die Folge sind nun gegenseitige Sanktionen, die beiden Seiten massiv schaden. Inwieweit sind die Unternehmen in der Region von den Russland-Sanktionen betroffen?

Edgar Hummelsheim: Wir wissen von einem Mitgliedsbetrieb, der in Kaliningrad eine Niederlassung betreibt, dass dort derzeit Stillstand herrscht. Darüber hinaus sind uns keine Fälle direkt betroffener Unternehmen bekannt. Über indirekte Auswirkungen, zum Beispiel auf Zulieferbetriebe im Handwerk, ist uns bisher nichts bekannt.

Frage: Ein Diskussionsthema ist stets das vom Fachkräftemangel, von dem ja allerdings nur ganz spezielle Bereiche betroffen sind. Es werden ja nun nicht gerade Kunsthistoriker, Soziologen, „Beamte“ oder Friseurinnen „händeringend“ gesucht – oder?

Edgar Hummelsheim: Für die drei erstgenannten Berufsgruppen können wir keine Aussagen treffen. Bei den Friseurinnen und Friseuren jedoch ist – wie in vielen Handwerksberufen – tatsächlich ein Fachkräftemangel zu verzeichnen. Da die Zahl der Schulabgänger bereits seit fünf Jahren stark rückläufig ist, hat sich dies auch auf die Ausbildungszahlen ausgewirkt. Hinzu kommt, dass in den Jahren zuvor gerade im Handwerk stark über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet wurde, um möglichst vielen jungen Menschen eine berufliche Basis zu schaffen. Von diesen sind nach der Ausbildung viele abgewandert, die heute als gut ausgebildete Fachkräfte fehlen.

Frage: Ein Blick in die “Kristallkugel”: Wie sieht die wirtschaftliche Prognose der Handwerkskammer Schwerin für das Jahr 2015 aus?

Edgar Hummelsheim: Hellsehen gehört nicht zu unseren Aufgaben und angesichts vieler europäischer und geopolitischer Unwägbarkeiten ist eine derart langfristige Einschätzung auch kaum möglich. Auf dem Höhepunkt der europäischen Wirtschaftskrise hat sich aber gerade das Handwerk in Deutschland als besonders robust und wenig anfällig erwiesen, so dass wir allen Grund haben, mit viel Optimismus und großem Selbstvertrauen in das kommende Jahr zu blicken.

Vielen Dank und ein erfolgreiches Jahr 2015!
Die Fragen stellte Marko Michels


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