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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Im Blickpunkt: Die SSC-Volleyballerin Berit Kauffeldt

Die junge Schweriner Volleyballspielerin hofft auf die WM 2010 …

Vor Jahresfrist, am 26.Juli 2009, gab es ausgelassenen Jubel bei der U20-Auswahl der jungen Volleyball-Damen aus Deutschland. Mit 3:0 besiegten das DVV-Team, unter anderem mit den Schwerinerinnen Berit Kauffeldt, Janine Völker und Anja Brandt, die Dominikanische Republik – und sorgten damit für den ersten Juniorinnen-WM-Titel. Die Freude war grenzenlos – insbesondere auch bei Berit Kauffeldt, die zuvor bereits deutsche Meisterin mit dem Schweriner SC feierte. So sollte es eigentlich für für die Schwerinerin Berit Kauffeldt, Jahrgang 1990, die 2009 auch Nachwuchssportlerin in MV wurde, weiter gehen.

Großereignisse, wie der Grand-Prix-Wettbewerb oder die Volleyball-WM der Damen in Japan vom 29.Oktober bis 14.November lockten …
Jedoch: Eine Verletzung stoppte die positive Entwicklung von Berit Kauffeldt jäh. Ein Riss der Beugesehne im fünften Finger beendete die Grand-Prix-Hoffnungen der jungen Volleyballerin des SSC. Die WM-Hoffnungen des Volleyball-Talentes  aus der Landeshauptstadt MV 2010 bleiben jedoch bestehen.

Nachgefragt bei Berit Kauffeldt

„Der Volleyballsport ist meine Leidenschaft …“

Frage: Berit, Sie gehören zu den hoffnungsvollsten Talenten im deutschen Volleyballsport, bewiesen ihre Klasse mit zahlreichen nationalen und internationalen Erfolgen und gehörten eigentlich auch zu den aussichtsreichsten Spielerinnen auf einen festen Platz im National-Team. Nun diese Verletzung. Wie kam es dazu?

Berit Kauffeldt, ein super Talent des VolleyballsportesBerit Kauffeldt: Das passierte gleich beim ersten Lehrgang der Nationalmannschaft in Heidelberg im Hinblick auf die neue Saison mit Grand Prix und WM – es war der 3.Juni. Ich widmete mich dem Block-Training, der Ball prallte unglücklich gegen die Hand und dabei riss die Beugesehne des fünften Fingers. Es konnte nicht gleich eine konkrete Diagnose gegeben werden, dazu war der Finger zu sehr angeschwollen. Es konnte jedoch festgestellt werden, dass der Knochen unverletzt blieb. Als die Schwellung dann zurückging, wurde deutlich, dass ich das oberste Finger-Gelenk nicht bewegen konnte. Die weitere Untersuchung brachte dann die Diagnose „Riss der Beugesehne am 5.Finger“ mit sich.

Frage: Im August steht der Grand Prix, mit der Finalrunde in China, im Mittelpunkt. Im Herbst (Oktober/November) folgen dann die Welt-Titelkämpfe in Japan, wobei die WM für Sie noch „im Blickfeld“ ist. Wie schmerzvoll ist die verletzungsbedingte Nicht-Teilnahme an der WM-Generalprobe, dem Grand Prix, für Sie? Gibt es hoffnungsvolle Signale des Bundestrainers Giovanni Guidetti, Sie – falls es die Fingerverletzung zulässt – dennoch mit zur WM zu nehmen?

Bleibt optimistisch: Berit KauffeldtBerit Kauffeldt: Es ist schon sehr bitter, dass ich beim Grand Prix, an dem ich in den letzten beiden Jahren teilnahm, dieses Jahr nicht mitmachen kann. Es war für mich eine tolle Erfahrung. Ich konnte volleyballsportlich eine Menge Erfahrungen sammeln, zudem reist man viel, lernt neue Kulturen kennen. Man erlebt sehr viel, allerdings ist es auch enorm anstrengend. Ich wäre jetzt gern beim Team …

Was die Signale vom Trainer betrifft: Es ist auf jeden Fall so, dass ich noch einmal zur Mannschaft stoßen werde, um feststellen zu können, ob ich sportlich nach meiner Verletzung schon wieder fit bin. Bei mir ist es ja so, dass ich seit Juni kein Ball-Training mehr bestreiten konnte, daher muß ich selbst einmal sehen, wieweit mich diese Verletzung zurückgeworfen hat.

Frage: In der Vergangenheit kamen große Sportlerinnen trotz schlimmer Verletzungen gestärkt zurück. Das beste Beispiel ist dabei die alpine Ski-Rennläuferin Maria Riesch, die 2005 u.a. zwei Kreuzbandrisse hinnehmen musste. Wie bewältigen Sie Ihre Enttäuschungen?

Zwei Ball-Künstlerinnen: Handballspielerin Steffi Laas von der TSG Wismar und Volleyballspielerin Berit KauffeldtBerit Kauffeldt: Im ersten Augenblick war ich schon etwas schockiert, aber es war ja eigentlich nur eine Fingerverletzung. Normalerweise reicht ja die Behandlung mit Tape, aber dieses Mal war es augenscheinlich schlimmer. Am Abend des 4.Juni wurde es deutlich, da ich den Finger nicht bewegen konnte. Und da kam dann schon eine riesige Entäuschung auf, da ja die Saison-Ziele in Gefahr gerieten. In der Folgezeit fehlte mir das Training dann schon sehr, der Volleyballsport ist nun einmal meine Leidenschaft. Ich versuchte jedoch trotz aller Widrigkeiten auch das Positive in dieser Situation zu sehen: Es ist nun gerade Sommer und da etwas Freizeit zu haben, kann auch Gutes bewirken. Ich hatte Zeit, für mein Bachelor-Fernstudium der Psychologie an der FU Hagen zu lernen, absolvierte Krafttraining im wirklich tollen neuen Fitnessraum in der neuen Volleyballhalle und auch mein Freund, Peter Niepagen (zweiter Handball-Torwart beim Bundesliga-Zweitligisten Post Schwerin – Anm.d.R.), fing mich auf. Unterkriegen lasse ich mich von dieser Verletzung keineswegs, ich bin weiterhin hoch motiviert.

Frage: Mit Nadja Schaus, Anja Brandt und Denise Hanke sind gleich drei Spielerinnen des Schweriner Sportclubs im Nationalmannschaftskader für den Grand Prix im August. Wie beurteilen Sie die Chancen der deutschen Mannschaft dort?

Berit Kauffeldt: Ich bin fest davon überzeugt, dass das Team die Finalrunde wieder erreichen wird. Im letzten Jahr haben wir es geschafft und auch 2010 sollte dieses erneut möglich sein. Die Mannschaft kann sich enorm steigern und sollte auch in diesem Jahr eine gute Rolle spielen. Die einzelnen Gruppen sind auch okay. Das müsste eigentlich etwas werden.

Frage: Werden Sie die Grand Prix-Spiele des deutschen Teams – trotz Ihrer Verletzung nd der damit verbundenen Enttäuschung – intensiv verfolgen?

Berit Kauffeldt: Mich interessieren die Ergebnisse ungemein, da fiebert man in Gedanken schon mit. Aber die Spiele live zu verfolgen, das tut dann schon weh. Das ist ähnlich wie in anderen Sportarten. Auch die deutschen Fußballspieler schauten sich nach dem Ausscheiden im Halbfinale das WM-Finale nicht an, weil der Schmerz über die verpasste Chance zu groß war. Da sind Sportlerherzen nun einmal sehr verletzlich. Aber ich drücke dem Team im Grand Prix natürlich die Daumen, aber bei den Partien zuzusehen, dass wäre dann doch deprimierend …

Dann alles erdenklich Gute, eine bestmögliche Genesung und eine Berücksichtigung für die WM!

Text und Fotos Marko Michels


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