Im Rückblick: Die Deutschen Meisterschaften im Frauen-Boxen

Starke Kämpferinnen aus Schwerin und ganz M-V

Die Deutschen Meisterschaften im Boxsport der Frauen, Jugend und Juniorinnen in Plön fanden am vorletzten November-Wochenende statt. In den Finals standen auch fünf Faustkämpferinnen, die für MV boxen oder „sportliche Verbindungen“ zu MV haben.

Die Final-Ergebnisse der M-V-Boxerinnen: Bei den Juniorinnen bis 45 Kilogramm gewann Bjondina Dermaku (Thüringen) gegen die Mecklenburgerin Dominique Göhrlich mit 20:8. Juniorinnen bis 48 Kilogramm – Marie Maciejewskie versus Anna Steindorfer (Bayern) 21:6, Juniorinnen bis 57 Kilogramm – Elisabeth Wohlgemuth versus Jule Lacher (Baden-Württemberg) 20:9, Jugend bis 51 Kilogramm – Maria Hamel (Hamburg, am Landesleistungszentrum Schwerin trainierend) versus Selin Korkmaz (Nordrhein-Westfalen) 20:14 und Jugend bis 51 Kilogramm – Justine Möhrl, die im „M-V-Derby“ im Halbfinale Gabriele Hinz mit 18:3 bezwungen hatte, versus Diana Hörrmann (Baden-Württemberg) durch RSC 2. Runde.

Drei Finalsiege für drei „offizielle M-V-Faustkämpferinnen“ – auf den ersten Blick ein hervorragendes Ergebnis. Aber: Was sind diese Erfolge tatsächlich wert? In einigen Gewichtsklassen waren die Teilnehmerinnen-Zahlen nämlich sehr überschaubar…

Nachgefragt bei Christian Morales, dem Landestrainer im Boxsport M-V

„Unsere Kämpferinnen boten herausragende Leistungen …“

Frage: Die Deutschen Meisterschaften im Boxsport der Juniorinnen, der weiblichen Jugend und der Frauen sind schon abgeschlossen. Wie lautet Ihr Resümee?

Christian Morales: Es hat sich auch hier gezeigt, was sich schon bei der EM der U17/U19 in Polen angedeutet hatte. Das Niveau der einzelnen Kämpfe ist gestiegen. Es wurde in Plön guter Boxsport gezeigt, auch wenn es die Teilnehmerzahlen vielleicht nicht vermuten lassen. Gerade in den Nachwuchs-Altersklassen waren einige Talente zu sehen.

Frage: Für M-V gab es dreimal Gold – allerdings hatten einige Boxerinnen nicht gerade viele Fights. Wie viele Einsätze hatten die M-V-Faustkämpferinnen konkret? Was sind deren Erfolge wert?

Christian Morales: Alle drei Deutschen Meisterinnen mussten zweimal in den Ring steigen, um den Titel zu holen. Auch unsere vierte Meisterin Maria Hamel musste zweimal gegen starke Konkurrenz in den Ring.

Was ihre Erfolge wert sind, wurde durch die abschließenden Ehrungen nach allen Finalkämpfen deutlich: Marie und Justine  wurden als beste Technikerinnen ihrer Altersklasse ausgezeichnet und Maria wurde zudem als beste Kämpferin geehrt. Die Anerkennung ihrer Leistungen ist hoch und ihre Siege waren absolut überzeugend und stark herausgeboxt. Insgesamt stiegen Athletinnen, die aus M-V stammen oder in MV trainieren, zwölfmal in den Ring und konnten diesen achtmal als Siegerinnen wieder verlassen.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass mit Jaqueline Pollex und Sarah Scheurich krankheitsbedingt zwei Top-Titel-Anwärterinnen gefehlt haben, sieht man, dass die Entwicklung im Frauen-Boxen in MV deutlich nach oben zeigt. Dieses ist ein Resultat der kontinuierlichen und sehr guten Arbeit in den Vereinen und am Leistungszentrum.

Frage: Was sind nun die großen Herausforderungen, auch international, für die M-V-Boxerinnen 2013 – im Hinblick auf Deutsche Meisterschaften und Turniere hierzulande sowie WM/EM?

Christian Morales: Ich denke, dass langsam alle unsere Philosophie verstanden haben und mitgehen. Wir wollen immer oben angreifen und Leistung erzielen. Danach richten wir alles aus. Dementsprechend werden auch unsere Ziele für 2013 aussehen. Wir wollen mit unseren Mädels wieder international vertreten sein und um Medaillen kämpfen. Des Weiteren möchten wir mit unseren Sportlerinnen auch national die Spitze weiter mitbestimmen.

Dann ein erfolgreiches Box-Jahr 2013!

Marko Michels


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