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„Integration geht uns alle an!“ – Öffentliches Forum in Schwerin

Forum im Bürgerzentrum des Mehrgenerationenhaus des Internationalen Bundes machte viele Aspekte deutlich

Mueßer Holz. „Integration geht uns alle an!“- unter diesem Thema fand ein öffentliches Forum im Bürgerzentrum des Internationalen Bundes in der Keplerstraße statt, an dem Mitglieder des Netzwerkes Migration der Landeshauptstadt Schwerin, soziale Träger sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil und darüber hinaus teilnahmen. Eingeladen zu diesem Dialog hatte die Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der SPD-Bundestagsfraktion.

„Chancengleichheit für alle Menschen ist kein Geschenk sondern eine Gestaltungsaufgabe. Das Ziel der Arbeit des Internationalen Bundes, der seit 23 Jahren in Schwerin besteht, ist Förderung der internationalen Gesinnung und des Gedankens der Völkerverständigung mit sozialer und erzieherischer Bildungsarbeit“, sagte Einrichtungsgeschäftsführer Dr. Ludwig Anders und hob hervor, dass diese Arbeit Einheimischen und Menschen mit Migrationshintergrund gleichermaßen gilt. Er verwies auf eine Vielzahl von Projekten in seiner Einrichtung, die zur Verbesserung der Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund auf dem Arbeitsmarkt beigetragen haben, die gute Zusammenarbeit mit Migrantenvereinen und den Ausbau von Begegnungsmöglichkeiten mit Projekten im Mehrgenerationenhaus des Internationalen Bundes. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker hob hervor, dass für diese Veranstaltung ganz bewusst der Stadtteil Mueßer Holz ausgewählt worden sei, um zu sehen, welche Signale es für ein friedliches Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion gibt.
Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der SPD-Fraktion, betonte den Unterschied zwischen statistischer, gelebter und gefühlter Integration. Manuela Schwesig, Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, machte deutlich, dass es eine Aufgabe ist, für eine Willkommenskultur zu sorgen. Die Ausführungsbestimmungen zur Anerkennung von beruflichen Abschlüssen von Menschen mit Migrationshintergrund werden voraussichtlich zu Beginn des neuen Jahres in Kraft treten.

„Sowie man das Wort Integration in den Mund nimmt, wird es in der Regel nach wie vor mit den Angelegenheiten von Menschen mit Migrationshintergrund in Verbindung gebracht“, sagte Dimitri Avramenko, Integrationsbeauftragter der Landeshauptstadt Schwerin. „Wenn wir aber Integration als einen zweiseitigen und dadurch einheitlichen Prozess betrachten, wäre die Frage der gelungenen Integration bei der Aufnahmegesellschaft genauso berechtigt.“. Eine Begegnung, ein Aufeinander zukommen, ein Dialog und ein sich besseres Kennenlernen seien unstrittig wesentliche Elemente, die dazu beitragen, Informationsdefizite bei Einheimischen abzubauen. Er berichtete von seinen Erfahrungen mit Seniorengruppen, bei denen er positive Aha-Effekte erlebte. Den Pflegedienst Teresa mit dem Seniorenheim nannte er als Beispiel für erfolgreiche Existenzgründung von Menschen mit Migrationshintergrund, die allen Bewohnern des Stadtteiles und darüber hinaus zugute kommt.  60 Prozent der in diesem Pflegeheim betreuten Menschen sind Einheimische, die mit dem Service des Hauses zufrieden sind. Davon konnten sich die Veranstalter bei einem Besuch in der Einrichtung überzeugen.

Grit Schäfer vom Diakonischen Werk machte in der Auswertung der von ihr durchgeführten aktivierenden Einwohnerbefragung in den Stadtteilen Neu Zippendorf und Mueßer Holz deutlich, dass 80 Prozent der Einheimischen Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund haben. Gewünscht seien noch mehr gemeinsame Aktivitäten, Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit mit mehr Informationen für die einheimische Bevölkerung  und als Vision ein großes interkulturelles Kulturzentrum.

In der Diskussion ging es um Fragen der verbesserten Information der Bevölkerung über Fragen der Aufnahme von Asylsuchenden. Bei Konflikten an Schulen werde von den Schulsozialarbeitern erwartet, dass sie sich des Themas annehmen. Erwartet wird auch eine Verbesserung der Willkommenskultur im Ort. Ein weiterführender Gedanke wäre die Umstrukturierung der Ausländerbehörde in ein Willkommenszentrum für Zugewanderte. Wo Hemmnisse sind, machte das Beispiel einer 55-jährigen Zugewanderten deutlich. Da sie eine russische Rente bezieht, ist für sie hier nicht das Jobcenter sondern die Sozialhilfe zuständig. Dadurch hat sie keine Chance, hier sich um eine Arbeit zu bemühen, was unverständlich sei, da in Deutschland das Renteneintrittsalter auf 67 Jahren angehoben wird.

raib


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