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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Jahresbericht Schuldnerberatung 2009

Schuldnerberatung Lichtblick des Diakoniewerks Neues Ufer gGmbH stellt Jahresbericht  2009 vor

Situation bleibt weiter angespannt

Jeder fünfte Haushalt überschuldet

Auch im Jahr 2009 war die Beratungsnachfrage sehr hoch. Die Anzahl der Ratsuchenden ist  weiter gestiegen und überschreitet nach wie vor die Aufnahmemöglichkeiten der einzigen als geeignet anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle der Landeshauptstadt, Schwerin.

Mit Beginn des Kalenderjahres 2010 wurden 640 Klienten in der Schuldnerberatung des Neuen Ufer  betreut. Trotz einer Steigerung der  Neuaufnahmen und Kurzberatungen gegenüber dem Vorjahr, erhöhte sich auch die Zahl der Wartenden auf einen Erstberatungstermin. Die Wartezeit auf einen persönlichen Beratungstermin für die Ratsuchenden betrug im vergangenen Jahr zwischen 9 und 12 Monaten. Jeder fünfte private Haushalt in Schwerin ist statistisch gesehen überschuldet. Die ermittelte Überschuldungsquote der privaten Haushalte in der Landeshauptstadt Schwerin stieg damit wieder leicht an auf nunmehr 23,1%. „Auf die steigende Anzahl überschuldeter Haushalte haben wir keinen Einfluss, deshalb konzentrieren wir uns auf unsere fachlichen Möglichkeiten der Unterstützung und versuchen diese im Sinne der Betroffenen zu optimieren“, so der Leiter der Beratungsstelle Lichtblick Siegfried Jürgensen.

Anzahl erfolgreicher Einigungen steigt erneut

So konnte sowohl die Zahl der außergerichtlichen Einigungsversuche im Sinne der Insolvenzordnung, als auch die Anzahl der Verbraucherinsolvenzanträge gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Noch wichtiger ist jedoch die stetig wachsende Zahl der erfolgreichen Einigungsversuche. Bei ¾ aller beendeten Fälle des Jahres 2009 konnte eine positive Lösung im Sinne einer Entschuldung, Gesamt- oder Teilregulierung bzw. Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahren erreicht werden. Bei den übrigen Fällen musste die Betreuung wegen fehlender Mitwirkung und Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Klienten durch die Beratungsstelle beendet werden.


Schuldenberg beträgt 14,2 Millionen Euro

Im Durchschnitt wurden 14 Forderungen in Höhe von 22.055 Euro gegen jeden der 180 neu aufgenommenen Klienten geltend gemacht. Damit waren es insgesamt 2.455 Verbindlichkeiten und ein Schuldenberg von rund 3,97 Millionen Euro. Die größte Schuldenart ergibt sich mit über 45% auch 2009 wieder aus Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Banken.

Der Schuldenberg aller am Ende des Jahres 2009 durch die Beratungsstelle betreuten 640 Klientinnen und Klienten beträgt rund 14,2 Millionen Euro, verteilt auf 6.307 Verbindlichkeiten.

Die 180 neu in Betreuung aufgenommenen Klienten hatten 78 % mehr Einzelverbindlichkeiten als die neuen Klienten des Vorjahres. Dies führte zu einem gestiegenen Arbeits- und Zeitaufwand, der sich auch im Umfang der Korrespondenz widerspiegelte. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr betrug hier 44 %. Problematisch: Die gemeinsame Lösungssuche wird mit steigender Gläubiger- und Forderungsanzahl in der Regel ebenfalls schwieriger, da mehr Einzelinteressen zu berücksichtigen sind.

Das „Pfändungsschutzkonto“ kommt

Für das Jahr 2010 wartet eine neue Herausforderung auf die Mitarbeiter der Beratungsstelle.

„Mit der im Jahre 2009 verabschiedeten Reform des Pfändungsschutzes wird das so genannte Pfändungsschutzkonto („P-Konto“) zur Mitte des Jahres 2010 eingeführt. Auf den damit verbundenen zusätzlichen Bedarf werden wir uns vorzubereiten haben“, so Jürgensen. Erwartet wird zumindest in der Anfangsphase eine stärkere Frequentierung durch Ratsuchende, die sich die Unpfändbarkeit ihres Einkommens bescheinigen lassen wollen. Denkbar ist aber auch, dass die Anzahl der Kontopfändungen mit der Zeit rückläufig sein wird. Wann dieser mögliche Rückgang einsetzt, hängt  davon ab, wie sich die Rechtsprechung und Praxis entwickelt. Die positiven Erwartungen an die Einführung des „P-Kontos“ sind indessen groß: erwartet wird eine eindeutige Verbesserung für die Lebenssituation vieler überschuldeter Haushalte. Diese werden durch Kontopfändungen bisher in ihrem Existenzminimum bedroht  und durch Kündigung der Konten nicht selten vom bargeldlosen Zahlungsverkehr ausgeschlossen.

Juliane Deichmann


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