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Johannes-Stelling-Preis: Nominierungen stehen

Dr. Norbert Nieszery: Auswahl fiel bei 19 sehr guten Vorschlägen äußerst schwer

Dr. Norbert Nieszery (Foto: SPD)Am 22. Juni verleiht die SPD-Landtagsfraktion zum elften Mal den Johannes-Stelling-Preis für Zivilcourage, ehrenamtliches Engagement und engagiertes Eintreten gegen Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Eine fachkundige Jury, bestehend aus dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Norbert Nieszery, dem Rechtsextremismus-Experten der SPD-Fraktion Julian Barlen, dem Vorsitzenden des Landesseniorenbeirates, Bernd Rosenheinrich sowie Friedhelm Heibrock, Geschäftsführer des Landesjugendrings MV, hat dafür drei geeignete Kandidaten nominiert.

„Die Jury konnte aus einer Vielzahl von sehr guten Vorschlägen auswählen. Das verdeutlicht eindrucksvoll, das es überall in unserem Land Einzelpersonen, Vereine oder Institutionen gibt, die sich für Demokratie, ein friedliches Zusammenleben und die Integration von Flüchtlingen einsetzen“, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Norbert Nieszery heute in Schwerin.

Insgesamt sind 19 verschiedene Vorschläge eingereicht worden. Nieszery: „Der Jury ist die Auswahl der drei Nominierten sehr schwer gefallen. Viele hätten es verdient, gewürdigt zu werden. Die drei Kandidaten stehen somit auch stellvertretend für das starke zivilgesellschaftliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger in unserem Land.“

Wer von den drei Nominierten den mit 2.000 Euro dotierten Johannes-Stelling-Preis erhält, wird im Rahmen der feierlichen Preisverleihung am Mittwoch, den 22. Juni um 18.00 Uhr im Schweriner Schloss bekannt gegeben.

 

Folgende drei Vorschläge wurden von der Jury ausgewählt:

Das Netzwerk für Flüchtlinge Parchim wurde im August 2015 gegründet und hat inzwischen 110 MitstreiterInnen. Schwerpunkte des Netzwerks sind die präventive Arbeit gegen Fremdenfeindlichkeit und die Soforthilfe für Flüchtlinge, z.B. durch die Lebensmittelversorgung und Kleiderkammer. Daneben leistet das Netzwerk Hilfe bei täglichen Behördengängen, der Familienzusammenführung, der Einrichtung der Wohnung oder der Aufarbeitung von Traumata. Das Netzwerk bietet aber auch Deutsch- und Sportkurse sowie Musikalisches an. Mit diversen Kampagnen wirbt das Netzwerk öffentlichkeitswirksam für Integration und ein antirassistisches Klima in Parchim: Lichterketten wie „Lichter für Syrien“, die Kampagne „Not in my name“ und die Fotoaktion “Wenn aus Fremden Freunde werden“.

Dieter Schäfer war über 50 Jahre Boxer bzw. Trainer und baute in der SG03 Ludwigslust/Grabow die Abteilung Boxen auf. In seinen Trainingsgruppen waren, unbeeindruckt von Protesten einiger rechtsgesinnter Familien, jedes Kind willkommen, insbesondere auch Flüchtlinge und Zuwanderer aus Osteuropa. Im Sport sah Schäfer immer einen umfassenden Integrationsgedanken. So setzte er sich stets für einen offenen Umgang mit und zwischen Kindern und Jugendlichen aus rechten, sozial schwachen oder zugewanderten Familien ein. Über den Sport hinaus hatte und hat Dieter Schäfer für alle Probleme ein offenes Ohr, machte als Trainer wenn nötig sogar Hausbesuche. Der inzwischen 76-Jährige ist strikt gegen Gewalt als Lösung von Konflikten und hat dies seinen boxenden Zöglingen eindrucksvoll vorgelebt und seinen Nachfolgern als Maxime hinterlassen.

Der Verein Willkommenskultur Torgelow wurde 2013 von Harald Rinkens als Initiative für Integration und Weltoffenheit gegründet. 2015 wurde daraus ein Verein, der auf rein ehrenamtlicher Basis neben Deutschkursen und einer ersten Orientierung in der Stadt unter anderem auch die Vermittlung in Praktika, Ausbildung und Arbeitsstellen anbietet. Zum Vereinsleben gehören zudem gemeinsame Freizeitaktivitäten und die Einrichtung von Patenschaften, um Flüchtlinge auch über längere Zeiträume effektiv zu unterstützen. Der europäische Fernsehsender ARTE widmete der Initiative bereits eine Kurzreportage und titelte: „Vorpommern will weg vom braunen Image. Torgelow macht vor, wie es geht.“

 

Quelle: SPD-Landtagsfraktion MV


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