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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Landeshauptstadt mit sonnigem Programm im grauen Herbst

Zwischen Literaturtagen, Kulturnacht, Party`s und Halloween

Herbstzeit ist „Blätterzeit“, Regenzeit, Sturm- und Drangzeit, ja mitunter Zeit der Depressionen angesichts „grauer Wolken“. Zeit des Nachdenkens …

Wie schrieb schon Rainer Maria Rilke in seinem Herbsttag melancholisch: … „ …Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.  Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben …“

Ja, der Herbst – diese unangenehmste aller Jahreszeiten …
Nicht so jedoch in Schwerin. Wenn alle über das stete „Grau in Grau“ klagen, die ewig dunklen Tage bedauern, die morbide Atmosphäre dazu, dann „stemmen“ sich die Schwerinerinnen und Schweriner dagegen, dann gibt es „Süßes gegen Saures“, notfalls „195 Thesen gegen Depressionen“ und jede Menge Kultur und Party`s …
Schwerin steht gegen den Trend.

So geht der Oktober mit einem imposanten Sinfoniekonzert im Mecklenburgischen Staatstheater in das Finale. Vom 25. bis 27. Oktober gibt es das zweite Sinfoniekonzert der Spielzeit 2010/11 mit Werken von Brahms, Szymanowski und Beethoven unter der musikalischen Leitung von Fabrizio Ventura und der Solistin: Latica Honda-Rosenberg (Violine).

Und wie Rilke schon riet, wird in der Landeshauptstadt während der 15. Literaturtage auch gelesen, was die Bücher hergeben: So wurde am 24. Oktober in der Stadtbibliothek Schwerin würdig der „Tag der Bibliotheken“ mit Musik und Literatur gefeiert. Und so geht es weiter …

Dr. Karsten Dümmel wird am 25. Oktober sein Werk „Nachtstaub und Klopfzeichen“ oder „Die Akte Robert“ vorstellen. Am 28. Oktober folgt Prof. Dr. Steffen Martus mit den „Brüdern Grimm“ und am 2. November Moritz Rinke mit „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“. Alle Autoren sind noch in den goldenen 1960ern geboren und sind zu Gast im Schleswig-Holstein-Haus – interessante Lese-Kost garantiert.

Eine vielversprechende Thematik erwartet den interessierten Schweriner auch am 26. Oktober im Haus der Kultur. Dort wird im Rahmen einer Urania-Veranstaltung Udo Binner in einem Multimediavortrag über die „Gesichter“ Indiens referieren. Indien, die atemberaubende Geschichte des Rekord-Hockey-Olympiasiegers und nicht minder beeindruckende Entwicklung einer Weltmacht von morgen, wird in neuen Facetten einem wissbegierigen Publikum näher gebracht. Doch die Urania will nicht nur an Indien erinnern, sondern widmet sich am 28. Oktober in einem Dia-Vortrag von Walter Thiel wieder im Haus der Kultur unseren Greifvögeln. Ja, von der Urania gibt es schon seit Jahrzehnten Geistreiches auch in Schwerin …

Märchenhaftes wird den kleinen Kultur-Fans hingegen am 26. Oktober geboten. So wird das „Märchen vom Bernsteinfisch“ im E-Werk ab 9.30 Uhr sicherlich viele junge Zuschauer finden.

Ein extrem vielseitiges Programm bietet in der letzten Oktober-Woche zeigt auch das Theater. Unter anderem Ballett-Abende („Carmen“, „Giselle“), Schauspiel („Hamlet“), „Steh-auf-Comedy“ zur Thematik „Mann in Not“ im werk3 oder am letzten Oktober-Tag der „Talk im Theater“ mit Karin Gustmann (Moderatorin) und Rolf Petersen (Direktor der Fritz-Reuter-Bühne) im Konzertfoyer – da sollte doch für jeden Theater-Geschmack etwas dabei sein.

Eine lustige „Emmi- und Willnowsky-Show“ erwartet den lachfreudigen Schweriner am 30. Oktober in den altehrwürdigen Gemäuern des Speichers. Durchaus gelacht, aber noch mehr geschwoft wird am gleichen Tag bei der 26. Pioneer alpha in der Sport- und Kongreßhalle. Zu bestem Techno-Beat werden nicht nur Parkett und Tanz-Sohlen vibrieren, sondern neben den „Blättern“ von den Bäumen, auch „die Ohren von den Köpfen fliegen“. Tausende Party-Wütige werden sicher wieder eine Mega-Party zelebrieren. Große Kunst und Kultur wird in der gleichen Nacht bei der 10. Schweriner Kunst- und Museumsnacht zudem zelebriert. Tja, wer die Wahl hat, hat die Qual.

Am 31. Oktober stehen noch drei große Anlässe vor der Tür: Einerseits viele kleine „Geister“ und „Gespenster“ mit Körben und Tüten vor der Haustür – also Bonbon, Schokolade, Kekse und Kuchen bereit halten, bevor es „Säuerliches“ gibt – anderseits „Martin Luther mit seinen 95 Thesen“ – es ist ja auch Reformationstag. Da droht ein Groß-Event fast unterzugehen: Es ist ja auch „Uhrentag“, an dem sich jeder fragt, muß ich nun den Zeiger zwei Stunden vorstellen, drei Stunden zurück, soll ich an der Uhr gar nicht drehen oder den Wecker gleich im Pfaffenteich versenken. Das alles ist natürlich überflüssig.

Es „muß“ in den frühen Morgenstunden des 31. Oktober nur um drei Uhr aufgestanden werden, und die Uhr um eine Stunde zurückgestellt werden. Dann klappt es auch Montagfrüh mit dem rechtzeitigen Aufstehen. Aber da feiern insbesondere die Schweriner katholischen Glaubens bereits ihr „Allerheiligen“.

Und so geht es weiter: am 6. November kommt der legendäre Peter Orloff und der Schwarzmeer-Kosaken-Chor in die Schelfkirche, vorher am 1.11. – ganz in der Nähe Schwerins – tritt in Hamburg die hinreißende Katie Melua auf, dann folgt der „Beginn der 5. Jahreszeit“ am 11.11. um 11.11 Uhr, auch die MV-Jecken und Karl-Heinz Krüger aus Schwerin sind schon in den Startlöchern, am 12.11. wird die Nacht dank der offiziellen TheaterThekenNacht nur kurz, die Erntedankfeste sind nicht nur vergessen sowie am 24. November beginnt der Schweriner Weihnachtsmarkt (Der Rostocker Weihnachtsmarkt, der größte in Norddeutschland, startet am 25. November.) – und spätestens ab dann sollte der „Wettlauf“ um die schönsten Weihnachtsgeschenke beginnen.

Übrigens … Am 6. November kommt berühmter Besuch aus Prag ins Kino CAPITOL in Schwerin. Spejbl und Hurvinek werden ihre Ansichten zur Zeit wieder einmal zum Besten geben und können auf eine lange Lebenserfahrung zurückblicken. Im Jahr 1919 wurde Spejbl „geboren“, 1926 folgte Hurvinek.

Das Jahr 2010 – auch in Schwerin im Endspurt.
Und immer wieder fragt man sich aufs Neue: „Wo ist das Jahr geblieben?“ Aber wie meinte schon Wilhelm Busch: „Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit.“

Marko Michels


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