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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Meisterwerke der Moderne: Konzert im Museum am 5. Juni

Volker Ahmels und Friederike Haufe spielen Klavierstücke von Robert Schumann, Arnold Schönberg, Erwin Schulhoff, Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono

Das Staatliche Museum Schwerin präsentiert in seiner Reihe „Rendevous“ am Donnerstag, dem 5. Juni, von 18 bis 20 Uhr ein Klavierkonzert mit Volker Ahmels und Friederike Haufe. Das Klavierduo spielt Werke von Schumann, Schönberg, Schulhoff, Stockhausen und Nono und nimmt damit Bezug auf die aktuelle Ausstellung „Die Revolution der Romantiker. FLUXUS made in USA“.

Meisterwerke der Moderne:

Arnold Schönbergs Sechs Stücke für Klavier zu vier Händen ist ein frühes Werk des Komponisten. Es erweist sich als eine Folge von Charakterstücken und Tanzsätzen im Schubertschen Stil.

Robert Schumanns Zyklus Bilder aus Osten, sechs Impromptus op.66 ist angeregt durch Friedrich Rückerts „Makamen“ (Erzählungen nach dem Arabischen des Hariri), in deren Mittelpunkt der türkische „Abu Seid, – den man unserem deutschen Eulenspiegel vergleichen könnte, steht. Mit dem „Osten“ ist das Gebiet von der Pleiße bis zum Bosporus gemeint. Kleine nationale musikalische Anlehnungen lassen sich finden: So soll im ersten Impromptu türkischer Kolorit hörbar sein, während das Vierte in seiner Einfachheit und seinem Schwermut auf russische Anklänge schließen lässt.

Karlheinz Stockhausens Klavierstück 9 entstand 1954. Im Gegensatz zu den Klavierstücken 1-4 begann Stockhausen sich jetzt gerade für die Unwägbarkeiten zu interessieren, die durch die Interpretation des Pianisten, seine technische Begrenzung und durch die physikalischen Eigenschaften des Klaviers entstehen. Im Klavierstück 9 werden Formen der musikalischen Zeit vermittelt: Periodizität und eine ganze Reihe von Graden der Aperiodizität.

Erwin Schulhoffs Ironien entstanden um den Jahreswechsel 1919/20. Der Komponist stellte ihnen als Widmung sein Gedicht „Lernt Dada“ voran. Gleich dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 erklingen militärische Versatzstücke des Krieges an, wie das Blechbläsersignal, und werden musikalisch mittels Polytonalität verzerrt und ins Lächerliche gezogen. Auch der Wiener Walzer wird ironisiert. Am Ende bringen moderne Tanzströmungen einen deutlichen Kontrast, wobei in den Klavierstimmen klar ausgearbeitete Klangfarben verschiedener, jazzbezogener Instrumente angedeutet sind, wie dem Saxophon.

Luigi Nonos …sofferte onde serene… („durchlittene, heitere Wellen“) ist 1976 für Klavier und Tonband komponiert; und Maurizio Pollini, einem seiner besten Freunde gewidmet. In diesem Jahr erlebten beide mehrere Trauerfälle, und so war …sofferte onde serene… gleichwohl der gelebte Ausdruck einzelner und „kollektiver“ Trauer.

Vita von Volker Ahmels und Friederike Haufe:

Volker Ahmels absolvierte er ein Klavierstudium an der Musikhochschule Lübeck bei Hartmut Leistritz. Sein besonderes Interesse gilt der zeitgenössischen Musik. Durch die Begegnung im Jahr 1990 mit dem Komponisten Luigi Nono in Avignon inspiriert, entstand das musikalisch-literarische Konzertprojekt „Fluchtpunkt Venedig“. Ahmels konzertiert regelmäßig in Deutschland, Europa und den USA, vorwiegend im Klavierduo mit der Pianistin Friederike Haufe. Die Erinnerung an Theresienstadt und seine Künstler bildet einen besonderen Schwerpunkt seiner Arbeit: gemeinsam mit israelischen und tschechischen Partnern entwickelte er die internationalen Meisterkurse „History, Music & Remembrance“, die in Israel, Schwerin und Prag stattfanden, und führt das Musikfestival und den Nachwuchswettbewerb „Verfemte Musik“ regelmäßig in Schwerin durch. Volker Ahmels leitet das Schweriner Konservatorium. Seit 2009 ist er Leiter des Zentrums Verfemte Musik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Friederike Haufe konnte aufgrund ihrer Begabung bereits als Jugendliche ein Klavierstudium an der Musikhochschule Bremen aufnehmen. Weitere Studien an den Musikhochschulen Köln und Lübeck u.a. bei Aloys Kontarsky folgten. Dort erarbeitete sie sich ein umfangreiches Repertoire von Bach bis Stockhausen. Lange galt sie als Spezialistin der Werke Clara und Robert Schumanns. Für das ZDF arbeitete sie als Pianistin für Playback -Einspielungen und als musikalische Beraterin. Später setzte sie in ihrem Solo- und Liedrepertoire mit den Theresienstädter Komponisten Pavel Haas und Viktor Ullmann zusätzliche Schwerpunkte. Friederike Haufe konzertiert regelmäßig in Deutschland, Europa und in den USA, vorwiegend im Klavierduo mit dem Pianisten Volker Ahmels.

2011 gründete sie anlässlich des 200. Geburtstags von Franz Liszt das Klavierfest Ammersee in Dießen, das in 2013 zum dritten Mal stattfand.

Der Eintritt kostet 3 Euro. Schüler des Konservatoriums haben freien Eintritt.


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