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Nach den Schuljahren nun die Lehrjahre…

Berufsausbildung im Handwerk – Nachgefragt bei HWK-Geschäftsführer Edgar Hummelsheim


Endlich ist Ferienzeit in M-V und damit auch in Schwerin. Für viele Schülerinnen und Schüler endete im Juli die Schulzeit, beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt. Immer mehr Menschen machen mittlerweile Abitur, absolvieren im Anschluss ein Studium. Nicht in allen Fällen und nicht für jeden ist ein Studium der richtige Weg, zumal ein universitärer Abschluss heute alles andere als „ein Garantieschein“ für einen gut dotierten Arbeitsplatz ist.

Ob handwerkliche Berufe für bessere Berufsperspektiven sorgen, das wollten wir von der Handwerkskammer Schwerin wissen. Marko Michels fragte dazu beim Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim nach.

„Ziehen eine gute Bilanz für die Nachwuchsgewinnung…“

Marko Michels: Das Schuljahr 2014/15 ist gerade vorbei, dann beginnt ab August die neue Ausbildungszeit auch im Handwerk. Wie viele Schul-Absolventen im Bereich der HWK Schwerin haben sich für eine handwerkliche Ausbildung entschieden?

Edgar Hummelsheim: Wir haben zum Stichtag 30.Juni 2015 mit 243 abgeschlossenen Neuverträgen im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse vorliegen. Wir konnten bereits das vergangene Jahr mit einem Plus von 6 Prozent abschließen und sind optimistisch, dass wir auch in diesem Jahr eine gute Bilanz für die Nachwuchsgewinnung im Handwerk ziehen können.

MM: Nach Ihren Erfahrungen der letzten Jahre… Wie viele werden tatsächlich die handwerkliche Ausbildung antreten bzw. ihre Lehre erfolgreich beenden?

Edgar Hummelsheim (Foto: Handwerkskammer Schwerin)EH: Nach unserer Erfahrung treten im Schnitt etwa 5 bis 8 Prozent ihre Ausbildung nicht an, weil sie sich für ein anderes Angebot entschieden haben. Die Auswahl ist eben sehr groß und das verlockt leider dazu, mehrere Eisen bis zum Schluss im Feuer zu halten.

Bei etwa einem Drittel können wir davon ausgehen, dass die Ausbildung nicht beendet wird oder innerhalb der Ausbildungszeit ein Wechsel des Ausbildungsbetriebes oder des Ausbildungsberufes erfolgt. 15 bis 20 Prozenz wechseln zum Beispiel ihren Ausbildungsbetrieb, bleiben aber auf dem Weg der beruflichen Ausbildung.

MM: Für alle Schul-Absolventen, die noch keinen Ausbildungsvertrag haben: Gibt es noch Chancen? An wen können sich diese bei der HWK Schwerin wenden?

EH: Auch nach Ausbildungsbeginn stehen im Handwerk noch sehr viele Türen offen. In unserer Online-Lehrstellenbörse kann man unter hwk-schwerin.de immer die aktuellen Angebote finden. Die Börse steht auch als Smartphone-App zur Verfügung.

Persönlich und individuell können Bewerber unseren Service der passgenauen Besetzung nutzen. Ilka Wodke(Tel. 0385 7417-111, i.wodke@hwk-schwerin.de) bringt die passenden Bewerber und Betriebe zusammen und hilft bei vielen Fragen rund um Berufsfindung und Bewerbung.

MM: In welchen handwerklichen Berufen bestehen derzeit noch Bedarfe?

EH: Gemessen an den Angeboten in der Lehrstellenbörse ist der Bedarf besonders hoch in den Berufen Elektroniker, Metallbauer, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik oder auch Kfz-Mechatroniker und Friseure. Die Bandbreite ist aber generell sehr groß, immerhin gibt es Angebote in 54 verschiedenen Berufen.

MM: In diesem Jahr gibt es wieder die „Sommertour im Handwerk“ von Wirtschaftsminister Harry Glawe. Welche Bedeutung hat diese – eher eine PR-Aktion oder eine sinnvolle Angelegenheit?

Im Schweriner  Friseursalon ''Goldkinder' halt gemacht: die Handwerkstour vom 13. Juli 2015 (Foto: HWK Schwerin)EH: Unbestritten eine sinnvolle Aktion. Die diesjährige Handwerkstour hat den Wirtschaftsminister und uns kürzlich zu drei Betrieben geführt, die besonders aktiv die neuen Medien und die Möglichkeiten des Internet nutzen, sowohl geschäftlich als auch für die Lehrlingssuche.

Der Wirtschaftsminister bekommt durch die Tour einen unmittelbaren Eindruck und Kontakt mit Handwerksbetrieben im Land, erfährt aus erster Hand von aktuellen Herausforderungen und Chancen. Für unsere Kammer steht natürlich auch im Vordergrund, der Öffentlichkeit besonders aktive und innovative Betriebe vorzustellen und anderen Betrieben positive Beispiele zu vermitteln, die Vorbildfunktion einnehmen können.

MM: Besten Dank und weiterhin viel Erfolg!


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