Oberbürgermeisterin würdigt kulturelle Basisarbeit im Ehrenamt

Kulturbund feiert in Schwerin 70-jähriges Bestehen

Haus der Kultur mit der Musik- und Kunstschule Ataraxia (Foto: M. Michels)Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat dem Schweriner Fachwerk des Kulturbundes anlässlich des 70. Gründungsjubiläums die Glückwünsche der Landeshauptstadt Schwerin überbracht. „Als Vereinigung kulturell aktiver Bürgerinnen und Bürger leistet der Kulturbund in den unterschiedlichsten Bereichen kulturelle Basisarbeit. Ob Pflege der plattdeutschen Sprache oder internationaler Austausch im Esperanto-Klub, ob Fotozirkel, der Freundeskreis Kaschubien oder die wichtige Feldarbeit der Hobbyarchäologen zur Erforschung der Ur-und Frühgeschichte Mecklenburgs, ob Ausstellung, Ausgrabung, Stadtführung oder Wanderung – hier leisten Ehrenamtliche eine kulturelle Basisarbeit, die das Leben in der Landeshauptstadt bereichert“, so die Oberbürgermeisterin.

Am 31. Juli 1945 wurde durch Verfügung des Militärischen Rates der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) der Kulturbund in der gesamten sowjetischen besetzten Zone Deutschlands zugelassen. Der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“ wurde von Johannes R. Becher und anderen Intellektuellen wie dem Schriftsteller und Schweriner Landtagsabgeordneten Willi Bredel am 8. August 1945 als überparteiliche Sammlungsbewegung für intellektuell Interessierte aller Art in Berlin begründet. In Mecklenburg-Vorpommern wurde die Landesorganisation am 26. August 1945 in Schwerin gegründet. Hier gehörte der Schweriner Domprediger Karl Kleinschmidt zu den Mitbegründern des Kulturbundes, dessen Vizepräsident er von 1947 bis 1949 war. Der Kulturbund initiierte in diesen Jahren die Entwicklung des Osteebades Ahrenshoop zum Kurort für Kulturschaffende. Innerhalb des Kulturbundes zur wurden seit 1953 in den Bezirksstädten der DDR Klubs der Intelligenz geschaffen, so auch in Schwerin. Die Klubs bekamen zentrale Gebäude in den Städten zugewiesen – in Schwerin das heutige „Haus der Kultur“ am Südufer des Pfaffenteichs, das nach der Wende von der WGS saniert und heute weiter für kulturelle Zwecke genutzt wird. Im Jahre 1989 bestanden 170 Klubs in allen größeren Städten der DDR. Nach dem Ende der DDR, wandelten sich einige dieser Klubs in eigenständige Kulturvereine um. Die Regionalgruppe des Kulturbundes für das Stadtgebiet Schwerin wurde am 5. Mai 1991 gegründet. In Fachgruppenarbeit betätigen sich etwa 200 Kulturinteressierte. Vorsitzender ist Klaus Israel.

Die Veranstaltung „70 Jahre Kulturbund – Parlament des Geistes wollte er sein“ mit Filmausschnitten zum Wirken des Kulturbundes und Vorträgen von Prof. Siegfried Prokop und Prof. Benno Pubanz sowie musikalischen Beiträgen von Schülern der Musikschule Ataraxia findet am 4. September um 17 Uhr im Saal der Musikschule, Haus der Kultur, Arsenalstr. 8 statt.

Quelle: LHS


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