Olympische Ambitionen eines gebürtigen Schweriners

Die kanusportliche Regatta in London im Blick

33 olympische Medaillen, davon 17 x Olympia-Gold,  gewannen Kanu-Rennsportlerinnen und Kanu-Rennsportler mit M-V-Wurzeln (Geburtsort und/oder Verein in M-V) seit 1972 bereits bei Olympischen Spielen. Den Auftakt machte Ilse Kaschube (SC Neubrandenburg) mit Silber 1972 in München. Den nur vorläufigen Abschluß bildet die Goldmedaille von 2008 durch Martin Holstein (ebenfalls SC Neubrandenburg). Mit seinem Kajak-Partner Andreas Ihle strebt Martin auch 2012 eine Olympia-Medaille an.

Aber nicht nur Mecklenburger und Vorpommern sind im Kanu-Rennsport international sehr erfolgreich. Ähnliches gilt auch für die brandenburgischen Nachbarn. So gehören Birgit Fischer mit 8 x Olympia-Gold (1980-2004), Katrin Wagner-Augustin 4 x Olympia-Gold (2000-2008), Kay Bluhm 3 x Olympia-Gold (1988-1996) oder Torsten Gutsche 3 x Olympia-Gold (1992-1996) ohnehin zu den erfolgreichsten Kanutinnen und Kanuten nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – zusammen mit den Sportkolleginnen und Sportkollegen Andreas Dittmer, Rüdiger Helm (beide Neubrandenburg), Ramona Portwich oder Anke von Seck (beide Rostock) aus M-V.

Nun konnte sich auch ein gebürtiger Schweriner in Diensten des KC Potsdam für London qualifizieren: Peter Kretschmer, Jahrgang 1992, schaffte das zusammen mit seinem Canadier-Partner Kurt Kuschela im C 2.

Nachgefragt bei Peter Kretschmer

„Möglich ist alles …“

Frage: Herzlichen Glückwunsch, Herr Kretschmer, zur Olympia-Qualifikation. Stand die Olympia-Quali 2012 bereits auf Ihrer Agenda?

Peter Kretschmer: Vielen Dank. Die Olympiaqualifikation stand 2012 noch nicht auf meiner Agenda. Ich konnte ohne großen Druck in die Saison starten und einfach schauen, wozu es in diesem Jahr reicht. Mit meinen 20 Jahren hätte ich bei nicht geschaffter Qualifikation für London an der U23-Europameisterschaft in Portugal teilgenommen, was auch gut gewesen wäre.

Frage: Sie waren ja gerade in den letzten drei Jahren bei JEM, U 23-EM und zuletzt bei den WM 2011 in Szeged, mit Bronze im C 2 über 500 Meter, sehr erfolgreich. Wie sind nun Ihre Ziele für London?

Peter Kretschmer: Wie für die gesamte bisherige Saison setze ich mir keine klare Platzierung als Ziel. Mit der Teilnahme habe ich schon mehr geschafft als erwartet. Möglich ist alles, aber ich bin zufrieden,  wenn ich ein gutes Rennen gefahren bin –  unabhängig von der Platzierung.

Frage: Wie sieht die weitere Vorbereitung auf Olympia aus? An welchen Wettkämpfen werden Sie noch teilnehmen?

Peter Kretschmer: Ab nächste Woche geht es für drei Tage nach Kienbaum. Danach reisen wir für zwei Wochen nach Duisburg und von dort fliegen wir am 3.August nach London. Der Trainingsplan sieht für die nächsten Wochen die höchste Belastung des Jahres vor, um bei Olympia in Topform zu sein.

Frage: Wie sieht Ihr Leben ansonsten neben dem Canadier aus? Bleibt Zeit für Hobbys?

Peter Kretschmer: Neben dem Kanusport mache ich seit einem Jahr eine Ausbildung zum Polizeimeister bei der Bundespolizei. Das ist eine Sportförderung mit Sitz in Kienbaum. Von September bis  Dezember bin ich dort und die restlichen acht Monate bin ich freigestellt. Trotzdem bleibt wenig Zeit für Hobbys – neben Sport und Ausbildung. Die wenige Freizeit nutze ich am liebsten, um sie mit meinen Freunden zu verbringen.

Letzte Frage: Sie sind ja gebürtiger Schweriner. Haben Sie noch Kontakt zu Ihrer Geburtsstadt bzw. zu den Neubrandenburger Kanu-Kollegen?

Peter Kretschmer: Ich habe noch Familie in Schwerin und in Mecklenburg-Vorpommern, also ja der Kontakt besteht. Und durch die Wettkämpfe und die Nationalmannschaft besteht auch Kontakt zu meinen Neubrandenburger Kollegen.

Dann alles Gute bei Olympia, maximale Erfolge und schöne Tage in London!

Marko Michels


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