Schwerin – eine Hochburg des Fechtsportes

Schweriner Fechtgesellschaft sehr erfolgreich

Vom 28. Juli bis 5. August 2012 finden im ExCeL Exhibition Centre in London die olympischen Wettbewerbe im Fechten statt. Olympiasiegerin Britta Heidemann und die anderen Mitglieder des deutschen Fecht-Teams werden in der britischen Hauptstadt hoch motiviert in die olympischen Entscheidungen gehen. Gerade wurde jedoch auch in Schwerin hervorragender Fechtsport präsentiert …

Nachgefragt beim Pressewart der Schweriner Fechtgesellschaft, Gerhard Martin

„Gehören zu den besten zehn Fecht-Vereinen in Deutschland …“

Frage: Der Fechtsport im Jahr 2012 – das sind sowohl nationale als auch internationale Herausforderungen. Nun fanden jüngst die A-Jugend-Titelkämpfe im Florettfechten der Mädchen in Schwerin statt. Wie lautet Ihr Resümee?

Gerhard Martin: Wie zu erwarten war, kamen die besten Fechterinnen aus den Bundesleistungszentren. Vor allem die Fechterinnen aus Tauberbischofsheim und Berlin überzeugten nicht nur durch ihre Leistung, sondern zum großen Teil auch durch ihren Fecht-Stil.

Fechter und Fechterinnen in den Bundesleistungszentren haben den großen Vorteil, erstklassige Fechtlehrer zur Verfügung zu haben und vor allem stehen dort mehr Fechttrainer zur Verfügung als in anderen Vereinen, so dass intensiver auf die einzelnen Fechter eingegangen werden kann. Die Schweriner Fechtgesellschaft fährt zwar ab und an nach Berlin, um dort im Bundesleistungszentrum zu lernen, aber das ist natürlich kein vollwertiger Ersatz.

Das Resümee für die Fechtgesellschaft Schwerin ist, dass wir mittlerweile zu den 10 besten Fecht-Vereinen Deutschlands gehören und vor allem viele Fechterinnen in der deutschen Rangliste haben. Um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, müsste aber wahrscheinlich auch die finanzielle Ausstattung des Vereins so gut sein, dass sie sich weitere Trainer und Übungsleiter leisten kann. Insgesamt bin ich jedoch sehr zufrieden.

Frage: Wer überzeugte dabei aus Mecklenburger Sicht?

Gerhard Martin: Lena Taplick von der Fechtgesellschaft Schwerin hat mit Platz 11 den besten Platz einer Florett-Fechterin erreicht, den je eine Sportlerin der Fechtgesellschaft Schwerin in der zehnjährigen Vereinsgeschichte erreicht hat. Wenn sie nicht gegen die deutsche Meisterin und die spätere Bronzemedaillengewinnerin hätte antreten müssen, wäre vielleicht sogar die Chance da gewesen, unter die besten Acht zu kommen.

Frage: Wie beurteilen Sie das Leistungsvermögen im Fechtsport zwischen Schwerin via Rostock bis Greifswald hierzulande?

Gerhard Martin: Greifswald hatte in der Vergangenheit viel mehr starke Florett-Fechterinnen. Insgesamt ist  – nach meinem Eindruck – der Nachwuchs in Greifswald etwas zurückgegangen, während in Schwerin die Anmeldungen der Kinder zum Fechtsport die Leistungsgrenzen unserer beiden Trainer erreicht haben.

In Rostock gibt es seit einiger Zeit wieder eine aktive Hochschulgruppe. Bedingt durch die Arbeitsplatzsuche am Ende des Studiums ist eine Hochschulsportgruppe aber immer kein leichtes Unterfangen, weil eine langfristige Kontinuität schwieriger ist. Stark sind in Rostock neben den Säbel-Fechtern in den letzten Jahren die Rollstuhlfechter geworden, die bei den deutschen Meisterschaften ganz oben mitmischen können.

Frage: Die nächsten internationalen fechtsportlichen Herausforderungen sind die EM und vor allem Olympia. Wie ist Ihre Meinung zum internationalen Kräfteverhältnis im Fechtsport vor Olympia? Mit wem rechnen Sie – aus deutschem Blickwinkel – in London?

Gerhard Martin: Wahrscheinlich werden die Italiener wieder sehr stark sein. Die Engländer haben beim Nachwuchs zugelegt, aber ob es reichen wird … Mit 15 Nominierungen hat der Deutsche Fechterbund erstaunlich viele Teilnehmer für London.

Beste Chancen dürften die deutschen Fechter im Herren- und Damen-Säbel (Alexandra Bujdoso) sowie im Herren-Florett haben. Ob Britta Heidemann an ihre Erfolge in Peking anknüpfen kann, ist schwer zu sagen. Beim Fechten ist es wie bei vielen anderen Sportarten: Tagesform und eine Portion Glück können darüber entscheiden, ob man ganz oben auf dem Podest steht oder nicht einmal in dessen Nähe kommt.

Frage: Welche wichtigen Wettkämpfe gibt es 2012 noch in M-V?

Gerhard Martin: In diesem Jahr gibt es in M-V nur noch die Landesmeisterschaften Ende September oder Anfang Oktober. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Wahrscheinlich werden von den Schülern bis zu den Senioren alle an den Start gehen. Ansonsten findet am 9. Juni in Lindow (Mark), also in Brandenburg, das letzte der sieben Turniere der Youngster Cup-Serie statt, in der die Fechtgesellschaft Schwerin gute Aussichten hat, oben mit dabei zu sein.

Vielen Dank und weiterhin beste Erfolge auf der Planche!

M. Michels


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