Schwerin – voller Junger musikalischer Talente

Im Interview mit Konservatoriumsdirektor Volker Ahmels


Das Konservatorium von der Puschkinstraße aus gesehen (Foto: Michels)Schwerin gilt als „alte Stadt“, was sie historisch betrachtet zweifellos ist. Aber Schwerin ist auch im Hinblick auf das durchschnittliche Alter der Bevölkerung ziemlich „reif“. Dennoch: immer wieder machen vor allem die jungen Generationen auf sich aufmerksam. Sei es nun durch Erfolge oder besondere Leistungen im Handwerk, im Sport, in der Kunst oder an den städtischen Bildungseinrichtungen.

Über die jungen musikalischen Könnerinnen und Könner sprach Marko Michels mit dem Direktor des Konservatoriums, Volker Ahmels.

„Schwerin ist eine musikbegeisterte Stadt…“

Marko Michels: „Jugend musiziert“ ist schon wieder Geschichte. Wie schnitten die jungen Talente aus M-V, insbesondere aus Schwerin, bei diesem Wettbewerb ab? Wer beeindruckte insbesondere?

Volker Ahmels: Das Wettbewerbsjahr war in diesem Jahr besonders erfolgreich. Noch nie zuvor konnten so viele Schwerinerinnen und Schweriner Musikschüler erste, zweite und dritte Preise bei einem Bundeswettbewerb erzielen. Allein vom Konservatorium konnten insgesamt 5 von den 12 gestarteten Schülerinnen und Schülern erste Bundespreise erreichten. Die Flötistinnen Charlotte Kuffer und Eva Gasparyan sogar mit Höchstpunktzahl…

Auch bei der Musik-und Kunstschule Ataraxia waren alle hochzufrieden mit den teilnehmenden Schülern, die sich auch durch Preise auszeichnen konnten.

MM: Wie stellt sich die Nachwuchs-Situation im musikalischen Bereich aus Ihrer Sicht gerade in Schwerin dar?

VA: Schwerin ist eine musikbegeisterte Stadt mit sehr hohem Potenzial im Bereich der musikalischen Jugendbildung. Aber nicht nur der Wettbewerb Jugend musiziert darf für alle jungen Musikerinnen und Musiker betrachtet werden, sondern auch die Jugendorchesterarbeit, die erfolgreiche Chorarbeit und die musikalische Arbeit im Bereich der Inklusion sind hier zu nennen.

Im Bereich der Ensemble-Arbeit konnten bei Landeswettbewerben ebenso herausragende Ergebnisse für alle teilnehmenden Schwerinerinnen und Schweriner erzielt werden. Darüber hinaus verhelfen die Aktivitäten zum Thema Verfemte Musik der Landeshauptstadt weltweite Beachtung. Endes des Monats kommen international gefragte Professorinnen und Professoren nach Schwerin, um einen Meisterkurs am Konservatorium zu geben.

MM: Wie verläuft eigentlich die Zusammenarbeit mit anderen Musikschulen des Landes?

VA: Viele unserer begabtesten Schüler werden zusätzlich in der „young academy Rostock“ an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock ausgebildet oder spielen im Landesjugendorchester mit. Auf der Ebene der Musik-Pädagogik gibt es einen regen Austausch, befördert durch die hervorragende Arbeit unseres Landesverbandes der Musikschulen in MV. Durch landesweite Fortbildungsangebote und natürlich auch wegen der Berufung von Jurorinnen und Juroren bei den Regional- und Landeswettbewerben entsteht ebenso ein regelmäßiger Austausch bei den Musikschulen im Land.

MM: Junge Talente gibt es in Schwerin in vielen Bereichen. Ist die „Jugend von heute“ also doch besser als ihr Ruf?

VA: Ich sehe es immer wieder als eine neue Herausforderung, die vielen Jugendlichen in Schwerin für Musik zu begeistern, die ansonsten wenig Zugang erhalten. Deswegen haben wir in Schwerin eine Reihe von Kooperationen mit den Schulen gestartet, um jungen Menschen sinnvolle kulturelle Angebote zu ermöglichen.

MM: Mecklenburg-Vorpommern – hier haben Bands und Künstler, wie Rammstein, Jennifer Rostock, Jana Kühn, Ulrike Hanitzsch, Felix Jaehn, Petra Nadvornik oder Günter Bruhn ihre Wurzeln. Was ist für Sie das Faszinierende am „Musikland M-V“?

VA: Sicherlich die enorme Vielfalt der Angebote und die Innovationsfähigkeit der Gestalter, die durch die großartigen Initiativen von den großen und kleinen Festivals und Initiativen im Land ausgehen.

MM: Wie beurteilen Sie den Stellenwert der Kultur im Land? Immerhin finden hier im Sommer jede Menge Festivals und Festspiele statt …

VA: Die Kultur hat einen sehr hohen Stellenwert in MV. Wir müssen nur unbedingt gemeinsam darauf hinwirken, dass künstlerische und pädagogische Leistungen gerade im Bereich der Musik bei den jungen ausgebildeten Pädagoginnen und Pädagogen und Künstlern, auch bei denen, die nicht immer im Rampenlicht stehen, auch zukünftig angemessen wertgeschätzt und honoriert werden.

MM: Vielen Dank


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