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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Schweriner Duo zur Volleyball-EM 2007 ?

Die Europameisterschaften im Volleyballsport der Frauen finden Mitte September in Belgien/Luxemburg statt. Gute Teilnahme-Chancen haben auch zwei Schwerinerinnen: Tina Gollan und Kathleen Weiß.
Mit einer frühere klasse Spielerin vom Schweriner SC, Ulrike Jurk, unterhielt sich Schwerin-News.

Ulrike_JurkFrage: Frau Jurk, spricht man mit heutigen Volleyball-Fans in Schwerin, so sind diese schnell der Meinung: Die Ulrike Jurk war eine talentierte und begnadete Volleyball-Spielerin, wurde aber von den National- oder Klub-Trainern oft verkannt. Denken Sie noch “wehmütig” am Ihre Volleyball-Karriere zurück oder ist dieses sportliche Kapitel Ihres Lebens abgeschlossen ?

Ulrike Jurk: Es war eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte. Ich lernte – dank des Volleyball-Sportes – dass man mit Leidenschaft und Kampfgeist viel erreichen kann.

Nachdem ich dreimal deutsche Meisterin und Pokalsiegerin mit dem Schweriner SC wurde, hatte ich faktisch auf nationaler Klub-Ebene alles erreicht und ging 2002 nach Italien. Auch dort konnte ich meinen “Horizont” erweitern.

Leider gab es damals mit dem deutschen National-Trainer H.W.Lee “einige Differenzen”. Obwohl Angelina Gruen und ich beim Grand Prix 2002 in Asien als beste Spielerinnen ausgezeichnet wurden, gab es “harsche” Kritik von Lee an meiner Spielweise. Er strich mich auch aus dem WM-Team.

Entweder war er oder ich damals am “falschen Ort” zur “falschen Zeit”. Jedenfalls ging es mit ihm und mir im deutschen National-Team gar nicht. Ansonsten schaue ich aber nicht “in Wehmut” zurück !

2. Unter Tore Aleksandersen feiert der SSC nach einigen eher stagnativen Jahren wieder große Erfolge: 2006 Siege in der Meisterschaft und im Pokal, 2007 erneuter Pokalsieg und Vize-Meisterschaft; dazu Platz 3 im “Top Team-Cup”.
Verfolgen Sie noch etwas die Entwicklung des SSC ?

Ulrike Jurk: Wenn Jana Müller, meine “alte WG-Kollegin” mit Dresden in Schwerin spielt, bin ich live dabei.

Ansonsten bin ich durch meinen Job voll ausgelastet. Tore (Schwerins Trainer Tore Aleksandersen – Anm.d.R.) schaffte den personellen Umbruch in Schwerin. Klasse, dass er die neuen und jungen Spielerinnen zu einem tollen, erfolgreichen Team formen konnte.

3. Im September finden die Frauen-Volleyball-EM 2007 statt. Wer sind dort ihre Favoriten ? Wie beurteilen Sie die Chancen des deutschen Teams ?

Ulrike Jurk: Ich tippe auf Russland und Serbien. Wenn das deutsche Team die Vorrunde übersteht, ist alles möglich !

4. Chancen auf eine EM-Teilnahme haben auch Tina Gollan und Kathleen Weiß aus Schwerin. Wie schätzen Sie – “von außen” – deren Leistungspotenzial ein ?

Ulrike Jurk: Es ist immer wieder schön, wenn ein volleyballsportliches Großereignis mit Schweriner Beteiligung stattfindet. Ich wünsche den beiden Spielerinnen, wenn es dann wirklich zur EM geht, eine erfolgreiche Kontinentalmeisterschaft – gerade mit Blick auf Peking 2008. Ein gutes EM-Turnier wäre eine deutliche Empfehlung für Olympia 2008 !

5. Frau Jurk, Sie sind jetzt Marketing-Chefin im Sieben-Seen-Sportpark in Schwerin. Ihr Traumjob ? Wie halten Sie sich sportlich eigentlich noch fit ?

Ulrike Jurk: Ich habe ja bereits während meiner sportlichen Zeit im Fernstudium an der FU Düsseldorf  “Sport- und Touristik-Management” studiert, das ich dann 2004 beendete. Vorher – Ende 2003 – fing ich im Sieben-Seen-Sportpark an. Es war ein idealer arbeitspraktischer Einstieg nach dem Studium. Ich gehe jeden Tag gern zur Arbeit – wer kann das heute schon von sich behaupten …

Ansonsten nutze ich jede freie Minute – sofern es mein Mann und mein Nachwuchs zulassen – zum Training im Sportpark :-) .

Der nächste Höhepunkt im Sieben-Seen-Sportpark Schwerin ist übrigens eine Oldie-Party am 6.Oktober 2007 mit DJ Ron. Zudem gibt es die Qualifikation zur Soccer-EM 2008 im Sportpark. Bereits die Indoor-WM 2006 war ein voller Erfolg und deshalb wird es zur EM eine Neuauflage geben.
Infos dazu gibt es unter 0385-485000.

Volleyball – Historisches und Regeln

Das Spiel nach Regeln erfand ausgerechnet ein Amerikaner. Als “Mintonette” wurde es im Jahre 1895 von dem US-Amerikaner William G. Morgan, Sportdirektor der YMCA in Holyoke/Massachussets, entwickelt.

Eigentlich sollte das “Volleyballspiel” nur eine Ausgleichsfunktion haben … Morgans Ziel war die Einführung eines entspannenden Ballspiels, das im Gegensatz zum Basketball den direkten Körpereinsatz
weniger fordern sollte.

Eine Volleyballmannschaft besteht aus jeweils sechs Spielern. Gespielt wurde bis zum 31.12.1998 auf drei Gewinnsätze à 15 Punkte, wobei der Mindestvorsprung pro Satz 2 Punkte betragen musste. Seit dem 01.01.1999 gelten neue Regeln, d.h., es wird das sogenannte Rallye-Point-System angewendet.

Bisher konnte nur punkten, wer im Besitz des Aufschlagrechtes war. Nun wird jeder Fehler als Punkt gezählt und für einen Satzgewinn benötigt man jetzt 25 anstatt 15 Punkte, wobei wie bei der alten Regelung 2 Punkte Abstand gewährleistet sein müssen.

Zu einem Sieg sind nach wie vor drei Gewinnsätze erforderlich. Kommt es zwischen zwei Mannschaften zu einem 5. Satz, wird nur bis 15 gezählt, wobei nach acht Punkten für die vorne liegende Mannschaft ein Seitenwechsel erfolgen muss.

Das Spiel wurde auf internationaler Ebene erstmals 1913 bei den Ostasiatischen Spielen ausgetragen.

Der Dachverband, die FIVB, entstand 1947 und richtete erstmals 1949 für Herren und 1952 für Damen Weltmeisterschaften aus. Seit 1952 werden diese alle vier Jahre durchgeführt.

Der Veranstalter der Europameisterschaften ist die CEV.

Diese finden bei den Herren seit 1948 und bei den Damen seit 1949 statt.

Soldaten der russischen und amerikanischen Besatzungstruppen machten das Volleyballspiel nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland bekannt. Die Organisierung des Volleyballsports verlief in den entstandenen beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich: In der DDR erfuhr es eine umfangreiche Förderung. Bereits 1951 wurde ein Volleyballverband (DSVB) gegründet.

1970 konnte die Herren-Nationalmannschaft der DDR den Weltmeistertitel und 1972 bei den Olympischen Spielen hinter Japan die Silbermedaille erringen. Die Damen-Nationalmannschaft wurde zweimal Europameister und gewann bei den Olympischen Spielen 1980 die Silbermedaille.

Der Schweriner SC, bis 1990 SC Traktor Schwerin, ist mit 13 Meisterschaftssiegen bei den DDR-Titelkämpfen und deutschen Meisterschaften das “Maß der Dinge”. Bei allen Medaillengewinnen deutscher Teams bei EM seit 1975 waren Schwerinerinnen beteiligt.

In der Bundesrepublik Deutschland erlebte Volleyball nach den Olympischen Spielen 1972 in München einen großen Aufschwung. Mit der staatlichen Vereinigung Deutschlands 1990 schlossen sich auch die beiden deutschen Volleyballverbände zusammen. Heute sind in Deutschland über 535000 Volleyballer im DVV organisiert, weit über eine Million spielen in der Freizeit Volleyball.

Ins olympische Programm aufgenommen wurde Volleyball sowohl bei den Damen als auch bei den Herren im Jahre 1964.
Bei den olympischen Damen-Volleyball-Turnieren  dominierten bislang Russland, Kuba, Japan und China.

Seit Atlanta 1996 gibt es auch olympische Beach-Volleyballwettbewerbe.

Erfolgreiche EM für deutsche Frauen ?

Die DVV-Frauen wollen nach zwei 11. Plätzen bei internationalen Turnieren (EM 2005 und WM 2006) wieder eine gute einstellige Platzierung erreichen.
Im Kader sind mit Tina Gollan und Kathleen Weiß auch zwei SSC-Spielerinnen.
Eine “Top 6″-Platzierung ist dann auch das Ziel von Bundestrainer Giovanni Guidetti und seine Spielerinnen bei der EM-Endrunde vom 20. bis 30. September in Belgien/Luxemburg.
Dazu ist natürlich das Überstehen der Vorrunde Pflicht, aber mit Italien, Aserbaidschan und Weißrussland stellen sich zwei Top-Teams und ein unberechenbarer Außenseiter “in den Weg”.
Ein gutes EM-Ergebnis ist äußerst wichtig im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation: Je höher die DVV-Frauen in der Weltrangliste stehen bzw. je weniger europäische Teams vor der deutschen Mannschaft in der Weltrangliste platziert sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das deutsche Frauen-Volleyball-Team mit Schweriner Verstärkung in Peking dabei ist.

Medaillenspiegel aller Frauen-Volleyball-EM seit 1949 (Top acht)

1. Russland: 17 x Gold / 4 x Silber / 2 x Bronze
2. Polen: 2 x Gold / 4 x Silber / 4 x Bronze
3. Deutschland: 2 x Gold / 4 x Silber / 3 x Bronze
4. Tschechien: 1 x Gold / 4 x Silber / 3 x Bronze
5. Holland: 1 x Gold / 1 x Silber / 1 x Bronze
6. Bulgarien: 1 x Gold / 2 x Bronze
7. Kroatien: 3 x Silber
8. Italien: 2 x Silber / 2 x Bronze

13 Länder gewannen insgesamt Medaillen bei den Frauen-EM im Volleyball.

Marko Michels


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