Schweriner Zoo nimmt Abschied von Giraffenbulle Como

Ethikkommission erachtete Einschläferung als notwendig

Am 24. Januar mussten alle Mitarbeiter des Schweriner Zoos Abschied vom 19-jährigen Giraffenbullen Como nehmen. Como wurde am 8.06.1992 in Emmen geboren und kam am 2.05.1994 in den Zoo Schwerin. Er war Vater von insgesamt neun Giraffenkälbern. „Lucky“, sein letzter Sohn, wurde vor fast genau einem Jahr geboren.

Wie der Zoo mitteilte, habe Como in letzter Zeit immer wieder Bewegungsunlust gezeigt, habe sich am liebsten im warmen Stall aufgehalten und wollte nicht mehr auf die Außenanlage, zudem hätten seine Vorderbeine oft gezittert. Die Bewegungsarmut hatte ein vermehrtes Klauenwachstum zur Folge, was ihm zusätzlich zu schaffen machte. Zum Verdacht auf hochgradige Arthrose sei noch eine Entzündung im Klauengelenk hinzugekommen, die im Dezember mittels Wärmekamera festgestellt wurde.

Nachdem alle Therapieversuche scheiterten und das Tier keine Besserung zeigte – da Arthrose nicht heilbar ist, kann nur versucht werden, die Schmerzen zu lindern – erachteten Tierpfleger und Tierärzte es als notwendig, das Tier einzuschläfern. Die eingerichtete Ethikkommission, bestehend aus Amtstierarzt, Direktion, praktischen Tierärzten, Tierinspektor und Tierpfleger, hatte diesem Vorschlag schließlich einheitlich zugestimmt. Laut Zooangaben sollten dem Tier so weitere Schmerzen und weiteres Unwohlsein erspart werden.

„Como, etwas dunkler gefärbt als seine Artgenossen, war ein sehr sanftes Tier, an dem vor allem auch seine langjährigen Tierpfleger hingen. Dies machte es zusätzlich schwer, die Entscheidung zu fällen und durchzuführen. Die Lebenserwartung  von Giraffen liegt bei 20 bis 25 Jahren. Como hat somit ein sehr gutes Alter erreicht. Über neue Giraffengesellschaft für unsere verbleibende Giraffendame „Maradi“ wird derzeit nachgedacht“, so Zoodirektorin Dr. M. Häfner.

mh/pd


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