„Songs of Lemuria“ zu Gast im Speicher

Nachgefragt bei Uwe Christian Müller, dem Cellisten des Klassik-Pop-Projektes

Seit 16 Jahren gibt es den Speicher, das soziokulturelle Zentrum der Landeshauptstadt. Und, wer sich dort schon alles „die Klinke in die Hand gab“. Die „Creme de la Creme“ der internationalen Künstler-Szenerie aus „A“, wie Australien, bis „Z“, wie Zypern. Alle Namen der Künstlerinnen und Künstler aufzuzählen, die die Bühne im Speicher „enterten“, würde Seiten umfassen. Aber es gibt noch immer wieder überraschende Gäste im Speicher, die dem Kultur-Beflissenen „auf Anhieb“ nicht immer gleich „ein Begriff“ sind. Jedoch: Wissenslücken kann man schließen!
Am 20. April kommt nun ein ultimativer „Geheim-Tipp“ in den Speicher. Das Klassik-Pop-Projekt „Songs of Lemuria“ wird sich dem Schweriner Publikum vorstellen – mit Balladen und noch viel mehr.

… Wer und was verbirgt sich eigentlich hinter den „Songs of Lemuria“? Da sind einerseits die Ausnahme-Künstlerinnen und -Künstler Jasmin Schulz, Nik Page, Corinna Söller und Uwe Christian Möller. Vom Selbstverständnis her sind die vier Protagonisten „Brückenbauer zwischen Klassik und Moderne, zwischen der Melancholie der Chansons und der glitzenden Euphorie der goldenen Zwanziger“.
Und was hat es mit „Lemuria“ auf sich ? Tja, da weiß der interessierte Abiturient vielleicht gerade noch so, dass „Lemuria“ ein fiktiver versunkener Erdteil ist sowie „Lemuren“ gefürchtete Totengeister darstellen, die im altrömischen Glauben ihre Ursprünge haben. Das alles hört sich also sehr geheimnisvoll an …

Nachgefragt bei Uwe Christian Müller, Cellist von „Songs of Lemuria“

„Ich wollte unbedingt wieder kommen …“

Frage: Am 20. April besuchen Sie die Landeshauptstadt MV. Was verbinden Sie mit der „Landesmetropole“ im Nordosten?

Uwe Christian Müller: Im Jahr 2010 habe ich mit mehreren Musiker-Kollegen ein Chor- und Orchesterkonzert im Schweriner Dom gespielt. In der Zeit zwischen Proben und Konzert hatte ich ein wenig Zeit für sehr schöne Spaziergänge in der Altstadt und zum Schloss. Ich hatte mir da schon vorgenommen, unbedingt wiederzukommen. Dass das nun mit „Songs of Lemuria“ passiert, freut mich natürlich sehr! Gespannt bin ich auf den Speicher. Alte Gebäude, die früher eine andere Funktion hatten, haben als Konzert-Orte oft eine ganz besondere Atmosphäre. Da ist es jedes mal spannend zu beobachten, wie aus der Kombination von Atmosphäre des Gebäudes, Stimmung des Publikums und unserer Musik ein ganz einzigartiges Ergebnis entsteht.

Durch meine Arbeit in der Neubrandenburger Philharmonie habe ich natürlich auch noch eine ganz spezielle Verbindung zu Schwerin als Landeshauptstadt: Da verbinde ich dann die Hoffnung mit, dass die zuständigen Politiker einen Weg finden, die bestehenden Orchester im Land zu erhalten und für Mecklenburg-Vorpommern eine große Vielfalt an kulturellem Leben zu ermöglichen.

Frage: Seit wann genau gibt es die „Songs of Lemuria“? Wer hatte die Idee?

Uwe Christian Müller: „Songs of Lemuria“ gibt es seit 2006. Ich bin allerdings erst seit 2008 dabei. Das Projekt war die Idee von Nik.

Dazu Nik Page (Gesang): Ja, ich hatte Lust, einmal ein musikalisches Projekt gemeinsam mit Musikern aus der Klassik-Branche auf die Beine zu stellen. Ich fand es spannend, was entstehen kann, wenn man Klassiker aus Wave und Rock in ein zeitloses kammermusikalisches Gewand kleidet. So haben wir die Songs meiner Jugendhelden mit Piano, Cello und Gesang auf eine Weise neu arrangiert, wie man sie zuvor sicher noch nie gehört hat.
Quasi so, als ob jemand wie Martin Gore (Depeche Mode) 150 Jahre früher geboren worden wäre.

Frage: Was waren die Höhepunkte seit Bestehen des Projektes?

Uwe Christian Müller: Für mich ist eigentlich jedes Konzert ein Höhepunkt, bei dem es uns gelingt, das Publikum für die besondere Art unserer Musik zu begeistern – und zu zeigen, dass man auch mit zwei „klassischen Instrumenten“ und zwei Stimmen gute Rock- und Popmusik machen kann.

Frage: Gibt es noch weitere musikalische Aktivitäten der Band-Mitglieder?

Uwe Christian Müller: Oh ja, „Songs of Lemuria“ ist zwar ein wichtiger Teil unserer Arbeit, aber wir machen alle noch einige andere Projekte. Nik hat noch seine Electro-Pop-Band „Blind Passenger“, arbeitet erfolgreich als DJ und hat als Nik Page außerdem 3 Gothic-Rock-Alben veröffentlicht.

Corinna arbeitet mit verschiedenen Sängerinnen und Kammermusikgruppen, ich selbst habe mit ihr zusammen verschiedene Kammermusikprogramme erarbeitet, sie arrangiert außerdem die Stücke für „Songs of Lemuria“ und komponiert Filmmusik und Klavierstücke. In unserem aktuellen Programm haben wir auch einen Song von ihr, zu dem Jasmin den Text geschrieben hat. Jasmin singt noch in anderen Bands, spielt in verschieden Musicalproduktionen mit, produziert gerade zwei Hörbücher für Kinder.

Ich selbst spiele, wie schon erwähnt, als Cellist in der Neubrandenburger Philharmonie und sofern es zeitlich passt in verschiedenen Kammer-Orchestern in Berlin.

Frage: Was dürfen die Zuschauer am 20. April in Schwerin von Ihnen erwarten?

Uwe Christian Müller: Auf jeden Fall zwei Stunden voller guter Musik und hoffentlich eine Menge Hör-Erfahrungen, die sie so nicht erwarten!

Dann eine gute Anreise, ein klasse Konzert und angenehme Stunden in Schwerin!

M. Michels


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