Stadtumbau-Ost weiterführen: Schwerin unterstützt Empfehlungen der Expertengruppe

Auf dem 2. Fachpolitischen Dialog zum „Stadtumbau-Ost“ in Berlin sind heute (17. Juni 2008) die bisherigen Ergebnisse dieses 2001 eingeführten Programms vorgestellt und diskutiert worden.

Den Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Wissenschaft wurden die Ergebnisse einer umfassenden Evaluierungsstudie vorgestellt, die im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik Berlin (IfS) erstellt wurde. Fazit: „Durch das Stadtumbau-Ost-Programm wird ein wichtiger Beitrag geleistet, die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit ostdeutscher Städte und Gemeinden als Wohn- und Wirtschaftsstandort zu stärken sowie die Wohnungsmärkte und -unternehmen zu stabilisieren“, so Schwerins amtierender Oberbürgermeister Dr. Wolfram Friedersdorff.

Auf der Basis der Untersuchung hat eine vom BMVBS eingesetzte Expertengruppe Empfehlungen für die Weiterführung des Stadtumbau-Ost-Programms formuliert. In dieser Gruppe aus Vertretern von Bund, Ländern und Gemeinden, der Wohnungswirtschaft, der Wissenschaft und den betroffenen Verbänden war auch die Landeshauptstadt Schwerin mit dem Leiter des Amtes für Bauen, Denkmalpflege und Naturschutz, Hans-Hermann Bode vertreten.

Hans-Hermann Bode: „Zunächst ist zu begrüßen, dass mit dieser Studie die großen Anstrengungen und die sichtbaren und vielfach beeindruckenden Ergebnisse der ostdeutschen Kommunen im Stadtumbau deutlich werden. Das Förderprogramm mit den beiden Säulen aus Rückbau leer stehender Wohngebäude und städtebaulicher Aufwertung von Stadtteilen ist von den Kommunen erfolgreich angenommen worden. Die Studie hat auch die Bedeutung der Integrierten Stadtentwicklungskonzepte der Kommunen als Steuerungsinstrument nachdrücklich bekräftigt. Zwar ist seit dem Beginn der Förderung 2002 vieles erreicht worden, große Aufgaben liegen aber noch vor uns. Daher unterstützt die Expertengruppe die empfohlene Weiterführung des Stadtumbau-Ost-Programms auch über 2009 hinaus.“

In Schwerin werden bis Ende 2008 mit Geldern aus dem Stadtumbau-Ost-Programm rund 3.200 Wohnungen abgerissen worden sein. Es ist absehbar, dass auch nach 2009 weitere Abrisse nötig sein werden, um den Leerstand weiter zu begrenzen und zu verringern. Gleichzeitig sind im Zuge des Aufwertungsteils des Stadtumbau-Programms erhebliche Fördergelder in die innerstädtischen Sanierungsgebiete gegangen und haben die klassische Städtebauförderung ergänzt.

Aber auch in die stabilen und auf Dauer zukunftsfähigen Quartiere in den Plattenbausiedlungen wurden Gelder zur Aufwertung eingesetzt. Dazu gehört beispielsweise das Quartier Tallinner Straße/Vidiner Straße in Neu Zippendorf, das aufgrund der umfassenden Neugestaltungen von Wohnungen und Wohnumfeld weit über Schwerin hinaus Beachtung gefunden hat.

In Schwerin erfolgen die Planungen und Maßnahmen des Stadtumbaus auf der Basis des „Integrierten Stadtentwicklungskonzepts Wohnen in Schwerin (ISEK)“ von 2002, das 2005 zum ersten Mal fortgeschrieben wurde.  Zurzeit laufen die fachlichen Vorbereitungen für die nächste Fortschreibung, beispielsweise durch Gespräche der Stadtplaner mit den Wohnungsunternehmen, den Stadtwerken und dem Stadtteilmanagement Soziale Stadt Neu Zippendorf/Mueßer Holz. Im Herbst soll ein Entwurf der Fortschreibung des ISEK’s in die öffentliche Diskussion gebracht werden.

Hans-Hermann Bode: „Damit sollen unter anderem die weiteren Perspektiven für die Stadtteile Neu Zippendorf und Mueßer Holz gezeigt werden. Es gibt neben den Bereichen mit hohen Leerständen die sanierten und stabilen Quartiere in diesen Stadtteilen, die noch deutlicher wahrgenommen werden müssen.“ Auch die Nachnutzung von Abrissstandorten sei wichtig,  entweder durch Grün- und Sportflächen wie im Beispiel Gorodki-Park oder durch die bauliche Nachnutzung wie im geplanten Projekt Mendelejew-/Marie-Curie-Straße. „Innenentwicklung vor Außenentwicklung!“, so Amtsleiter Bode, heiße eine wichtige Maxime der Stadtentwicklung Schwerins. „Nicht zuletzt unter dem Eindruck der Klimaschutzdebatte und des demografischen Wandels immer wichtiger. Die Anpassung der Wohnsiedlungen an veränderte Markt- und Nachfragesituationen durch aktiven Stadtumbau ist ein Beitrag zu nachhaltigen Stadtentwicklung“.

Fotos: Stadt

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