Turn-WM: Gold am „Königsgerät“ Reck

Fabian Hambüchen gewann bei den 40.Turn-WM in Stuttgart den Reck-Weltmeistertitel …

Fabian hat es geschafft !
Am „Königsgerät“ des Herren-Turnens gewann der neue deutsche Turn-Star den Weltmeistertitel am Reck.
Mit einer immens schwierigen und nahezu perfekt geturnten Übung erhielt Hambüchen 16,25 Punkte und distanzierte die Konkurrenten Pegan (Slowenien), Mizutori (Japan), Zonderland (Holland) und Wammes (Holland) deutlich.

Zuvor hatten für Deutschland 1934 Ernst Winter, 1974 Eberhard Gienger, 1991 Ralf Büchner und 1995 Andreas Wecker den WM-Titel am Reck gewonnen.

Die ersten Reck-Weltmeister waren übrigens 1903 gemeinsam die Franzosen Joseph Martinez und Pierre Paysse. Als erster Russe erkämpfte 1954 Walentin Muratow Reck-WM-Gold. Takashi Ono aus Japan war der Asiate mit dem ersten Reck-WM-Titel und Kurt Thomas konnte 1979 für die USA den ersten WM-Titel am „Königsgerät“ sichern.

Stark präsentierten sich in den Einzel-Finals an den Geräten auch China und die USA. Anastasja Ljukin (Schwebebalken) und Mehrkampf-WM-Siegerin Shawn Johnson (Boden) bestätigten die herausragende Form der amerikanischen Turnerinnen in Stuttgart. Am Boden konnte Alicia Sacramone zudem Silber für die US-Girls erobern.

China „räumte“ insbesondere am ersten Finaltag an den Einzelgeräten „mächtig ab“: Chen Yibing wurde Erster an den Ringen, Xiao Qin war am Seitpferd erfolgreich und Cheng Fei erhielt beim Sprung 15,973 Punkte – Lohn: der WM-Titel an diesem Gerät.

Russland siegte am StufenbarrenDie restlichen Einzel-Titel verteilten sich auf Russland (Xenja Semjenowa/Stufenbarren), Brasilien (Diego Hypolito/Boden), Korea (Kim Dae Eun/Barren), Slowenien (Mitja Petkovsek/auch Barren) und Polen (Leszek Blanik/Sprung).

Nach dem erfolgreichen Ende der Turn-WM, auch aus deutscher Sicht, gab es viel Lob vom internationalen Verband wie vom DOSB. DTB-Cheftrainerin Ulla Koch und DTB-Cheftrainer Andreas Hirsch erhielten angesichts der herausragenden Ergebnisse in Stuttgart Vertragsverlängerungen bis 2012.

Kommentar von Andreas Hirsch zur WM 2007: „Es hat alles gepasst. Wir wurden auf einer Welle der Begeisterung getragen und haben uns gar nicht getraut, einen Fehler zu machen.“

Zufrieden war aber ganz besonders der deutsche Turn-Held in Stuttgart, Fabian Hambüchen: „Wahnsinn. Ich bin in der Form meines Lebens !“. Und Vater bzw. Trainer Wolfgang Hambüchen ergänzte im ZDF: „Die WM war ein Riesending für Fabian. Es hat alles geklappt !“.

Breitensportliche Turnvorführungen gab es vor den WettkämpfenRainer Brechtken, DTB-Präsident, zeigte sich ebenfalls vom Erfolg der Turn-WM 2007 sichtlich zufrieden und hofft auf eine Fortsetzung der positiven Entwicklung in Deutschland in den kommenden Jahren:
„Wir brauchen eine Breite in der Spitze, um mittelfristig internationale Erfolge in unseren olympischen Programmsportarten erzielen zu können. Zielsetzung des Turn-Team Deutschland bei den Turn-Weltmeisterschaften in Stuttgart war die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking sowie die Erringung von Medaillen. Beide sportlichen Ziele wurden erreicht und das gesamte Turn-Team hat sich in Stuttgart als Botschafter für das Turnen in Deutschland präsentiert !“.

Das US-Team bei der Siegerehrung auf dem Medal PlaceInsgesamt nahmen rund 1200 Athletinnen und Athleten aus 80 Ländern an den WM in Stuttgart teil.
Mehr als 1000 Medien-Vertreter und über 100000 Zuschauer – in der Halle und beim Public Viewing auf dem Medal Place am Stuttgarter Schloß – verfolgten das weltmeisterliche Turngeschehen.

Zudem gab es ein abwechslungsreiches WM-Rahmenprogramm.

Damit war die Turn-WM 2007 ein Turn-Festival der Rekorde !

Marko Michels

Fotos: Michels / DTB

Medaillenspiegel der Turn-WM 2007

Plakat der Turn-WM 2007Land-Gold-Silber-Bronze

01. China: 5-2-1
02. USA: 4-2-1
03. Deutschland und Korea: 1-1-1
05. Slowenien: 1-1-0
06. Brasilien: 1-0-1
07. Russland und Polen: 1-0-0
09. Rumänien: 0-3-1
10. Japan: 0-1-3
11. Niederlande, Ungarn und Spanien: 0-1-0
14. Bulgarien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Usbekistan: 0-0-1

Info:

Turnen weist in Mecklenburg auf eine lange Tradition zurück. Der älteste Turnverein Deutschland, der Friedländer Turnverein von 1814, befindet sich in unserem Land.

Der Landesturnverband Mecklenburg-Vorpommern mit seinen über 11000 Mitgliedern in über 100 Vereinen (einschließlich in Schwerin) ist der Fachverband für Gymnastik und Turnen, für Leistungs-, Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport. Der Verband ist im Land Mecklenburg-Vorpommern der zweitgrößte Sportfachverband.

Präsident des Turnverbandes M-V ist Eduard Friedrich. M.M.


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