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Umweltverwaltung lässt Wildwuchs in den Lankower Bergen roden

Landschaftspflege sichert Artenvielfalt und wertvolle Kulturlandschaft

Schafe sollen in den Lankower Bergen neuen Wildwuchs verhindern. © R. Meyer zur Capellen

Rodungen für den Naturschutz – das scheint auf den ersten Blick paradox und passt auf den zweiten Blick doch zusammen. In den Lankower Bergen hat die städtische Umweltbehörde jetzt solche Rodungen beauftragt, um wild wachsendes Gehölz auf Naturschutzflächen zu beseitigen und die Festsetzungen der betroffenen B-Pläne weiterhin einzuhalten. Die Arbeiten sollen am 10. Februar beginnen. „Zwischen den Wohngebieten in Lankow und Neumühle gibt es am westlichen Ufer des Lankower Sees eine 50 Hektar große Ausgleichsfläche für den Naturschutz, die als halboffene Grünlandschaft großen Stellenwert für die Artenvielfalt und als Naherholungsfläche hat. Hier sind in regelmäßigen Abständen landschaftspflegerische Eingriffe nötig, damit sich dieses extensiv genutzte Grünland nicht mit der Zeit in eine Waldlandschaft verwandelt“, sagt der Leiter des städtischen Fachdienstes für Umwelt Dr. Hauke Behr.

Bedrohte Biotope: extensives Grünland und Heideflächen

Im Februar sollen zunächst die Bereiche mit der größten Gehölzentwicklung gerodet werden, die sich links und rechts der Bustrasse befinden. Hier soll eine offene Grünlandfläche wiederhergestellt werden, die später als Schafweidefläche genutzt werden soll. Größere Gehölzinseln und markante Einzelbäume sollen als Lebensraum für Tiere erhalten bleiben. Besonders wertvoll ist jedoch an dieser Stelle aus Sicht des Naturschutzes eine halboffene Weidelandschaft, in der auch Vögel wie Feldlerche und Rebhuhn inmitten der Stadt ein Zuhause finden. „Lebensräume wie extensives Grünland und Heideflächen für Arten wie Tagfalter, Libellen oder Amphibien, die eine eher offene Landschaft bevorzugen, zählen inzwischen bundesweit zu den bedrohten Biotopen und haben eine erhebliche Erholungsfunktion. Innerhalb der Stadt gilt es diese zu erhalten und zu entwickeln. Daher sind Eingriffe zu ihrem Erhalt nötig und gerechtfertigt“, so Dr. Hauke Behr.

Dieser Wildwuchs soll gerodet werden. © Untere Naturschutzbehörde

 

Die Landeshauptstadt bittet die Anwohner und Erholungssuchenden um Verständnis, dass in den Lankower Bergen in diesem Jahr nicht alle Flächen jederzeit begehbar sind. „Bis sich nach der Neuansaat wieder eine geschlossene Wiesendecke entwickelt hat, werden ein paar Monate vergehen.“ Nach den Planungen der Umweltbehörde kann aber schon Ende des Jahres die abschnittsweise Beweidung der Flächen zwischen Lankower See und der B106 beginnen. Die Schafe werden dann ein erneutes Zuwachsen durch Bäume verhindern und einen zusätzlichen Blickfang für Besucher des Naherholungsgebietes bieten. Die Stadt plant Informationstafeln und Bänke an den Aussichtspunkten.

Führung durch die „Naturschutz-Baustelle“ geplant

Interessierte Bürger können sich Ende Februar bei einer Führung durch die „Naturschutz-Baustelle“ über das Vorhaben informieren. Die landschaftspflegerischen Eingriffe basieren auf Untersuchungen eines Schweriner Fachplanungsbüros, die im vergangenen Jahr von der Umweltbehörde beauftragt wurden. Das darauf basierende Konzept mit konkreten Landschaftspflege- und -entwicklungsmaßnahmen hat der Fachdienst den betroffenen Ortsbeiräten vorgestellt. Es kann jederzeit auch im Fachdienst Umwelt eingesehen werden.

Quelle: LHS

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