Viel PS und Interessierte bei der 18. Motorradausstellung in Schwerin

Vielseitiges Programm in und an der Kongresshalle

Zum 18. Mal weilte die Motorradausstellung in der Schweriner Sport- und Kongresshalle. Zum 18. Mal lockte das Event rund um das Motorrad – dessen technischens und modisches Zubehör, dessen sportliche Qualitäten und dessen Entwicklung in Vergangenheit und Gegenwart – eine große Anhängerschaft aus Schwerin und aus ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Dabei gab es nicht nur im Indoor-Bereich der Halle an der Wittenburger Strasse jede Menge zu sehen – heiße Öfen mit viel PS und nicht weniger engagierte Motor-Girls an den Maschinen – auch das Außen-Gelände wurde für vielfältige Angebote genutzt. Vorführungen und „Mit-Mach-Angebote“ für das jüngere und reifere Alter gehörten natürlich traditionell zur Motorradausstellung in Schwerin (einschließlich Show Truck).

In diesem Jahr „ging“ mit der Burn Out-Show – nicht nur etwas für überarbeitete Bürokraten ohne Motorrad – und mit der Pitbike-Freestyle-Show motorradsportlich so richtig „die Post ab“. Freestyle ist dabei ein Trend, der seit Beginn der 2000er Jahre über „den großen Teich“ nach Europa kam und bei dem die Freestyler mit ihren Mini-Crossern bis zu 6 Metern hoch und bis zu 25 Metern weit springen. Tja, wer hoch hinaus wollte – unbedingt mit dem Motorradsattel unter der Sitzfläche – konnte auf dieses Angebot zurückgreifen.

Aber warum war erneut die Landeshauptstadt Schwerin Mittelpunkt des (Motorrad-)Geschehens in M-V?!

Ganz einfach:  Motorsport und Schwerin – das hat Tradition. Nach 1900 erfuhren die motorsportlichen Disziplinen, wie Motorradsport, Automobilsport, Motorbootsport und Motorflugsport, in der mecklenburgischen Landeshauptstadt eine zunehmend positive Resonanz unter der Schweriner Bevölkerung. Insbesondere der Schweriner Motorrad-Club von 1924 und der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club konnten echte Begeisterung bei den Schwerinerinnen und Schwerinern entfachen.

Seit etwas mehr als 100 Jahren gibt es in der Landeshauptstadt einen Mecklenburgischen Automobil-Club, wobei Schwerin von der internationalen motorsportlichen Entwicklung seinerzeit sehr beeinflusst wurde. So beteiligten sich nahezu alle führenden Hersteller von Motorfahrzeugen an den internationalen Wettbewerben seit 1900 fort folgend, z.B. seit 1935 an den Europameisterschaften oder bereits seit 1923 an den Stunden-Rennen von Le Mans. Die automobilsportliche Begeisterung erreichte Schwerin selbst  im Jahr 1911. In jenem Jahr gründete sich hier der Großherzoglich Mecklenburgische Automobil-Club, zugleich Automobil-Club von Deutschland, dessen Protektor – wie der Name vermuten läßt – der mecklenburgische Großherzog war.

Im Jahr 1924 gründete sich dann auch in Schwerin ein motorradsportlicher Verein, der „Schweriner Motorrad-Club von 1924 (Deutscher Motorradsport-Verband)“.  Noch im Gründungsjahr veranstaltete der „SMC“ die Klubmeisterschaft von Mecklenburg, für die der Großherzog ab 1925 einen Wanderpokal stiftete.  Bis 1933 fanden alljährlich die mecklenburgischen Motorrad-Meisterschaften um den Wanderpokal des Großherzogs unter der „Obhut“ des „Schweriner Automobil-Clubs“ statt.

Und auch auf dem Wasser und in der Luft ging es seit Anfang des 20. Jahrhunderts in Schwerin motorsportlich rund: Nach dem ersten Weltkrieg konnten sich auch die Schweriner für diese Sportart begeistern und gründeten den „Schweriner Motorboot-Club e.V.“. Dieser veranstaltete bis 1933 jährlich Club-Regatten mit auswärtiger Beteiligung, die meistens in der Zippendorfer Bucht, auf dem Großen Schweriner See oder auf dem Burgsee stattfanden. Für diese Regatten stiftete der Magistrat Schwerin einen Wanderpreis.
Sehr engagiert war „in der Stadt der sieben Seen“ außerdem seit den 1920er Jahren der „Flieger-Verein zu Schwerin“ bei der Durchführung von Wettkämpfen: Zwischen 1925 und 1933 fanden einige Wett- und Schau-Fliegen in Schwerin statt.

Wer sich so engagiert den vielfältigen Möglichkeiten des Motorsportes widmet, wie die Schwerinerinnen und Schweriner, der hat es eben auch verdient seit 1994 die alljährliche Motorradausstellung zu präsentieren.

So waren fast 60 Aussteller bei der Motorradausstellung präsent, davon rund 30 aus Mecklenburg-Vorpommern, die wieder knapp 10.000 Gäste begrüßen konnten. Für viele Motorrad-Interessierte ist die Motorradausstellung ohnehin der Startschuss in die neue Motorrad-Saison. Und so begutachteten die Biker natürlich auch das Neueste vom Neuen aus der Motorrad-Welt, so unter anderem auch Hondas neues Crossover-Bike, die NC 700X.

Wo Motorräder sind, ist „unser Freund und Helfer“ nicht weit. So präsentierte sich das Polizeipräsidium Rostock gemeinsam mit den Polizeiinspektionen ebenfalls auf der Motorradausstellung 2012 in Schwerin – zum ersten Mal mit einem Info-Stand. Polizeibeamte und Präventionsmitarbeiter aus Rostock, Schwerin, Wismar und Ludwigslust gaben dabei Hinweise, wie man sicher und gesund durch die Motorrad-Saison 2012 kommt.

Ein Tipp am Rande: Immer in den Rückspiegel schauen und das Gesamtgeschehen vorneweg nie aus den Augen verlieren …
Übrigens: Nach Angaben des statistischen Landesamtes M-V wurden allein im Jahr 2010 insgesamt 322 motorisierte Krafträder mehr als ein  Jahr zuvor angemeldet …

Motorrad fahren ist eben mehr als beliebt in M-V …

M. Michels


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