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Volleyball: SSC-Mannschaftskapitän Julia Retzlaff vor Abschied

Im ersten Finalspiel am gestrigen 11. April um die deutsche Meisterschaft in der ersten Frauen-Volleyball-Bundesliga gab es wieder eine denkwürdige Begegnung. Wie schon gegen Suhl im Viertelfinale und Vilsbiburg im Halbfinale machten es die SSC-Damen in der Arena  Schwerin es ungemein spannend. So spannend, dass die zahlreichen Zuschauer – insgesamt 2061 – reichlich Nerven-Nahrung benötigten. Für Julia Retzlaff war es das letzte Heimspiel ihrer sportlichen Karriere.

ssc_dsc_bildmm.jpgSchwerin (M.M.): Nach mehr als zwei Stunden effektiver Spielzeit stand es letztendlich 3:2 für Schwerin, in einem Spiel, in dem beide Teams wahre „Wechselbäder“ der Gefühle erdulden mussten. Zunächst waren die SSC-Damen klar die bessere Mannschaft, gewannen den ersten Satz sicher mit 25:16, aber bereits der 2. Satz sah einen wechselvollen Verlauf – nach großem Kampfgeist stand es 27:25 aus Schweriner Sicht. Der Bruch im Schweriner Spiel erfolgte dann im dritten Durchgang. Relativ deutlich siegte Dresden in diesem Satz mit 25:19 und auch im vierten Satz ein ähnliches Bild – Dresden holte den vierten Durchgang mit 25:17.
Die Entscheidung musste der Tie-Break mit sich bringen und hier bewiesen die SSC-Mädel um Mannschaftskapitän Julia Retzlaff, Berit Kauffeldt, Anne Buijs, Anja Brandt, Patricia Thormann, Lisa Thomsen, Mira Topic, Denise Hanmke und Hiroko Hakuta wieder einmal „Nerven aus Stahl“. Mit dem berühmten Schweriner „Fighting Spirit“ rangen sie die zunächst führenden Dresdnerinnen mit 15:10 nieder und gewannen verdient das Spiel.

Wie schon im Vorjahr 2011, als Schwerin das Hinspiel im Tie-Break gegen Dresden gewann und dann in „Elb-Florenz“ mit einem Sieg (3:0) alles klar machte. Wiederholt sich also Volleyball-Geschichte am 14. April, am Tag des Rückspieles, beim zweiten Finalspiel in Dresden?! Für den SSC, für den M-V-Volleyballsport insgesamt, wäre das eine ganz, ganz große Sache! Ganz gleich jedoch wie das Rückspiel zwischen Dresden und Schwerin enden mag, eine Ära wird an diesem Tag auf jeden Fall Geschichte sein.

biritkauffeldt_juliaretzlaff.jpgSSC-Mannschafts-Kapitän Julia Retzlaff bestreitet an diesem Tag definitiv ihr letztes Bundesligaspiel für den Schweriner SC, eine Spielerin, die sieben Jahre lang das Schweriner Team prägte und gestaltete. So war Julia an drei Pokalsiegen 2006, 2007 und 2012 und an drei Meistertiteln 2006, 2009 und 2011 maßgeblich beteiligt – Titel Nr. 4 sollte nun am kommenden Samstag folgen. Ohne ihre schwere Verletzung im Februar 2007 hätte Julia Retzlaff sicherlich auch auf eine erfolgreiche Karriere in der Nationalmannschaft hoffen können, aber auch so bleibt sie zweifellos eine der herausragenden Schwerinerin Spielerinnen der 2000er Jahre.
juliaretzlaffbild4.jpgTja, es gibt natürlich auch noch andere wichtige und interessante Dinge jenseits des Sportes und so dürfte Julia Retzlaff als studierte Hotel- und Tourismusmanagerin (Bachelor of Arts) auch ihren weiteren Weg erfolgreich meistern. Im Sommer wird sie zunächst ihr Volleyball-Dress gegen den Braut-Schleier tauschen und dann warten die neuen Herausforderungen.

Nachgefragt bei Julia Retzlaff:

Frage: Die SSC-Damen haben es in dieser Saison einige Male spannend gemacht, insbesondere die Golden Sets gegen Suhl und Vilsbiburg bleiben unvergesslich. Sie spielen ja seit 2005 im SSC-Team. Was zeichnet die Mannschaft von 2012 aus?

juliaretzlaffbild1.jpgJulia Retzlaff: Ich denke gerade in den letzten drei, vier Wochen wird ganz deutlich, dass wir insbesondere in den engen Situationen auf den Punkt topfit sind. Ob es sich dabei um die Golden Sets gegen Suhl oder gegen Vilsbiburg handelte, ob das der fünfte Satz im Heimspiel gegen Suhl war oder nun heute der erfolgreiche Tie-Break gegen Dresden – dieser Kampfgeist ist ein ungemein großer Vorteil, der uns unheimlich stark macht und uns sehr viel Selbstbewusstsein gibt.

Frage: Nun treten Sie leider zum Saison-Ende zurück … Machen es so wie eine gleichaltrige Biathletin aus dem Süden der Republik! Ist dieser Entschluß ein lang überlegter … Werden Sie den Volleyballsport nicht vermissen?

Julia Retzlaff: Natürlich werde ich den Volleyballsport vermissen – ganz klar. Dieser war nun einmal bisher ein ganz großer Teil meines Lebens, aber der Entschluß für den Rücktritt ist schon seit einer ganzen Weile gereift und gut überlegt.

Frage: Das Hinspiel um die Meisterschaft 2012 gegen Dresden endete gerade 3:2 – vor einer beeindruckenden Kulisse in der Arena. Wenn Sie bereits einen kleinen Rückblick wagen: Was waren für Sie die schönsten Momente Ihrer Karriere?!

juliaretzlaffbild2.jpgJulia Retzlaff: Die erste Saison 2005/06, als ich als achtzehnjährige Spielerin zur ersten SSC-Mannschaft kam und gleich spielen durfte, das war schon etwas ganz Besonderes. Und als dann noch das Double gelang – der Gewinn des DVV-Pokals und der deutschen Meisterschaft – das war zusätzlich etwas Einzigartiges, Unvergessliches!

Frage: Wird man Sie vielleicht – zumindest als Freizeitspielerin – dennoch als Volleyballspielerin, auch beim Beach-Volleyball, zukünftig erleben können? Gibt es schon konkrete berufliche Pläne?

Julia Retzlaff: Gegenwärtig hege ich keine Ambitionen weiter Volleyball zu spielen – weder in der Halle noch „am Strand“. Aber das kann sich durchaus noch ändern …
Ansonsten möchte ich beruflich im Tourismus-Bereich arbeiten, habe mich dort bereits beworben und hoffe, dass alles klappen wird.

Frage: Und … Werden Sie Schwerin und MV treu bleiben?

juliaretzlaffbild3.jpgJulia Retzlaff: Ich werde zwar nach Hamburg gehen, bleibe aber Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern weiterhin verbunden. Das ist nun einmal meine Heimat!

Dann alles erdenklich Gute für Sie, Julia – persönlich, beruflich und auch (noch ein „wenig“) sportlich!

Interview Marko Michels, Foto (6): M. Michels (2), P. Bohne (4)


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