Vor der Hamburg-Wahl

Kopf-an-Kopf-Rennen der politischen Lager …

Ole B. oder Michael N. – so lautet heute die spannende Frage bei der Hamburg-Wahl.

Galt die SPD vor 12 Monaten noch als hoffnungslos zerstritten, so konnte der schöngeistige Michael Naumann auch die Lage der SPD an der Waterkant etwas aufpeppen.

Zumindest liegen die Hamburger Sozialdemokraten nach letzten Umfragen bei 35 Prozent, nur vier Prozentpunkte hinter der bislang mit absoluter Mehrheit regierenden CDU des Ole von Beust.

Kurt SievekingFür 1,24 Millionen Hamburger gilt es nun, „hessische Verhältnisse“ in der Hamburger Bürgerschaft zu vermeiden – ein Patt zwischen Konservativen und Liberalen einerseits und „Sozial-Ökologen“ plus Linkspartei andererseits.

Eigentlich war Hamburg ja seit 1946 fast immer in „SPD-Hand“, bis auf die vierjährige Regierungszeit von Dr.Kurt Sieveking (CDU) von 1953 bis 1957.

Ansonsten sorgten solche politischen Legenden und Persönlichkeiten, wie Max Brauer (mehr als zehnjährige Regierungszeit von 1946/53 und 1957/61), Dr.Henning Voscherau Max Brauer(mehr als neunjährige Amtszeit von 1988 bis 1997), Dr.Klaus von Dohnanyi (sieben Jahre Regierender Bürgermeister 1981/88) oder Hans-Ulrich Klose (mehr als 6 Jahre die Nr. 1 in Hamburg von 1974-81) für relativ klare Verhältnisse nicht nur aus SPD-Sicht.

Weitere namhafte Regierungschefs der Hansestadt mit SPD-Parteibuch waren u.a. Dr.Herbert Weichmann (1965-71), Peter Schulz (1971-74), Sohn des früheren sehr populären Rostocker Oberbürgermeisters Albert Schulz, und zuletzt Ortwin Runde (bis 2001).

Seit 2001 „startete“ dann Ole von Beust in Hamburg „durch – und distanzierte die Sozialdemokraten bei der letzten Bürgerschaftswahl 2004 deutlich.

Doch sein Stern sank in der jüngeren Vergangenheit bei den potentiellen Wählern, glaubt man den Prognosen, stetig.

Ausschlaggebend am heutigen Tag sind die Ergebnisse der kleinen Parteien (aktuelle Umfragen: GRÜNE bei 10 Prozent, die LINKE bei 8 Prozent und die FDP bei 5 Prozent).

In den letzten „Stunden“ sorgte eine mögliche indirekte Regierungsbeteiligung der LINKEN in Hessen für viel Aufregung.

Hamburgs SPD-Spitzenkandidat Naumann schloss hingegen kategorisch jegliche Zusammenarbeit mit den LINKEN aus.

Mal sehen, ob das auch nach der Wahl so gilt …

Zumindest wird es heute nach 18 Uhr (erste Hochrechnungen im TV) wieder so richtig spannend – insbesondere aus politischer Sicht !

Marko Michels

INFO:

Letzte Wahl zur Bürgerschaft in Hamburg 2004

1. CDU: 47,2 % 2. SPD: 30,5 % 3. GRÜNE: 12,3 % 4. FDP: 2,8 %

Wahlbeteiligung 2004: 68,7 %.

Zuletzt aktualisiert am 20. November 2022 um 23:49 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

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