Wirtschaft in Westmecklenburg gewinnt weiter an Schwung

Der wirtschaftliche Erholungsprozess in Westmecklenburg setzt sich fort. Mit einem Drittel bezeichnen deutlich mehr Unternehmen als noch zu Jahresbeginn 2010 ihre aktuelle Geschäftslage als gut (Jahresbeginn 2010: 25 Prozent). Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin hervor, für die im Mai 2010 über 800 Westmecklenburger Unternehmen aus Industrie, Bauwirtschaft, Handel, Verkehr und aus dem Dienstleistungssektor befragt wurden.

Insbesondere Industrie und Handel beurteilen ihre gegenwärtige Situation positiv, während in der Dienstleistungsbranche die Lageeinschätzung etwas weniger gut als noch zu Jahresbeginn ausfällt.

Die Zeichen stehen wieder auf Aufschwung: Nach den zögerlichen Geschäftserwartungen zu Jahresbeginn schauen viele Unternehmen im Mai 2010 wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. „Dank besserer Auslastung und Auftragszuwächsen deutet die Tendenz der wirtschaftlichen Entwicklung im Frühsommer weiter nach oben“, erklärt Ulrich Unger, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin. Die positiven Geschäftserwartungen überwiegen nun wieder die negativen.
„Besonders erfreulich ist, dass dies auf eine gleichlaufende Besserung von Geschäftslage und Geschäfterwartungen zurückzuführen ist – ein typisches Zeichen für eine beginnende Aufschwungsphase“, so Unger weiter.

Das aufgehellte Geschäftsklima überträgt sich auch auf die Investitionspläne, welche im Vergleich zum Jahresbeginn 2010 deutlich zulegen. Knapp ein Viertel der investierenden Unternehmen gaben an, das Investitionsbudget weiter steigern zu wollen. Im Dienstleistungssektor sinkt der Anteil der investierenden Unternehmen allerdings zum dritten Mal in Folge. Während branchenübergreifend drei Viertel der Unternehmen investieren, sind dies mittlerweile nur noch zwei Drittel der Dienstleister.

Für die Unternehmensfinanzierung bleibt allerdings weiterhin die Bonität ein besonderes Kriterium. „Die finanziellen Polster vieler Unternehmen sind in den letzten Monaten geschrumpft. Nun aber müssen viele Unternehmen neue Aufträge vorfinanzieren“, gibt der IHK-Hauptgeschäftsführer zu bedenken. Hinzu kommt, dass steigende Investitionen einen höheren Kreditbedarf nach sich ziehen. Zudem könnte sich die Situation von Banken aufgrund drohender Abschreibungen auf Staatsanleihen und erhöhter Eigenkapitalanforderungen noch verschlechtern. „Eine ausreichende Liquidität der Unternehmen ist daher von enormer Wichtigkeit für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung“, so Unger abschließend.


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