Zirkus-Time in Schwerin

Gastspiel des Zirkus Probst in Krebsförden

Ist denn immer noch oder schon wieder Zirkus-Zeit?! Diese Frage zu beantworten, ist in MV äußerst schwierig, denn irgendetwas ist immer, ob in der Politik, in der Kultur, bei den Finanzen oder im realen Leben. Zwischen Clownerie, Zauberei, Artistik und den Aufführungen „großer und kleiner (politischer) Alpha-Tiere“ nach dem Motto „Als Tiger gestartet und als Bettvorleger gelandet!“ gibt es so manche Kunststücke in und neben den Amtsstuben.
Mitunter viel Drama, sogar reale Emotionen, manchmal nur billige Hütchenspieler-Tricks, aber auch „Tragikomödie“ und bemerkenswerte Trauerspiele.

Aber damit ist nun endlich Schluß. Endlich kommen Künstlerinnen und Künstler, die den Namen verdienen und werden eine Zirkus-Show der Extra-Klasse präsentieren. Tja, nicht erst ab Juni, wenn der Zirkus Roncalli gemeinsam mit dem Mecklenburgischen Staatstheater im Rahmen der Schloßfestspiele auf dem Alten Garten in Schwerin den „Bajazzo“ präsentiert. Nein, bereits vorher gibt es beste Zirkus-Kunst – dank „Blau-Weiß“! Und der Experte weiß spätestens hier: Das bayrische Oktoberfest kann es nicht sein, das beginnt ja erst rund fünf Monate später. Schalke 04 ist es auch nicht. Es ist … Na klar! … Der Zirkus Probst.

Vor zwei Jahren waren Alexandra Probst und Co. zuletzt  in der „Stadt der sieben Seen“ – und damals war das Programm, ganz akademisch ausgedrückt, „der Hammer“. Kann man das noch toppen?! … Und ob! Zirkus-Künstler wissen sogar, wie die eigenen Ansprüche übererfüllt werden können.

… Im Mai 2010 interviewte (SN-News) Alexandra Probst, die unheimlich begabte „Pferdeflüsterin“ vom Zirkus Probst. Die sportliche Künstlerin Alexandra ist nun 2012 natürlich wieder „an Bord“. Grund genug bei der beeindruckenden und anmutigen Zirkus-Künstlerin einmal nachzufragen …

„Für mich eine echte Berufung …“

Frage: Zwei Jahre sind seit dem letzten Gastspiel in Schwerin vergangen. Seitdem ist viel passiert. Spanien ist neuer Fußballweltmeister. Sebastian Vettel wurde zweifacher Formel 1-Weltmeister. Borussia Dortmund ebenfalls zweimal deutscher Fußball-Meister. Es gibt natürlich auch Kontinuität. Frau Merkel ist noch immer Bundeskanzlerin. Herr Sellering noch immer MV-Ministerpräsident – und Neujahr auch noch immer der erste.

Was hat es sich aber bei Ihnen alles getan – persönlich wie im Zirkus Probst allgemein? Welche positiven News gibt es aus dem Zirkus Probst? (Anmerkung: Bitte keine negativen – die gibt es in Schwerin genug!)

Alexandra Probst: Tja, woanders mögen die News negativ sein, bei uns sind sie es garantiert nicht. Wir sind ja ohnehin Zirkus-Leute, die sind ja hart im Nehmen und verlieren nie ihren Humor! Tja, ansonsten hat sich bei uns schon eine Menge getan. Unser Programm ist komplett neu, natürlich auch meine Darbietungen.  So werde ich  eine Freiheitsdressur mit sechs andalusischen Hengsten präsentieren. Außerdem geht mit mir  die ungarische Post ab und einer Ponydressur mit 21 Ponys gehört 2012 ebenfalls zum Repertoire. Auch bei uns bleibt nichts so, wie es ist!

Frage: Welche weiteren besonderen Highlights gibt es im neuen Programm des Zirkus Probst?

Alexandra Probst: Wir haben in diesem Jahr auch kubanische Künstler engagiert, die Bungee-Jumping zeigen, wie es bisher so noch nicht zu sehen war. Außerdem kann man die „Truppe Havanna“ mit beeindruckender Handstandsakrobatik erleben. Und immer ein Highlight ist auch unser Zirkus-Probst-Orchester – mit echt handgemachter Musik! Ansonsten ist so viel Neues und Großartiges zu erleben, dass ich jeder Neugierigen und jedem Neugierigen nur sagen kann: Kommt einfach zu „Blau-Weiß“, also zu den Vorstellungen des Zirkus Probst!

Frage: Im letzten Jahr lief ja der sehr interessante Film „Wasser für die Elefanten“ mit der Hauptdarstellerin Reese Witherspoon in den Kinos – wie Sie eine begnadete Dompteuse, mit dem großen Feeling für Pferde. Dort wurden auch die äußerst rauen Zirkus-Sitten, der graue Zirkus-Alltag gezeigt. Wie ist es hingegen im Zirkus Probst? 365 Tage „Sonnenschein“ ist sicher auch nicht immer angesagt – oder?!

Alexandra Probst: Das Zirkus-Leben ist auch heute noch ziemlich rau. Viel Romantik, wie im großen Kino, gibt es allerdings nur wenig. Alles ist genau durchorganisiert, das Programm wird sorgfältig konzipiert und professionell umgesetzt, wir sind eben ein wirtschaftliches Unternehmen, eine „rollende Fabrik“.

Dennoch: Die Arbeit macht uns, den Künstlerinnen und Künstlern, viel Spass. Es ist für uns ja mehr Berufung als Beruf, die Zuschauer in eine andere Welt, raus aus dem grauen Alltag zu „entführen“.  Und da muß das Programm abwechslungsreich und interessant sein.

Frage: In drei Monaten finden die Olympischen Spiele in London statt – auch mit den olympischen Pferdesportwettbewerben. Eine junge Amazone, Janne Friederike Meyer, die amtierende Team-Europa- und Weltmeisterin, könnte dort im Springreiten das Feld aufmischen.  Hatten Sie eigentlich selbst einmal reitsportliche Ambitionen? Was begeistert Sie nun an der Arbeit mit Pferden und Ponys im Zirkus?

Alexandra Probst: Ich habe ja die Gene für dieses Interesse, für die Hingabe zu den Pferden praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Meine Mutter Mercedes ist ja in diesem Bereich eine großartige Künstlerin, die mich stets inspirierte. So profitiere ich von ihrer jahrzehntelangen Erfahrung. Für mich war sie eine ganz besondere Lehrmeisterin.
Was die sportliche Seite betrifft …

In meiner Ausbildung zur Pferdewirtin war ich ja auch mit dem Springsport verbunden, aber letztendlich sah  ich in der Dressur, in der Zirkus-Arbeit mit den Pferden und Ponys meine berufliche und künstlerische Perspektive.

Frage: Schwerin, die Stadt der Ochsenköppe, bietet durchaus auch Abwechslung. Bleibt neben den Zirkusvorstellungen für Sie eigentlich Zeit, die Stadt ein wenig zu erkunden, sogar einmal in einer Disco „abzuhängen“?

Alexandra Probst: Also, wenn es nur noch 24 Stunden Zirkus-Arbeit am Tag gäbe, würde ich sofort kündigen. Natürlich kann man die Arbeit im Zirkus nicht mit der eines Büro-Arbeiters vergleichen, der von Montag bis Freitag jeweils acht Stunden tätig ist und am Wochenende frei hat. Bei uns gibt es sieben Tage pro Woche viel Arbeit, auch an den Wochenenden und zu den unmöglichsten Zeiten.

Da sind die Vorstellungen, das Training, die Pflege der Tiere, das logistische Vorbereiten, und, und, und … Aber wir sind alle jung, zumindest im Herzen, und wollen auch etwas jenseits des Zirkus-Zeltes einiges erleben. Insofern werden wir auch die Diskotheken bei unseren Auftritten in Meck-Pomm etwas unsicher machen.

Dann alles erdenklich Gute für Schwerin und eine angenehme Anfahrt!

Zu den Vorstellungszeiten
„Alles neu macht der Mai!“, heißt eine schöne Volksweisheit. Der Frühling setzt sich mit ganzer Macht durch, die Schmetterlinge fliegen am Himmel oder im Bauch, was so viel bedeutet: Es ist auch ein Monat der großen Gefühle.

Vom 15.Mai bis 20.Mai werden namhafte Künstlerinnen und Künstler ihre große Klasse unter Beweis stellen – täglich um 15.00 Uhr und um 18.30 Uhr, am Sonntag um 10.30 Uhr und 15.00 Uhr.

Darum „Vorhang auf!“, „Hereinspaziert!“ und einmal so richtig den Alltag vergessen! Der beginnt ja nach dem 20. Mai mit anderem Zirkus wieder …

Marko Michels


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