Der Traum von der Olympia-Medaille …

Interview mit der Ruderin Marlene Sinnig

Frage: Marlene, der „Countdown“ bis Peking läuft unaufhörlich … Ist bei Ihnen schon das „gewisse, olympische Kribbeln“ vorhanden ?

Marlene Sinnig: Auf jeden Fall.Zwar weiß ich noch nicht, ob ich wirklich dabei bin, aber das „olympische Kribbeln“ ist kaum zu unterdrücken. Es ist ein ganz eigenartiges Gefühl, dass mir diesen „besonderen Kick“ gibt, mich immer mehr anspornt, um dabei zu sein!

Frage: Sie sind eine erfolgreiche Ruderin und starten im Achter. Wenn es gut läuft, freuen sich natürlich alle ! Wie ist es eigentlich, wenn das Ergebnis z.B. bei einer WM nicht ganz „so rosig“ ist, wird dann erst einmal nach der „Schuldigen“ im Boot gesucht (;)) ?

Marlene Sinnig: Wenn wir uns an unser mißglücktes WM Finale 2007 erinnern,fragen wir uns immer noch, warum es nur der 5.Platz geworden ist !… Eine richtige Erklärung oder „eine Schuldige bzw. einen Schuldigen“ haben wir allerdings nicht ! Andere trainieren auch,und wollen – wie natürlich alle Ruderinnen und Ruderer dieser Welt in einem Finale – den Sieg ! Man muß halt im Sport – auch wenn es ungemein hart ist – mit Niederlagen leben können. Es ist einfach nur ärgerlich und man muß versuchen, daraus neue Motivation und Kraft zu schöpfen – und das nächste mal einfach noch mehr „am Stöckchen“ ziehen 🙂 !

Frage: Viele meine – und Ihr äußeres Erscheinungsbild bestätigt dieses (;)) – Sie seien ein rudersportlich talentiertes Model … Gibt es für Sie auch ein Leben jenseits des Ruderbootes ?

Marlene Sinnig: Momentan noch nicht so richtig, denn meine Zeit „opfere“ ich voll und ganz dem Sport, was auch – dank der Sportfördergruppe der Bundeswehr – ein Privileg ist. Abends habe ich dann Zeit für meinen Freund, der gegenwärtig im Deutschland-Achter rudert! Ab August will ich dann eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin machen. Mal sehen was dann noch so kommt – ich bin diesbezüglich gespannt! – Dem Rudern bleibe ich aber trotzdem treu!!

Frage: Einige „maritime Hürden“ sind bis Peking noch zu bewältigen. Wie sieht Ihr Wettkampf- und Trainingsplan bis Peking aus ?

Marlene Sinnig: Das Trainingspensum ist deutlich mehr, als in den vergangenen Jahren. Auch die Trainingslager sind zahlreicher geworden … Wir waren zum Beispiel seit Jahresbeginn nur sechs Wochen zu Hause (und wenn ich „zu Hause“ sage, meine ich leider nicht Rostock, da war ich nur zu Ostern mal kurz.
Die Wettkämpfe vor dem Höhepunkt sind aber die gleichen wie jedes Jahr.
Am Pfingst-Wochenende ist unser erster Weltcup in München; dann folgen Luzern (30.05.-01.06) und Poznan (18.06.-22.06.) – und dann gehts hoffentlich „Schritt für Schritt“ in Richtung Peking.

Frage: Sie wurden 1984, im Jahr der glanzvoll organisierten Spiele in Los Angeles, geboren. Damals gab es einen Boykott vieler real-sozialistischer Länder. Nach dem harten Durchgreifen der chinesischen Behörden in Tibet mehrten sich auch hierzulande die Stimmen für einen Boykott. Wie ist hierzu Ihre Meinung ?

Marlene Sinnig: Ich denke nicht, dass ein Boykott sinnvoll wäre – im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass gerade in den zwei Wochen der Olympischen Spiele der öffentliche Focus vermehrt auf die Problematik „Einhaltung der Menschenrechte, der Presse- und Meinungsfreiheit, insbesondere auch in der Region Tibet“ gerichtet sein wird und dieses für die Lösung des Konfliktes förderlich sein kann.

Frage: China ist auch im Rudersport auf dem Vormarsch; einige neue Regatta-Strecken entstanden dort. Kennen Sie die olympische Regatta-Strecke bereits ?

Marlene Sinnig: Nur von Bildern leider… Die Junioren-WM fanden dort statt, aber die Strecke macht – soweit ich das beurteilen kann – einiges her !

Frage: Bei welchen sportlichen Schlagzeilen wäre 2008 für Sie ein „perfektes Ruder-Jahr“ ?

Marlene Sinnig: „Marlene Sinnig holt Olympiamedaille im Achter!!!“

Marko Michels

Fotos: Ruder-Verband


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