Nach der Hessen- und Niedersachsen-Wahl 2008

Wahl-Krimi bis Mitternacht

Nachdem in Niedersachsen Amtsinhaber Christian Wulff sicher mit seiner CDU gewann und die Koalition mit der FDP die nächsten fünf Jahre fortsetzen kann, wurde es in Hessen eng, so eng sogar, dass bis kurz vor Mitternacht nicht eindeutig der Sieger feststand.

Lange Zeit, noch bis 23.30 Uhr am 27.Januar 2008, sah es nach einem knappen Erfolg der SPD in Hessen aus.

Alle Prognosen und die Hochrechnungen bis kurz vor 0.00 Uhr sahen die Hessen-SPD vorn. Doch am Ende war die vermeintliche Wahlsiegerin Andrea Ypsilanti nur eine „gefühlte Wahlgewinnerin“.

Zwar legte die hessische SPD kräftig zu (um knapp 8 Prozent), aber die CDU des Roland Koch zog doch noch an der SPD vorbei.

Rund 3600 Stimmen hatte er gerade mehr, aber es reichte für seine CDU: Das vorläufige amtliche Endergebnis stand damit fest 36,8 % der CDU und – denkbar geringfügig dahinter – die SPD mit 36,7 %.

Damit dürfte den Hessen ein schwieriger Koalitionspoker bevorstehen.

Die FDP will nicht mit SPD und Grünen (also keine „Ampel“), die Grünen wollen nicht mit CDU und FDP (also keine „Jamaika“-Koalition), die Koch-CDU will nicht mit der Ypsilanti-SPD und die SPD mag die Linken nicht, und wenn „keiner mit keinem“ will, muß halt noch einmal „gewürfelt“ werden.

Und, wenn das nicht hilft, kann ja die Hessen-Regierung im Rotationsprinzip gebildet werden:
Mal die Schwarzen, mal die Roten, mal die Blau-Gelben, mal die Grünen und letztendlich mal die „Knallroten“ ran.

Aber letztendlich gibt es wohl in Hessen die „deutsche Lösung“, also die langweiligste – eine „Große Koaltion“.

Christian WulffNiedersachsen-Wahl 2008:
1.CDU: 42,5 % 2.SPD: 30,3 % 3.FDP: 8,2 % 4.GRÜNE: 8 % 5.LINKE: 7,1 %

Andrea YpsilantiHessen-Wahl 2008:
1.CDU: 36,8 % 2.SPD: 36,7 % 3.FDP: 9,4 % 4.GRÜNE: 7,5 % 5.LINKE: 5,1 %

Marko Michels

F: CDU Nds. / SPD H.


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