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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Der WM-Fußball 2010 rollt

Weltmeisterschafts-Feeling auch auf der Freilichtbühne

Fußball-WM-MaskottchenBald ist es wieder soweit. In Kürze wird es nur noch ein Thema geben: „Das Runde muss ins Eckige …“

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren vom 11.Juni bis 11.Juli beginnen mit dem Eröffnungsspiel zwischen Südafrika und Mexiko am 11.6. um 16.00 Uhr (MESZ) in Johannesburg.

Das deutsche Team, mit dem gebürtigen Greifswalder Toni Kroos, greift am 13.6. gegen Australien ins WM-Geschehen ein. Während die DFB-Elf – trotz Verletzungspechs im Vorfeld – zusammen mit Brasilien, Spanien, Argentinien, die Niederlande, Portugal und Geheim-Favorit Elfenbeinküste – wie gewohnt zu den Top-Mannschaften gehören dürfte, hoffen die Aussies auf eine obligatorische Überraschung zum WM-Auftakt. Es wird also spannend.

Wer nun nicht allein zu Hause im Fernsehsessel WM-Atmosphäre genießen möchte, sollte sich auf den Weg zur Freilichtbühne in Schwerin machen. Dort werden neun WM-Spiele übertragen, darunter auch alle mit deutscher Beteiligung.

FreilichtbühneFolgende WM-Partien werden dabei übertragen: am 11.Juni (16 Uhr) WM-Eröffnung Südafrika gegen Mexiko, am 13.Juni (20.30 Uhr) Deutschland gegen Australien, am 18.Juni (13.30 Uhr) Deutschland gegen Serbien, am 23.Juni (20.30 Uhr) Deutschland gegen Ghana, am 2.Juli (16 Uhr und 20.30 Uhr) WM-Viertelfinale, am 3.Juli (16 Uhr und 20.30 Uhr) WM-Viertelfinale, am 6.Juli (20.30 Uhr) WM-Halbfinale, am 7.Juli (20.30 Uhr) WM-Halbfinale und am 11.Juli (20.30 Uhr) das WM-Finale zwischen Deutschland und Brasilien 🙂

Für prickelnde WM-Atmosphäre am Schweriner Schlossgarten ist bestens gesorgt. Der Eintritt beträgt 3 Euro (Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.).

Na dann, kann die WM-Fußball-Party 2010 beginnen !

Doch wie kam der moderne Fußballsport nach Mecklenburg ? Wer „fabrizierte“ 1974 den „tödlichen Pass“ im deutsch-deutschen WM-Duell ? Welcher Schweriner Fußballspieler feierte bei Olympia seinen größten Erfolg ?

Schwerin-News blickt zurück …

Fußball damals> > Der Schweriner Fußballsport vor mehr als 100 Jahren: Zwischen Konstituierung des SFC von 1903 und Gründung des Mecklenburgischen Fußballbundes
Nachdem sich im Jahr 1903 der „Schweriner Fußball-Club“ gegründet hatte, folgten weitere Vereine in der Landeshauptstadt.
Im Laufe des Jahres 1904 bildete sich in Schwerin auch der „Fußball-Klub Vorwärts“; mit ihm trat der „Schweriner Fußball-Club“ (SFC) sehr schnell in Konkurrenz. Der „Verein für Leibesübungen“ ging dann nach dem ersten Weltkrieg aus dem „Fußball Klub Vorwärts“. Schnell wurde der Ruf in Schwerin, Wismar und in Rostock nach einem Vergleichswettbewerb der Mecklenburger Vereine laut.

Am 18.Dezember 1904 wurde auf Initiative des „Schweriner Fußball-Clubes von 1903“, des „Fußball-Klubes Vorwärts Schwerin“ und des „Fußball-Clubes Elite Wismar“ der „Mecklenburgische Fußballbund“ gegründet. Die Rostocker Klubs traten zunächst nicht bei, schlossen sich aber nach 1905 dem „MFB“ ebenfalls an. Übrigens: Nur sieben Monate vorher, im Mai 1904, hatte sich die FIFA gegründet – und vier Jahre zuvor, 1900, der DFB.

Dank des Engagements der „SFC“-Mitglieder Ernst Gebert, August Zars und Max Pottlitzer gelang es, den Kleinen Exerzierplatz nach 1905 für den „Schweriner Fußball-Club“ freizubekommen. Somit konnten die „SFC“-Fußballspieler außer sonntags noch an zwei weiteren Wochentagen auf dem genannten Platz trainieren.

Durch einige sportliche Erfolge des „SFC“ zwischen 1905 und 1910 gelang es dem „Schweriner Fußballclub“, eine Vormachtstellung in Mecklenburg-Schwerin und eine geachtete Stellung im Norddeutschen Fußballverband zu erkämpfen.

Auch Großherzog Friedrich Franz IV. zeigte großes Interesse am fußballsportlichen Geschehen in Mecklenburg. So stiftete er einen Wanderpokal für die mecklenburgischen Fußballvereine; aus dieser Stiftung gingen dann letztendlich auch die Landespokalspiele hervor. Oftmals besuchte der Großherzog ebenfalls die Freundschafts- und Wettspiele des „SFC“.

X.Fussball WM Berlin DDR - ChileDoch Erfolg und „Elend“ lagen für den „SFC“ in den Jahren 1908 und 1912 dicht beieinander. Dazu schreibt der Chronist des „SFC“ folgendes: „ … Auch für den freundschaftlichen Verkehr der Mitglieder untereinander waren diese Jahre (1908/12) von größter Bedeutung. Allen, die diese Zeit mitgemacht haben, wird sie unvergeßlich sein.

Wer erinnert sich nicht gerne der Stunden, die wir in Stadt Hamburg zusammen verbrachten, wenn Ferdi Wachnitz, auf dem roten Sofa mit den kaputten Sprungfedern sitzend, nach dem Wettspiel seine Witze erzählte, oder August Zars seine unerschöpflichen Kartenkunststücke zum besten gab, oder seine Fertigkeit auf dem Billard zeigte !

Aber wie das Sprichwort, dass nichts schwerer zu ertragen sei, als eine Reihe von guten Tagen, so ging es auch unserm Klub. Es gab Uneinigkeiten, die in ernste und vielleicht auch persönliche Streitigkeiten ausarteten. Dieser Zündstoff häufte sich immer mehr und mehr an, bis er sich gründlichst auf der Versammlung am 30.April 1912 entlud und zur Folge hatte, daß eine Spaltung unter den Mitgliedern eintrat.

Eine große Anzahl langjähriger Mitglieder trat aus und gründete einen neuen Verein, den Verein für Bewegungsspiele, Schwerin. Jetzt setzte eine schwere, ernste Zeit für den Klub ein, der am 22.Februar 1911 ins Vereinsregister eingetragen war, und er war oft in seiner Existenz bedroht. Bald fand sich jedoch in der Person von Paul Barnewitz ein erster Vorsitzender, dem es gelang, den Zusammenhang unter den zurückgebliebenen Mitgliedern wiederherzustellen und den alten 03er Geist zu erwecken und wieder in die richtigen Bahnen zu leiten …“

Kaum hatte der „SFC“ ab 1912 im positiven Sinne wieder „Tritt gefasst“, wurde das Klubleben im August 1914 durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges jäh unterbrochen. Die meisten Mitglieder – alte wie junge – mußten „ins Feld ziehen“. Auf allen Kriegsschauplätzen standen „03er“ – 36 „SFC“-Fußballspieler mußten während dieses Krieges ihr Leben lassen, was den „SFC“ ideell wie substantiell schwer traf …

Dennoch konnten interessierte Jugendliche auch in den Kriegsjahren beim „SFC“ Fußball spielen. So wurde dem „SFC“ von der Reichswehr der Kasernenhof der alten Grenadierkaserne für Fußball-Vergleiche zur Verfügung gestellt. Infolge des Engagements von Max Mittag blieben Vereinskontakte zwischen 1914 und 1918 bestehen – mehr noch, Mittag rekrutierte bereits talentierte junge Fußball-Spieler für den „SFC“ nach dem absehbaren Kriegsende.

1918/19 mußte der „SFC“ – aufgrund der Kriegsverluste – teilweise personell, teilweise organisatorisch neu strukturiert werden. Nach dem Verkauf und Abbruch der Brauerei Paulshöhe ergab sich dann die Chance für einen neuen „SFC“-Spielplatz, zumal ab 1920 ein reger Zulauf insbesondere von Jugendlichen zum Verein verzeichnet werden konnte – und der Kleine Exerzierplatz den Anforderungen damit nicht mehr genügte.

Nia KünzerMit Unterstützung der Mecklenburgischen Hypotheken- und Wechselbank, die ein großzügiges Darlehen vergab, und durch die Mithilfe des Magistrates Schwerin erwarb der „SFC“ die Platzanlage Paulshöhe. In den Jahren 1920 bis 1922 erfolgten entsprechende Baumaßnahmen u.a. für die Schaffung von Fußball- und Tennisfeldern, die vom „SFC“-Mitglied Paul Barnewitz faktisch geleitet wurden.

Sportlich war der „SFC“ zwischen 1903 und 1928 ebenfalls äußerst erfolgreich. So errang der Verein 75 Ehrenpreise und 200 Diplome. Der absolute sportliche Höhepunkt für den „SFC“ dürfte der Gewinn der Meisterschaft des Bezirks II (Lübeck-Mecklenburg) im Jahr 1925 gewesen sein …

Doch nicht nur Fußball wurde beim „SFC“ gespielt, wenn dieser auch die „Hauptrolle“ einnahm. Im Jahr 1908 gründete sich die erste leichtathletische Rennmannschaft, 1919 folgten die Tennis-Spieler, 1921 konstituierte sich eine Hockey-Abteilung und1923 „hielt“ beim „SFC“ der Handballsport „Einzug“. Zwar spielten anfangs nur die „SFC“-Damen Handball, aber drei Jahre später – 1926 – wurde die erste Herren-Mannschaft im Handballsport aufgestellt.

Der „SFC“ gehörte hinsichtlich Mitgliederzahl, Erfolgen und Sportangeboten zu den bedeutendsten Schweriner Sport-Vereinen bis 1933!

> > Der Mann mit dem „tödlichen Pass“ …Ein Vorpommer schrieb WM-Geschichte!
Am 22. Juni 1974 – vor fast genau 32 Jahren – kam es zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften zu einem deutsch-deutschen Duell:

Und mit den Hansa-Kickern Gerd Kische und Joachim Streich standen unter anderem auch zwei Mecklenburger im WM-Aufgebot der DDR-Elf.

Doch auch ein Vorpommer, der seine Fußball-Laufbahn u.a. bei Lok Pasewalk und dem SC Neubrandenburg begann, wurde ins Team von Deutschland-Ost berufen – Erich Hamann, der 1944 in Pasewalk geboren wurde. Erich Hamann, der im Mittelfeld und in der Abwehr spielte, erinnert sich noch genau an die damalige Situation, welche zum sensationellen 1:0 der DDR gegen die Bundesrepublik führte:

„Torhüter Croy hatte den Ball zu mir geworfen. Als ich lang und breit keinen Gegner sah, bin ich nach vorn gerannt und habe einen langen Pass zu Jürgen Sparwasser gespielt. Der ließ Vogts und Höttges keine Chance und schoss das 1:0.“.

Der Pasewalker, der von 1967 bis 1976 beim FC Vorwärts Frankfurt/Oder eingesetzt wurde, ist heute Sozialpädagoge. Das aktuelle Fußball-Geschehen lässt ihn aber nicht „kalt“, wenn er auch an den WM-Titel für Deutschland nicht so recht glauben mag: „Klinsmann fing zu spät an, seine Stammformation aufzubauen !“. Insgesamt fast 200 Oberliga-Spiele und 3 DDR-Auswahl-Einsätze bestritt Erich Hamann.

> > „Der Ball mit dem Netz“
Auch Schwerin kann auf erfolgreiche Fußball-Spieler und eine schon erwähnte lange Fußball-Tradition zurückblicken: So spielte der 1950 in Schwerin geborene Wolf-Rüdiger Netz zwischen 1972 und 1981 in der DDR-Oberliga.

Als Achtjähriger begann der Mecklenburger seine Karriere bei Dynamo Schwerin und wurde dann 1971 zum in der DDR “wenig geliebten” BFC Dynamo delegiert. Dreimal wurde er mit den Berliner Dynamos DDR-Champion (1979/1980/1981) und zweimal Vize-Meister (1972/1976).

Der kleine, quirlige Spieler mit der relativ geringen Körpergröße von 1,72 Meter war einer der gefährlichsten DDR-Stürmer. Einsätze in den DDR-Nationalmannschaften – Junioren wie A-Auswahl – erhielt er dennoch (oft unberechtigt) nur selten: Fünfmal war er in der DDR-Nachwuchs-Auswahl vertreten; zweimal stürmte er in der DDR-Nationalmannschaft.
Seinen größten Triumpf feierte der Schweriner jedoch im Olympia-Team der DDR.

Beim olympischen Fußball-Turnier 1980 in Moskau konnte sich die DDR-Mannschaft Silber erkämpfen, wobei im Halbfinale Gastgeber Sowjetunion ausgeschaltet und erst im Finale gegen die Tschechoslowakei verloren wurde. An seiner Seite waren damals auch die Rostocker Bernd Jakubowski und Norbert Trieloff.

Marko Michels

1. Fußball-WM-Maskottchen 2010.

2. In Schwerin gibt es Fußball-WM-Atmosphäre pur auch auf der Freilichtbühne – mit einer Großbildleinwand und 5000 Plätzen. (Sport- und Kongreßhalle/Schwerin)

3. Fußball damals – Im Jahr 1903 gründete sich in Schwerin der Schweriner Fußball-Club. Bundesrchiv

4. Bundesarchiv, Bild 183-N0618-0043, Fotograf: Rainer Mittelstädt, Datum: 18.Juni 1974, ADN-ZB Mittelstädt 18.6.74 Westberlin: X. Fußball-Weltmeisterschaft-1. Finalrunde, Gruppe 1: DDR – Chile 1:1 / Der 19jährige DDR-Stürmer Martin Hoffmann (Bildmitte) – er erzielte in der 56. Minute das 1:0 – beim kraftvollen Torschuß. Im Vordergrund links am Boden Jürgen Sparwasser. Rechts Nr.3 Alberto Quintano (Chile).

5. In diesem Jahr findet die Fußball-WM der Herren in Südafrika statt. Im nächsten Jahr werden aber die Damen weltmeisterlich. Nia Künzer, Weltmeisterin 2003, schoss im damaligen WM-Finale gegen Schweden den Siegtreffer, das Golden Goal, zum 2:1. Heute engagiert sie sich weit über den Fußball hinaus …

Macht Kinder stark – für ein Leben ohne Sucht und Drogen: Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer engagiert sich als Botschafterin für die Initiative zur Suchtvorbeugung „Kinder stark machen“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
www.kinderstarkmachen.de / Tipp für Familien: Die jährliche „Kinder stark machen“-Tour macht am 12. September Station beim Zoofest in Rostock und bietet Informationen und Mitmachaktionen im Erlebnisland.


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