Handwerkskammern in MV gegen Änderung der Verpackungsverordnung

Handwerk zeigt Grünem Punkt die Rote Karte, Lebensmittelhandwerken drohen erneut höhere Belastungen

Frische Brötchen vom Bäcker, das Stück Torte vom Konditor und die Frischwurst vom Fleischer. Nach dem Willen des Bundesumweltministeriums sollen Verbraucher bald mehr dafür bezahlen. Das Ministerium will die Verpackungsordnung ändern. Dann sollen auch für Brötchentüten, Pappunterlagen für Kuchen und Wurstpapier Entsorgungsgebühren an das Duale System Deutschland (DSD) gezahlt werden.

Edgar Hummelsheim, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern sieht nicht begründbare Mehrkosten und Aufwand auf das Lebensmittelhandwerk zukommen: „Es ist unverhältnismäßig, die Betriebe in dieses System zu zwingen. Diese Verpackungen enthalten meist Lebensmittelreste, deshalb werden sie vom Kunden zuhause im Restmüll entsorgt. Warum soll der Verbraucher für die Entsorgung nun doppelt zahlen?“

Neben den kommunalen Müllgebühren müsste künftig an der Ladentheke zusätzlich die Abgabe für den Grünen Punkt gezahlt werden. Dabei habe die Kostenbelastung in den Lebensmittelhandwerken in den vergangenen Monaten ohnehin stark zugenommen, so Hummelsheim. Deutlich höhere Einkaufspreise für Rohstoffe und explodierende Energiekosten hätten die Herstellung von Lebensmitteln enorm verteuert.

„Es soll immer noch etwas oben draufgesetzt werden: Wir haben schon eine teure Bürokratie durch überzogene EU-Hygienevorschriften für Fleischer. Der Grüne Punkt für Fleischer, Bäcker und Konditoren geht deutlich zu weit.“ Hummelsheim hofft, dass die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern ihren Einfluss geltend macht und „diese Fehlentscheidung verhindern hilft“. Bereits am 30. November 2007 werden sich die Länder im Bundesrat mit der Änderung der Verpackungsverordnung befassen.


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