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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Interview mit der neuen CDU-Kreisvorsitzenden in Schwerin, Dorin Müthel-Brenncke

Die Christdemokratin über ihre neue Aufgabe, Frauen in der DDR und die Zusammenarbeit mit der Oberbürgermeisterin

„Frauen gehen oft andere Wege.“

Politische Frauen-Power allerorten. Eine 31jährige ist stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei (Katja Kipping), eine 35jährige ist Sozialministerin MV und zudem stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei (Manuela Schwesig), eine 32jährige ist Bundesfamilienministerin (Kristina Köhler) und eine 39jährige ist Vize-Präsidentin des europäischen Parlamentes (Dr.Silvana Koch-Mehrin).

Das Bundeskanzleramt ist in Frauen-Hand, nun auch die Schweriner CDU.

1.Stephan Nolte, Stadtpräsident in Schwerin, Dorin Müthel-Brenncke, neue CDU-Kreisvorsitzende in Schwerin, Sebastian Ehlers, Vorsitzender der CDU/F.D.P.-Fraktionsgemeinschaft in Schwerin, und Gerd-Ulrich Tanneberger, der ehemalige Kreisvorsitzende der CDU in Schwerin. (D.M.B.)Gerade wurde Dorin Müthel-Brenncke, die 41jährige Unternehmerin, zur Schweriner CDU-Kreisvorsitzenden gewählt …

Frage: Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Amte. Was wollen Sie anders, besser machen als Ihre Vorgänger ? Gibt es – aus Ihrer Sicht – etwas, was Frauen wirklich besser machen, was Männer längst können ?

Dorin Müthel-Brenncke
: Nun, der ehemalige Kreisvorsitzende, Gerd-Ulrich Tanneberger, hat mit guter und ruhiger Hand das „Schiff CDU“ durch zuweilen „aufgewühlte See“ gebracht. Das war nicht immer einfach. Als stellvertretende Vorsitzende habe ich ihm in der vergangenen Wahlperiode gut auf die Finger schauen können. Ich möchte gern dort anschließen, wo er aufgehört hat, in der gleichen Qualität, nur auf meine Art und Weise. Übrigens: Frauen füllen ihre Positionen genau so gut aus wie Männer, gehen dabei allerdings oft andere Wege. Sie begreifen ihre Existenz nicht so sehr nach dem Motto „Es kann nur Einen geben!“, sondern sehen sich aus meiner Sicht vielmehr als Teil eines Großen und Ganzen.

Die BUGA in Schwerin - auch aus Sicht von Dorin Müthel-Brenncke ein großer Gewinn für SchwerinFrage: Jeder Politiker hat für seine Amtszeit mittlerweile einen Slogan. Erinnert sei nur an Obamas „Yes, we can !“ bzw. an Gerhard Schröders „Ich will hier rein !“ oder „Wir wollen nicht alles anders, dafür aber vieles besser machen !“. Was für „seichte, natürlich geistreiche Sprüche“ haben Sie für Ihre „Regentschaft“ an der Schweriner CDU-Spitze auf Lager ?

Dorin Müthel-Brenncke: Ich halte es da eher mit Wilhelm von Humboldt: „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

Frage: Frauen sollen ja bekanntlich zusammen halten … Geht es eventuell so weit, dass Sie die linke Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow in Schwerin sogar loben würden ?

Dorin Müthel-Brenncke: : Ich halte gern mit Frauen und Männern zusammen, wenn man gemeinsam auf einem guten Weg ist. Ich gehöre nicht zu denen, die mit politischen Farbbeuteln um sich werfen und würdige gern die Arbeit anderer, so sie denn an der Sache orientiert ist. Und: Wenn Lob bei der Arbeit von Frau Gramkow angebracht und auch konstruktive Kritik an ihrer Arbeit erforderlich sind, werde ich mich schon zu Wort melden – ganz ohne „Scheuklappen“.

Frage: Zurück zur Frauen-Power in der Politik. Kürzlich veröffentlichte der „Stern“ eine Titel-Story über deutsche Frauen-Power, bei der West-Frauen und die Ost-Männer nicht besonders gut wegkamen. Einige Power-Frauen östlich der Elbe hatten dabei einige Klischees (?) im Kopf – die Westfrau als „Heimchen am Herd“, der Ost-Mann als „in Jogginghosen“ herumlaufenden „Dödel“, der nichts auf die Reihe bringt. Sie, Frau Müthel-Brenncke, als in der DDR sozialisierte Frau: Wie ist Ihre Meinung zum Frauenbild a la DDR ?

Die BUGA in Schwerin - auch aus Sicht von Dorin Müthel-Brenncke ein großer Gewinn für SchwerinDorin Müthel-Brenncke: Die Frauen in der DDR, ich glaube es sind weit über 90 % gewesen, haben durch ihre eigene berufliche Tätigkeit nicht unwesentlich zum familiären Einkommen beigetragen. Das entsprach zum Teil dem Selbstverständnis auf eine eigene berufliche Entwicklung, aber auch der Notwendigkeit, die Familie mit zu ernähren. Hier kann man getrost alle Klischees zu Hause lassen, und die Ergebnisse aus einer historischen Entwicklung betrachten – nämlich das jahrzehntelange Leben unter unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Frage zum Jahresabschluss: Das Jahr ist im Endspurt. Was waren für Sie die herausragenden Ereignisse des Jahres – innerhalb und außerhalb Schwerins ?

Dorin Müthel-Brenncke: Innerhalb Schwerins fällt mir natürlich spontan der große Erfolg der Bundesgartenschau ein. Dabei hoffe ich sehr, dass viele BUGA-Besucher auch ohne die Gartenschau ein zweites oder drittes Mal in unsere schöne Stadt kommen (oder besser auch noch öfter !). Darüber hinaus ist 2009 für mich in erster Linie das Jahr 20 nach dem friedlichen Mauerfall und ich bin froh und dankbar, dass Deutschland wieder zusammenwachsen kann.

Dann maximale persönliche, politische und berufliche Erfolge für Sie auch 2010 !

Die Fragen stellte: Marko Michels.

Fotos: Marko Michels


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