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Lagerhaltung für Asylsuchende?

Diskussion über die Unterbringung von Flüchtlingen in Mecklenburg-Vorpommern

''Präsente'' für die LandtagsabgeordnetenAm 1. Oktober ist der Tag des Flüchtlings, zu dem der Flüchtlingsrat eine öffentliche Veranstaltung zur Unterbringung von Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen im Land organisiert. Erste Einladungen dazu erhielten heute Abgeordnete vor der Landtagssitzung. Diese waren überrascht über die gleichzeitig überreichten Eierkartons, die statt der Eier kleine Holzpuppen enthielten. Damit machte der Flüchtlingsrat auf die rund 800 Menschen aufmerksam, die in Mecklenburg-Vorpommern jahrelang in Lagern leben müssen.

Asylbewerber und Geduldete sind in der Regel verpflichtet in Gemeinschaftsunterkünften zu leben. In diesen Lagern stehen ihnen sechs Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Sie leben in Mehrbettzimmern auf langen Fluren mit Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftstoiletten. Für viele dieser Flüchtlinge dauert diese Unterbringung mehrere Jahre.

„Das grenzt aus, isoliert und macht krank. Lange Heimunterbringung führt bei vielen Flüchtlingen zu Passivität. Kinder kennen oft nur das Lagerleben als Zuhause. Sie können zumeist keine Schulfreunde einladen. Einerseits fehlt den Flüchtlingen das Geld für Gäste, andererseits erlauben die Eltern der Freunde häufig nicht den Besuch im Lager“, sagt Ulrike Seemann-Katz, Vorsitzende des Flüchtlingsrates.

Der Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, das Psychosoziale Zentrum Greifswald, die Antirassistische Initiative Rostock und andere Organisationen aus Mecklenburg-Vorpommern möchten weg vom Grundsatz der Lagerunterbringung und setzen sich für die Entwicklung alternativer Konzepte ein wie beispielsweise die Unterbringung und Unterstützung in Übergangsheimen.

Die Diskussionsveranstaltung findet am 1. Oktober von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr im Schleswig-Holstein-Haus in Schwerin statt. Als ReferentInnen haben Wolf-Christoph Trzeba aus dem Landesamt für innere Verwaltung sowie Andrea Kothen von Pro Asyl e.V. zugesagt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen.

Das Programm findet sich unter http://www.fluechtlingsrat-mv.de/mit-diskriminierung-macht-man-keinen-staat/528/

Hintergrundinformationen
Der bundesweite Tag des Flüchtlings steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mit Diskriminierung macht man keinen Staat“. Er stellt Ausgrenzungsmechanismen wie das Asylbewerberleistungsgesetz, die Residenzpflicht und die Unterbringung in den Mittelpunkt.
Nähere Information: www.proasyl.de


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