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Schwerin-NEWS.de Nachrichten-Archiv

Nachwuchsförderung im Sport und „beneFIT“ 2011

Das Schweriner Sport-Event „beneFIT“ aus Sicht des Trainers und Sportwissenschaftlers Uwe Fox

Zur Zeit gibt es in Schwerin mehr als 100 Vereine mit fast 18.000 Mitgliedern. Aber um die sportliche Zukunft Schwerin zu sichern und um einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Fitness zu leisten, müssen noch mehr Schwerinerinnen und Schweriner, gerade im jungen Alter, für den Sport gewonnen werden.

Vor diesem Hintergrund fand am 5. März im Vitalcenter Schwerin-Lankow eine große Sportveranstaltung „beneFIT“, die sich an die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1-6 wandte, statt. Viele Schweriner Sportvereine stellten sich dort vor, so der „Verein für Leibesübungen“, „Break In“, der erste Billard-Club Schwerins, der Schweriner SC, die Karateschule Tokugawa, der MC Schwerin Krösnitz, das Tanz-Sport-Centrum Schwerin, die Schweriner Fechtgesellschaft, der Schweriner Tennis-Club von 1908, der Kampfkunstverein DOJO RONIN, der Burgsee-Verein, der erste Schweriner Judo-Club, der FSV 02 Schwerin und viele andere mehr …

Nachgefragt beim Schweriner Trainer und Sportwissenschaftler Uwe Fox – Uwe Fox über die Bedeutung einer sportiven Nachwuchsförderung und „beneFIT“

„Sportliche Betätigung ist für Kinder unabdingbar…“

Frage: Welche Bedeutung hat die Förderung von Nachwuchs-Talenten aus Deiner Sicht in der heutigen Gesellschaft ?

Uwe Fox: Will Deutschland weiterhin im Weltsport eine Rolle spielen, muß es unbedingt eine größere Förderung von geeigneten Nachwuchs-Talenten geben. Meines Wissens soll es eine solche bereits geben und greift auch schon. So gibt es eine finanzielle Unterstützung von 1.500 Euro monatlich für Top- Kader.

Damit ist der Athlet abgesichert und kann sich voll auf seine sportliche Ausbildung konzentrieren. Aber um Spitzenleistungen zu sichern, bedarf es auch einer zielgerichteten Sichtung und Auswahl von Talenten. Nicht zuletzt muß eine entsprechende Ausbildung und Betreuung gegeben sein. Und das kann nicht alles von ehrenamtlichen Kräften abgesichert werden. Es müssen viel mehr hauptamtliche Trainer eingesetzt werden.

Frage: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich bei der Betreuung von jungen Sport-Talenten gemacht?

Uwe Fox: Sehr gute, denn ich bin seit 40 Jahren im Sport und dabei seit 1983 als Trainer tätig. Ich kenne also die DDR-Zeit, als zu Schulsportfesten circa 10 Trainer verschiedenster Sportarten um Talente buhlten. Ich kenne das damalige ESA-System, welches gar nicht verkehrt war und ich kenne die Nachwendezeit, als alles erst „sortiert“ werden mußte, abgeschafft wurde, um dann neu aufzubauen.

Aber eines war stets klar: Den Leistungssport braucht man nicht neu erfinden, man muß diesen „nur“ nach seinen entsprechenden Voraussetzungen ausrichten. Damals wie heute sind doch erfolgreiche Arbeit erst durch Fleiß, Engagement und Zusammenarbeit, Teamarbeit, möglich.

Frage: Welche Bedeutung hat eine Veranstaltung wie „beneFIT“, die betont junge Sportinteressierte ansprechen möchte?

Uwe Fox: In einer Zeit, in der sportliche Betätigung im Verein doch fast durch das Fernsehen oder den Computer ersetzt oder „abgeschafft“ wurde, ist es enorm wichtig, darauf aufmerksam zu machen, was der jeweilige Verein und was Sport und Spiel allgemein bedeuten. BeneFIT ist genau die Veranstaltung, die ein großes Spektrum an Angeboten bietet. Und wenn die Kids sich gleich vor Ort ausprobieren können, die Eltern dort Hinweise über Vereinsmodalitäten bekommen und für alle ein Mittagessen bereit steht, ist der Familientag abgesichert. Das ist doch nahezu ideal, oder?

Frage: Wie „definieren“ Sie die sportliche Betätigung von Kindern und Jugendlichen im Internet-Zeitalter?

Uwe Fox: Wie gesagt, mir schien die Vereinstätigkeit durch den PC oder TV „fast abgesetzt“. Es gab und gibt Studien und Statistiken, die belegen, dass gerade Schulanfänger unbeweglich, übergewichtig und damit auch etwas „faul und träge“ sind. Hier sind die Ansatzpunkte zu suchen. Allerdings kommen wir am Internet nicht vorbei. Also müssen wir es uns zunutze machen. Viele Sportvereine, Freizeitstätten oder aber auch Fitness-Studios haben hervorragende Seiten, die informieren und auch inspirieren.

Frage: Welche weiteren Projekte müßte es geben, damit noch mehr Kinder zum Sport treiben „bewogen“ werden?

Uwe Fox: Auch das Sporttreiben muß nicht neu erfunden. Es muß eben eingeordnet werden. Es gibt viele Projekte, die hervorragend sind. Es gibt zudem viele Vereine, die ausgezeichnet arbeiten. Hinzu kommen die Kranken- bzw. Gesundheitskassen. Die Sportjugend bietet das Projekt: „Bewegte Kinder“ oder „Jugendsport im ländlichen Raum“, zeichnet dafür den jugendfreundlichsten Verein aus. Es gibt das „Babyschwimmen“ sowie das Mutter-Kind-Turnen.

Auch gibt es den Verein: Sportler helfen Kinder e.V., in dem erfolgreiche Sportler sozial bedürftige Kinder und Jugendliche im Sport unterstützen. Das ist eine tolle Sache, hier greift die Vorbildwirkung ein. Toll!

Bei uns Boxern haben wir Kindergruppen im Kindergartenalter, da wird nicht gegeneinander geboxt, sondern die Power und auch Aggressionen werden am Boxsack gelassen. Es gibt schon viel, aber allen voran stehen doch der Schulsport und das dortige Angebot in der Freizeit. Wenn hier nur die begrenzte Anzahl von Stunden angeboten wird, dann ist das zu wenig. Und wenn einer Schule die Sport- oder Turnhalle ganz fehlt, dann fehlen auch mir die Worte. Auch müßte die vorhin angesprochene Tätigkeit von Ehrenamtlichen (Bessere Entschädigung!) oder der Einsatz von hauptamtlichen Kräften im Bereich des Sports verbessert werden.

Dann weiterhin viel Erfolg!

M. Michels


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