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Schwerin will Integrationsfortschritte von Migranten messen

RegioVision entwickelt Kommunalen Integrationsmonitor

Lassen sich Integrationsfortschritte von Migrantinnen und Migranten anhand konkreter Indikatoren messen? Die Landeshauptstadt geht diesen Weg begleitet die Umsetzung ihres Integrationskonzeptes durch einen kommunalen Integrationsmonitor. „Wir haben für diesen kommunalen Integrationsmonitor Indikatoren definiert und Daten aus verschiedensten Quellen zusammengeführt, die es uns erlauben Trends im Integrationsbereich kontinuierlich zu verfolgen und drohende Fehlentwicklungen zu erkennen“, erläutert Jürgen Brandt von der RegioVision GmbH Schwerin, der als Projektleiter für den Integrationsmonitor verantwortlich zeichnet.

Die Erarbeitung des Integrationsmonitors wurde im Rahmen des XENOS-Projektes „Brücken für Vielfalt und Beschäftigung“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert. „So wird die erforderliche Planungs- und Entscheidungsgrundlage geschaffen, um eine langfristig erfolgreiche und nachhaltige Integrationspolitik zu leisten“, sagt der Integrationsbeauftragte der Landeshauptstadt Dimitri Avramenko.
Als die drei wichtigsten Indikatoren, die Teilhabechancen von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund anzeigen, benennt die Hauptautorin des Monitors Nadine Voß die frühkindliche Förderung, die Schulbildung und die Integration in den Arbeitsmarkt.

Die frühkindliche Bildung und Förderung hat eine zentrale Bedeutung für den gesamten Bildungserfolg eines Kindes. Die Betreuungsquote von Kleinkindern (0 bis 3 Jahre) mit Migrationshintergrund ist in Schwerin deutlich geringer als im Landes- und Bundesdurchschnitt und betrug 2011 nur 11,3 Prozent (MV: 19,0 Prozent / Deutschland: 14,0 Prozent). In der Schulbildung dagegen erreichen Schweriner Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit deutlich häufiger höhere Abschlüsse als im Bundesdurchschnitt: Während bundesweit lediglich 16,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund das Abitur erwarben, waren es in Schwerin 39,3 Prozent. Allerdings verlassen nicht-deutsche Schüler mit 14,3 Prozent noch immer doppelt so häufig die Schule ohne einen Abschluss wie ihre deutschen Mitschüler. Ganz besonderen Nachholbedarf zeigen die Arbeitsmarktindikatoren an. So lag die Arbeitslosenquote unter nicht-deutschen Schwerinern 2014 bei 31,0 Prozent – sie ist damit mittlerweile dreimal so hoch wie die Arbeitslosigkeit bei Schwerinern mit deutschem Pass (9,6 Prozent).

„Der Integrationsmonitor zeigt, wo die Politik ansetzen muss. Wir brauchen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die besser auf die Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten zugeschnitten sind. Arbeit und Berufstätigkeit sind die beste Integration und führen auch dazu, dass die Eltern unsere Kinderbetreuungsangebote wahrnehmen“, sagt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. „Wir hoffen, dass die Landeshauptstadt Mittel und Wege findet, das Monitoring in regelmäßigen Abständen zu wiederholen. Denn nur im zeitlichen Vergleich kann festgestellt werden, ob Fortschritte in den einzelnen Bereichen zu verzeichnen sind und in welchen Bereichen unsere Integrationsarbeit ansetzen muss“, so Jürgen Brandt abschließend.

Der Integrationsmonitor ist veröffentlicht unter http://www.bruecken-mv.de/produkte.html

Quelle: LHS


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