Die Met live auf der Leinwand im Capitol

Die Met live auf der Leinwand. Im Schweriner „Capitol“ sind ab 10. Oktober Direktübertragungen aus der Metropolitan Opera New York zu sehen.

ToscaSchwerin. Sie könnten locker in den Song „Ich war noch niemals in New York” einstimmen? Und eine Eintrittskarte für die Metropolitan Opera wäre Ihnen ohnehin zu teuer? Dann gehen Sie doch einfach ins Kino! Am 10. Oktober können Sie sich im Schweriner „Capitol” Ihre eigene Loge für die New Yorker Metropolitan Opera mieten.

Dann nämlich wird die Vorstellung von Puccinis „Tosca” im New Yorker Opernhaus direkt auf die Schweriner Leinwand übertragen – und zwar live.

Während an diesem Samstag in New York die Menschen bereits mittags ins Lincoln Center eilen, um die Inszenierung von Regiestar Luc Bondy zu genießen, sind die Opernfans wegen der Zeitverschiebung erst ab 19 Uhr ins Schweriner Kino eingeladen, um sich haargenau dasselbe Spektakel anzusehen. Und während sich die New Yorker vor der Aufführung oder in der Pause mit Sekt und Selters versorgen müssen, dürfen die Kinogäste sogar Popcorn knabbern und Wein schlürfen, während Tosca gerade ihre schönsten Arien über die Rampe schmachtet.
Mitten im berühmtesten Opernhaus der Welt sitzen und den großen Stars ganz nahe sein, während die live das hohe C schmettern: Das geht seit 2007, als erstmals eine Live-Übertragung aus der New Yorker Met in fünf deutsche Kinos übertragen wurde. Schon ein Jahr später schlossen sich Lichtspielhäuser in über 20 deutschen und österreichischen Städten dem Met-Projekt an. Der Zuspruch der Opernfans war so gigantisch, dass das veranstaltende Unternehmen „Clasart Classic” in der letzten Saison mehr als eine Million Menschen in 35 Ländern in rund 850 Kinos erreichte.

Sieben Aufführungen bis Mai 2010
Die Karten für die Schweriner „Met im Kino” sind ab sofort an den Kassen des „Capitols“ erhältlich. Im Vorkauf kosten die Karten 21,50 Euro (ermäßigt 17,50 Euro), an der Abendkasse 23 Euro (ermäßigt 19 Euro). Die Ermäßigungen gelten für Kinder, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte und Senioren. Die Karten sind auch im Abo erhältich: Sie bezahlen 6 Tickets und bekommen das 7. kostenlos dazu. Insgesamt wird es bis zum 1. Mai sieben Live-Opern im Kino in der Wismarschen Straße geben: 10. Oktober „Tosca“, 7. November „Turandot”, 19. Dezember „Les Contes d’Hoffmann”, 16. Januar „Carmen”, 6. Februar „Simon Boccanegra”, 27. März „Hamlet”, 1. Mai „Armida”.

Dieser Erfolg überzeugte auch das Schweriner „Capitol”-Team. Der 34-jährige Theaterleiter Dirk Mattenklott verspricht eine super Bildqualität, wenn Anna Netrebko, Placido Domingo, Renée Fleming und Co auf der Leinwand auftreten. Schließlich besitzt das Schweriner „Capitol“ seit einem halben Jahr einen hypermodernen digitalen Projektor, gekauft für die 3D-Version vom Filmhit „Ice Age”.

Auch in New York selbst setzt man für das Projekt auf Hightech. Zwölf mobile Kameras und jede Menge Spezial-Mikros fangen im berühmten Lincoln Center jede Szene und jeden Ton ein und übertragen sie in den Kinosaal 5 in Schwerin. Hier stehen den Opernfans 400 Plätze zur Verfügung. Während sich die New Yorker eher in Schlips und Kragen und große Robe schmeißen, darf’s bei den Kinobesuchern auch einfach Jeans und T-Shirt sein, wenn am 10. Oktober um 13 Uhr in New York und um 19 Uhr in Schwerin Star-Dirigent James Levine den Taktstock hebt. Für Luc Bondys Neuinszenierung von „Tosca” steht mit Karita Mattila und Marcelo Alvarez ein Traumpaar auf der Bühne.Den finsteren Scarpia gibt der Bayreuth erprobte Bass Juha Uusitalo. Die Aufführung ist gegen 22.30 Uhr zu Ende.

Auch die zwei New Yorker Pausen erleben die Kino-Besucher übrigens live mit. Dann nämlich fahren die Kameras hinter die Opernkulissen und geben einen Einblick in Garderoben, Orchestergraben etc. Aber auch im Kino soll’s ein kleines Pausenprogramm geben.

Dirk Mattenklott

Foto: Metropolitan Opera


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