Jurassic Park IV

Neue Dino-Ausstellung im Museum für Naturkunde in Berlin
Interesse sicherlich auch bei Schweriner Saurier-Fans …

Saurier-Ausstellung 2007 Zwei Jahre lang haben die Besucher des Museums für Naturkunde auf ihren berühmten Dino, den Brachiosaurus, und seine kleineren Artverwandten verzichten müssen. Auch der Sauriersaal im hohen Lichthof des Museums blieb wegen Restauration geschlossen. Das war zwar eine „schwere Zeit“ für die Dino-Fans inner- und außerhalb Deutschlands, aber letztendlich dringend notwendig. Das traditionsreiche Gebäude, welches zwischen 1885 und 1889 erbaut wurde, hatte allerdings eine Renovierung mehr als nötig. 18 Millionen Euro aus EU-und Lottomitteln sind für das Museum investiert worden.
Ebenfalls die berühmten Saurierknochen, die vor rund 100 Jahren von deutschen Forschern in Afrika ausgegraben wurden, mussten für eine Millionen Euro konserviert werden. Vom Gebiss bis zu den Fuß-Knochen haben Restauratoren die Knochen auseinander genommen, mit Schutzschichten überzogen und in neuen Stahl-Korsetts wieder zusammengesetzt. Für den Wiederaufbau des Brachiosaurus brauchten sie sogar einen Kran – und mehrere Wochen Zeit.

Inzwischen darf Museumsdirektor Reinhold Leinfelder zufrieden auf die geleistete Arbeit und die aktuelle Ausstellung „Evolution in Aktion“ blicken, die schon zig Tausende Gäste aus der ganzen Welt anlockte.

Der Kopf des Brachiosaurus sitzt nach der Restauration rund einen Meter höher als in den 1930er Jahren, weil das Skelett nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen montiert ist. Die Riesen-Echse „schreitet“ jetzt aufrechter als vorher.
Ein „Hineinbeamen in die Urzeit“ nennt Leinfelder das Konzept, das sich die Forscher für eine bessere Vorstellungskraft der Besucher ausgedacht haben. Vor den einzelnen Saurier-Skeletten stehen Ferngläser, die Leinfelder in Bezug auf das Erdzeitalter Jura „Juraskop“ nennt.

Beim Hineinschauen bekommen die Saurier-Skelette in animierten „Filmchen“ Organe, Muskeln, Haut – und trampeln schmatzend, neugierig oder brüllend durch eine Urzeit-Landschaft. Das ist viel Innovation für ein altes Museum, das zur Berliner Humboldt-Universität gehört und mit seinen 30 Millionen Sammlungsstücken auch einen Ort der Forschung darstellt.

Der Leiter der aktuellen Ausstellung im Berliner Naturkunde-Museum, Ferdinand Damaschun – seit 1970 als damaliger Mineralogie-Student der Humboldt-Uni am Museum – kann ebenfalls zufrieden mit der Restauration der Saurier-Skelette sein, ist doch der Berliner Brachiosaurus wieder der „Größte“ seiner Art, nachdem ihm sein „Chicagoer Kollege“ – der auf den fälschlicherweise auf den Hinterbeinen stand – den Rang abgelaufen hatte. Mit 13,27 Metern ist der Berliner Brachiosaurus wieder die überragende Nr. 1 – bei einer nunmehrigen Länge von 15,50 Metern.
Die meisten Funde stammen von der Expedition des Forschers Werner Janensch von einer Expedition Anfang des 20.Jahrhunderts. Sehr zur Genugtuung des damaligen Kaisers, Wilhelm II., war er im Jahre 1909 (bis 1913) zu einer erfolgreichen Forschungsreise nach Deutsch-Ostafrika, nun Tansania, aufgebrochen und fand 250 Tonnen Knochen, die Überreste der einstigen Herrscher über die Welt. Seinem größten Fund, dem Brachiosaurus, gab er den griechischen Namen Brachiosaurus, „Arm-Echse“, weil die Vorderbeine des Tieres länger waren als die Hinterbeine.
Andere markante Saurier im Museum sind Allosaurus (Fleischfresser der oberen Jura-Zeit: 8,55 m lang), Diplodocus (Pflanzenfresser mit 27 m Länge), Kentrosaurus (Pflanzenfresser mit 5,20 Meter Länge) und Dicraeosaurus (Pflanzenfresser mit fast 14 m Länge).

Ein Höhepunkt der Ausstellung 2007 ist zudem das erstmalig gezeigte Original des Urvogels „Archaeopteryx lithographica“, das wohl berühmteste Fossil der Welt.
In vier neugestalteten Ausstellungssälen wird sich den ausgewählten Aspekten der aktuellen wissenschaftlichen Forschung des Museums gewidmet und erläutert, wie es zur Vielfalt des Lebens kam.
Die Entstehungsgeschichte der Erde wird „beleuchtet“, der Wechseleinfluß der belebten und unbelebten Natur aufgezeigt sowie die Evolution erklärt.
Ausgestorbene Tiere durch Naturkatastrophen wie die Saurier sind natürlich berücksichtigt, aber auch durch „Menschenhand“ ausgerottete Tiere, wie das Quagga, oder inzwischen sehr seltene Tiere, wie das Panzernashorn, sind Ausstellungsobjekte.
Auch mit Informationen über die vergangene wie aktuelle Pflanzenwelt wird nicht gespart !

Wer also mehr über Saurier, längst vergangene Zeiten und die Evolution erfahren will, sollte unbedingt die neue Ausstellung im Museum für Naturkunde in Berlin besuchen.
Sicherlich werden das auch zahlreiche junge wie reifere Schweriner sein, denn Berlin ist ja praktisch ein „Vorort“ der mecklenburgischen Landeshauptstadt …

M.Michels

Foto: Marko Michels


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