Schwerins Rad-Ass für die Olympischen Spiele qualifiziert

Vierte Olympiateilnahme seit Sydney 2000

Jetzt ist es „aktenkundig“! Der Schweriner Stefan Nimke, Jahrgang 1978, ist für die Olympischen Spiele 2012 nominiert. Er wird in London nach Sydney 2000, Athen 2004 und Peking 2008 zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnehmen. Dieses sportliche Husarenstück schafft auch Triathletin Anja Dittmer, Jahrgang 1975, SC Neubrandenburg, 2012. Sie startete ebenfalls – wie Stefan – bei den Olympischen Spielen 2000, 2004 und 2008 und ist nun für 2012 qualifiziert.

Der Schweriner Diskuswerfer Jürgen Schult, Jahrgang 1960, war übrigens auch „viermal olympisch“. Jürgen ließ zwischen Seoul und Sydney keine Olympischen Spiele aus. „Ich war Schult!“, hieß es 1988, 1992, 1996 und 2000. Der Diskus-Recke wurde 1988 Olympiasieger und 1992 Olympia-Zweiter.

Nachgefragt Stefan Nimke

… unter anderem Teamsprint-Olympiasieger 2004, vierfacher Weltmeister im 1000 Meter-Zeitfahren (2003, 2009, 2011 und 2012) und zweifacher Weltmeister im Teamsprint (2010 und 2011) sowie insgesamt neunzehnfacher Medaillengewinner bei Elite-Wettkämpfen im Bahnradsport (Olympia, WM, EM seit 1997)

„Mein Ziel ist eine erneute Olympia-Medaille …“

Frage: Drei Wochen nach den WM in Melbourne – wie lautet dein persönliches Resümee zu den Welttitelkämpfen 2012 mit dem WM-Gold im 1000 Meter-Zeitfahren, Stefan?

Stefan Nimke: Die Weltmeisterschaften waren für mich noch einmal etwas ganz Besonderes, denn es werden wohl meine letzten Welt-Titelkämpfe gewesen sein – außer es passiert in den nächsten Jahren noch Unvorhersehbares. Diese WM mit dem Sieg im 1000 Meter-Zeitfahren abzuschließen, war für mich ein einzigartiges Erlebnis. Schließlich begann meine Karriere 1997 in Australien (Perth) mit dem 1000 Meter Zeitfahren, in dem ich gleich im ersten Männer-Jahr eine Bronzemedaille gewinnen konnte.

Frage: Wie sieht dein Trainingspensum bis London aus?

Stefan Nimke: Das ist natürlich enorm. Gerade jetzt sind wir in Bad Blankenburg für dreizehn Tage – ohne einen einzigen freien Tag mit vielen Doppeleinheiten. Das ist schon ziemlich heftig. Es folgen dann verschiedene Trainingslager, wie Kienbaum oder das Höhentrainingslager in Colorado. Also viel Freizeit oder Familie ist nicht bis London …

Frage: Welches sind deine Olympiaziele?

Stefan Nimke: Mein Ziel ist es, noch einmal eine Medaille zu gewinnen. Am liebsten natürlich Gold …  Diese Farbe ist auch machbar und dafür arbeiten wir alle zielstrebig. Es war für mich schon ein riesiger Erfolg, nominiert zu werden (Im Teamsprint zusammen mit Maximilian Levy und Rene Enders – red. Anm.). Es können ja nur drei Sportler zu Olympia und wir sind aber vier Top-Athleten. Von daher war die Entscheidung sehr schwer und ist zu meinem Gunsten ausgegangen. … Wobei ich sagen muss, dass es jeder verdient hätte, nominiert zu werden. Auch der, der jetzt nur der Ersatzmann (Robert Förstemann – red. Anm.) ist.

Frage: Was zeichnet aus deiner Sicht übrigens Miriam Welte, deine Sportkollegin vom „Track Cycling Team MV“, aus, die bei den WM 2012 auch groß auftrumpfte?

Stefan Nimke: Vor allem, dass sie das macht, wovon sie selbst auch überzeugt ist und sich nicht einfach dem hingibt, was gesagt wird. Des Weiteren beeindruckt mich an ihr, dass sie sehr ehrgeizig und gewissenhaft ist. … Auf den Punkt gebracht, ist sie eine sehr professionelle Sportlerin, die weiß, was sie will und was sie dafür tun muss.

Letzte Frage: Bleibt trotz aller Olympia-Vorbereitung noch ein wenig Zeit für Aktivitäten neben dem Rad?

Stefan Nimke: In den nächsten Wochen nicht so viel. Sicherlich spielen wir nebenbei immer mal wieder Beach-Volleyball, Tischtennis oder Fussball. Das sind aber Aktivitäten, die oft auch im Trainingsplan stehen.

Dann auch für dich alles erdenklich Gute im Hinblick auf Olympia!

M. Michels


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